Lexikon der Argumente


Philosophische Themen und wissenschaftliche Debatten
 
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Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 1 Einträgen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor
Eintrag
Literatur
Universalismus Nussbaum Brocker I 898
Universalismus/Nussbaum: Internationaler Feminismus, der politischen Biss entwickeln will, muss sich auf normative Empfehlungen einlassen, die die Grenzen von Kultur, Nation, Religion, Rasse, Klasse überschreiten (vgl. Nussbaum (1)). VsUniversalismus: Gerade deshalb ist er häufig Vorwürfen der »westernization« und »colonization« ausgesetzt. Es wird für problematisch gehalten, Konzepte wie Würde, Freiheit, Unversehrtheit des Körpers vorauszusetzen und zu verwenden, die in einem kulturellen Kontext entstanden sind, um Realitäten in einem anderen zu bewerten (…).
NussbaumVsVs: 1. das »argument from culture«, 2. das »argument from the good of diversity« und 3. das »argument from paternalism«:
Brocker I 899
NussbaumVsKulturrelativismus: Argument 1. gehört zum Kulturrelativismus. Gerade in Zeiten globaler medialer Vernetzung sei kaum zu unterscheiden, welche Normen aus dem Inneren einer Kultur kommen und welche von außen auferlegt sind.(2) 2. Diversität: Diesem Argument zufolge sei die Welt reich, gerade weil wir uns nicht alle über ein einziges Set von Kategorien einig sind, sondern verschiedene Sprachen des Wertens sprechen.
NussbaumVs: Traditionen sind nicht per se erhaltenswert. Der Einwand unterminiere nicht die Suche nach universellen Werten, er mache sie nachgerade erforderlich, denn zur Evaluation von Traditionen sei ein Rahmen notwendig.
3. Paternalismus: These: indem wir ein Set universeller Normen als Maßstab an die unterschiedlichen Gesellschaften der Welt anlegen, zeigen zu wenig Respekt für die Handlungsfreiheit der Menschen und abgeleitet davon unterschätzen wir auch ihre Rolle als demokratische Bürger.

NussbaumVsVs: durch einen universalistischen Ansatz würden paternalistische Tendenzen illiberaler Subgruppen gerade ausgeräumt zu Gunsten einer Stärkung der Fähigkeit zu individuellem Handeln.
Brocker I 900
UniversalismusVsKolonialismus/Nussbaum: Warum nicht am Anspruch der Universalisierbarkeit festhalten? »[F]ar from being colonialist, ideas of individual life-control and life-planning are an expression of the struggle against colonialism«(3).


1. Martha C. Nussbaum, »Die feministische Kritik des Liberalismus«, in: dies., Konstruktionen der Liebe, des Begehrens und der Fürsorge. Drei philosophische Aufsätze, Stuttgart 2002, 15-89.
2. Ebenda p. 49
3. Ebenda p.68


Sandra Seubert, „Martha C. Nussbaum, Women and Human Development (2000)“, in:Manfred Brocker (Hg.) Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert. Frankfurt/M. 2018

Brocker I
Manfred Brocker
Geschichte des politischen Denkens. Das 20. Jahrhundert Frankfurt/M. 2018

Der gesuchte Begriff oder Autor findet sich in folgenden 3 Kontroversen:
Begriff/
Autor/Ismus
Autor Vs Autor
Eintrag
Literatur
VsUniversalismusVsUniversalismus Schiffer Vs Block, Ned I 40
Psychofunktionalismus/Block: (Namensgebung durch Block 1980a): soll eine wissenschaftliche kognitiv psychologische Theorie sein (BlockVsVolkspsychologie). SchifferVsPsychofunktionalismus/SchifferVsBlock:
1.
Wenn es eine solche wissenschaftliche Theorie geben sollte, die jede Glaubenseigenschaft einer funktionalen Eigenschaft identifiziert, dann ist diese Theorie weder bekannt noch formuliert noch ersonnen. Also muss Block behaupten, dass es eine unerdachte Theorie Ts geben muss, so dass Bel = BelTs. Diese Theorie könnte Glauben nicht definieren, aber doch seine Referenz aufdecken. Die Idee wäre: Def Glauben dass p/Ts: ein Token des Z-Typs sein, der die Ts-korrelierte funktionale Rolle von BelTs.(p) hat. D.h. die Rolle, die von (der Proposition) p in Ts indiziert wird.
Schiffer: dies wäre eine notwendige Wahrheit, aber eine, die nur a postieriori wissbar wäre, nachdem die Theorie Ts ausgegraben wäre.
SchifferVsBlock: warum um alles in der Welt muss die Referenz oder Extension eines Glaubens Bsp dass Wanzen sterblich sind, von einer Theorie aufgedeckt werden, die niemand kennt?
VsSchiffer: man könnte einwenden, auf dieselbe Weise, Bsp wie man irgendwann erst entdeckt hat, dass Hunde den und den Genotyp (Gesamtheit der Gene) haben. ((s) Also empirisch)
SchifferVsVs: 1. das können Wissenschaftler gar nicht entdecken!
Wissenschaft/Philosophie/Schiffer: These: Wissenschaftler können gar nicht entdecken, dass ein Hund sein = von einem bestimmten Genotyp (Gesamtheit der Gene) sein.
Wissenschaft: könnte nur vielleicht alle phänotypischen (erscheinungsmäßigen) und verhaltensmäßigen Merkmale der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft feststellen, mit denen wir Hunde identifizieren, aber um eine Eigenschafts-Identität mit dem Genotyp daraus abzuleiten, brauchen wir eine philosophische Theorie, die
a) eine Vervollständigung enthält von
ein Hund sein = von dem und dem Genotyp sein, wenn...
und
b) in Verbindung mit der wissenschaftlichen Entdeckung beinhaltet, dass
I 41
ein Hund sein = von dem und dem Genotyp sein. ((s) ohne Zusatzbedingung). SchifferVsBlock/SchifferVsPsychofunktionalismus: wenn es eine philosophische Theorie dieser Stärke geben sollte, ist sie mir nicht bekannt. Sie könnte die Form einer Bedeutungstheorie für „Hund“ annehmen.
Problem: die Theorien die von Kripke/Putnam für natürliche-.Art-Begriffe entwickelt wurden, sind für Glaubensprädikate ungeeignet.
SchifferVsPsychofunktionalismus: hat nicht mehr Plausibilität als die Plausibilität dafür, dass es eine korrekte semantische Theorie von Glaubensprädikaten gibt, die zusammen mit einer wissenschaftlichen psychologischen Theorie Ts Bel = BelTs enthält.
Problem: es gibt nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass eine solche semantische Theorie für Glaubensprädikate existiert.
2.
VsBlock: damit eine psychologische Theorie die Extension für „glaubt“ bestimmen kann, muss sie das Wort gebrauchen können!
Problem: es ist unwahrscheinlich, dass die letztlich korrekte kognitive Theorie mit volkspsychologischen Begriffen arbeiten wird! ((s) Sie muss aber in Alltagssprache übersetzbar sein (>Universalismus der Alltagssprache). Die funktionale Architektur kann einfach zu reich und fein sein. (Churchland 1981, Stich 1983, Dennett 1986).
SchifferVsUniversalismus der Alltagssprache: die alltagssprachlichen Begriffe mögen zu stumpf sein.
Manche Autoren/Schiffer: könnten geneigt sein zu sagen: "dann gibt es eben gar nichts, was Glauben entspricht."
SchifferVs: das verfehlt das entscheidende bei unseren alltagssprachlichen psychologischen Begriffen. (s.u. 6.4).
I 42
3. SchifferVsPsychofunktionalismus: selbst wenn eine wissenschaftliche funktionale Theorie über Glaubenszustände quantifizieren muss, müssen wir das wahrscheinlich nicht als Relation zu Propositionen konstruieren.
Psychologie/Schiffer: eine wissenschaftliche psychologische Theorie (kognitiv) wird über Funktionen von externen Indices für funktionale Rollen auf innere physikalische Zustände quantifizieren,
externe Indices: müssen keine Propositionen sein, sondern können auch Sätze oder Formeln sein. Sogar uninterpretierte Formeln! (s.u.)
1. These: wenn Propositionen gute Indices für eine funktionale Theorie sind, dann könnte Sätze oder interpretierte Formeln einer formalen Sprache das genauso gut. (Field, 1978, Loar 1981)
2.
Inhalt/kognitive Psychologie/Zuschreibung/Glauben/Schiffer: wahrscheinlich braucht die psychologische Theorie nichts weiter als uninterpretierte Formeln, noch nicht einmal Sätze (Propositionen sowieso nicht). ((s) Glaubenszuschreibung oder Glauben könnte wissenschaftlich ohne Zuhilfenahme von Inhalt erklärt werden).
Psychologie/Glauben/Field: (1978, 102): wenn Psychologie die Gesetze beschreibt, die von Input zu Glauben und von Glauben zu Handlungen führen, dann sind semantische Charakterisierungen von Glauben überflüssig. (Siehe auch Field 1986b, Fodor 1980, Loar 1981, Schiffer 1981a, Stich 1983).
I 44
4. SchifferVsBlock/SchifferVsPsychofunktionalismus: es ist absurd anzunehmen, dass es eine einzige Theorie über Glauben und Wünsche gibt, die schwach genug ist, damit auf alle möglichen Glaubenden anwendbar ist, und gleichzeitig stark genug, um eine funktionale Eigenschaft für jeden einzelnen Glauben festzulegen.
Die Theorie müsste die Glaubenseinstellungen von so unterschiedlichen Leuten wie normalen Erwachsenen, Kindern, Eingeborenen und Behinderten einheitlich erklären.
Problem: dafür würde eine notwendige Bedingung dafür, etwas zu glauben benötigt.
((s) stärker/schwächer/(s): starke Theorie: legt Details fest. Schwache: ist auf vieles anwendbar.)
5.
SchifferVsBlock/SchifferVsPsychofunktionalismus: Bsp Zwillingserde, Bsp Arthritis: um diese Fälle richtig zu erklären, brauchen wir eine hinreichende Bedingung dafür, etwas zu glauben.
Zwillingserde/ZE/Arthritis/Schiffer: damit die Ts-korrelierten funktionalen Rollen von Ralph aber nicht von Zwalph innegehabt werden und von Alfred in w, aber nicht in w’, wo sein Gebrauch von "Arthritis" korrekt ist, brauchen wir hinreichende Bedingungen für Glauben.

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987
VsUniversalismusVsUniversalismus Rorty Vs Universalismus VI 295
Universalismus/Rorty: moralischer Realismus: Fortschritt: Täuschungen die moralische Realität zu erblicken. Moralische Urteile werden durch etwas in der Außenwelt existierendes wahr gemacht (RortyVs). Es geht um innere Wesensmerkmale von Menschen als Menschen. HistorismusVsUniversalismus/Rorty: sofern die Rede vom "inneren Wesen" etwas Ahistorisches ergibt, so ist es höchstens die Fähigkeit, Schmerzen zu erdulden und zuzufügen. Alle anderen Merkmale sind nicht vorherbestimmt. Vgl. >Historismus.
VI 303
MacKinnonVsUniversalismus: "Wir versuchen gar nicht, uns objektiv darüber zu äußern, sondern wir versuchen, den Standpunkt der Frauen zur Geltung zu bringen". (Rorty pro).

Rorty I
Richard Rorty
Der Spiegel der Natur Frankfurt 1997

Rorty II
Richard Rorty
Philosophie & die Zukunft Frankfurt 2000

Rorty II (b)
Richard Rorty
"Habermas, Derrida and the Functions of Philosophy", in: R. Rorty, Truth and Progress. Philosophical Papers III, Cambridge/MA 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (c)
Richard Rorty
Analytic and Conversational Philosophy Conference fee "Philosophy and the other hgumanities", Stanford Humanities Center 1998
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (d)
Richard Rorty
Justice as a Larger Loyalty, in: Ronald Bontekoe/Marietta Stepanians (eds.) Justice and Democracy. Cross-cultural Perspectives, University of Hawaii 1997
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (e)
Richard Rorty
Spinoza, Pragmatismus und die Liebe zur Weisheit, Revised Spinoza Lecture April 1997, University of Amsterdam
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (f)
Richard Rorty
"Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache", keynote lecture for Gadamer’ s 100th birthday, University of Heidelberg
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty II (g)
Richard Rorty
"Wild Orchids and Trotzky", in: Wild Orchids and Trotzky: Messages form American Universities ed. Mark Edmundson, New York 1993
In
Philosophie & die Zukunft, Frankfurt/M. 2000

Rorty III
Richard Rorty
Kontingenz, Ironie und Solidarität Frankfurt 1992

Rorty IV (a)
Richard Rorty
"is Philosophy a Natural Kind?", in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 46-62
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (b)
Richard Rorty
"Non-Reductive Physicalism" in: R. Rorty, Objectivity, Relativism, and Truth. Philosophical Papers Vol. I, Cambridge/Ma 1991, pp. 113-125
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (c)
Richard Rorty
"Heidegger, Kundera and Dickens" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 66-82
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty IV (d)
Richard Rorty
"Deconstruction and Circumvention" in: R. Rorty, Essays on Heidegger and Others. Philosophical Papers Vol. 2, Cambridge/MA 1991, pp. 85-106
In
Eine Kultur ohne Zentrum, Stuttgart 1993

Rorty V (a)
R. Rorty
"Solidarity of Objectivity", Howison Lecture, University of California, Berkeley, January 1983
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1998

Rorty V (b)
Richard Rorty
"Freud and Moral Reflection", Edith Weigert Lecture, Forum on Psychiatry and the Humanities, Washington School of Psychiatry, Oct. 19th 1984
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty V (c)
Richard Rorty
The Priority of Democracy to Philosophy, in: John P. Reeder & Gene Outka (eds.), Prospects for a Common Morality. Princeton University Press. pp. 254-278 (1992)
In
Solidarität oder Objektivität?, Stuttgart 1988

Rorty VI
Richard Rorty
Wahrheit und Fortschritt Frankfurt 2000
VsUniversalismusVsUniversalismus Schiffer Vs Universalismus I 41
Problem: es ist unwahrscheinlich, dass die letztlich korrekte kognitive Theorie mit volkspsychologischen Begriffen arbeiten wird! ((s) Sie muss aber in Alltagssprache übersetzbar sein. > Universalismus der Alltagssprache). Die funktionale Architektur kann einfach zu reich und fein sein. (Churchland 1981, Stich 1983, Dennett 1986). SchifferVsUniversalismus der Alltagssprache: die alltagssprachlichen Begriffe mögen zu stumpf sein.
Manche Autoren/Schiffer: könnten geneigt sein zu sagen: "Dann gibt es eben gar nichts, was Glauben entspricht."
SchifferVs: das verfehlt das Entscheidende bei unseren alltagssprachlichen psychologischen Begriffen. (s.u. 6.4).

Schi I
St. Schiffer
Remnants of Meaning Cambridge 1987