1.1 32 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Autoren/Titel Chomsky Noam Chomsky<br /> Literatur<br /> Chomsky I<br /> Noam Chomsky<br /> "Linguistics and Philosophy", in: Language and Philosophy, (Ed) Sidney Hook New York 1969 pp. 51-94<br /> In<br /> Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995<br /> <br /> Chomsky II<br /> Noam Chomsky<br /> "Some empirical assumptions in modern philosophy of language" in: Philosophy, Science, and Method, Essays in Honor of E. Nagel (Eds. S. Morgenbesser, P. Suppes and M- White) New York 1969, pp. 260-285<br /> In<br /> Linguistik und Philosophie, G. Grewendorf/G. Meggle Frankfurt/M. 1974/1995<br /> <br /> Chomsky IV<br /> N. Chomsky<br /> Aspekte der Syntaxtheorie Frankfurt 1978<br /> <br /> Chomsky V<br /> N. Chomsky<br /> Language and Mind Cambridge 2006 1 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Aktiv/Passiv Chomsky Lyons I 258<br /> Aktiv/Passiv/Transformationsgrammatik/Chomsky/Lyons: obwohl Subjekt und Objekt vertauscht werden, herrscht zwischen den beiden entsprechenden Sätzen in der Tiefenstruktur Identität oder Ähnlichkeit. Dies ist aber auch die Voraussetzung, dass man die Vertauschen von Subjekt und Objekt überhaupt feststellen kann. <br /> Problem: es herrscht Uneinigkeit darüber, ob hier Dissimilation herrscht oder nicht. <br /> Bsp Angenommen, the shooting of the hunters sei nicht mehrdeutig. <br /> Problem: dann würden wir immer noch von der Grammatik verlangen, dass sie <br /> a) Zwischen the shooting of the hunters und dem transitiven Satz NP1 shoot the hunters sowie <br /> b) Zwischen the hunters shooting und dem intransitiven the hunters shoot Beziehungen herstellt. <br /> Lyons I 261<br /> Aktiv/Passiv/Transformationsgrammatik/Chomsky/Lyons: (N. Chomsky, Syntactic Structures, Berlin, New York 1957)<br /> Passiv (fakultativ)<br /> <br /> Strukturelle Beschreibung: NP – Aux – V NP<br /> Strukturelle Veränderung: X1 – X2 - X3 – X4 > X4 – X2 + be + en – V – by + X1<br /> <br /> (Schreibweise: Verkettung: manchmal „+“, manchmal “–„ (wird hier nicht erklärt). <br /> Anders: (formal ungenauer): <br /> <br /> NP1 – Aux – V – NP2 > Aux + be + en – V – by + NP1<br /> <br /> T-Regel : enthält also zwei Teile: die Beschreibung (Analyse, Schreibweise: SA, SB) und die Veränderung (structural change, Schreibweise: SC, SV). <br /> T-Regeln werden per definitionem nur in Ketten wirksam, die mit Hilfe der in ihrer strukturellen Beschreibung angegebenen Elemente analysierbar sind. <br /> Transformation: ihr Ergebnis ist genau das, was in der alternativen Darstellung (s.o.) der Regel schon beschrieben wurde: <br /> <br /> NP1 – Aux – V – NP2 > Aux + be + en – V – by + NP1<br /> <br /> Was bedeutet es, dass die Kette mittels vier Elementen (NP, Aux, V und NP) analysierbar ist ?<br /> I 262<br /> Folgende Ketten ergaben sich aus den Regeln: <br /> aus (1): NP + VP<br /> (2): NP + Verb + NP<br /> (3) : NP sing + Verb + NP sing<br /> (4): T + N + 0 + Verb + T + N + 0<br /> (6): T + N + 0 + Aux+ V + T + N + 0<br /> (7) T + N + 0 + C + M + have + en + V + T ü N + 0.<br /> <br /> Regel (3) n d(4) wurden zweimal angewendet (4), weil NP sing f beide Position in der Ausgabe von Regel(2) gewählt wurde. <br /> Regel (5) war nicht anwendbar. <br /> Regel (7): in ihr wurde Au durch C + M + have + en ersetzt. <br /> Die Ausgabe von (7) ist eine Kernkette jenes Typs der einander entsprechenden Aktiv- und Passivsätzen Bsp The man will have read the book und The book will have been read by the man zugrunde liegt. <br /> Passivtransformation: wenden wir jetzt auf die Kette an: wobei keins der Elemente, die in SB in Bezug auf die Passivtransformation angegeben wurden, in der Kernkette vorkommt. <br /> Außerdem sind wir bei keiner Stufe der Ableitung der Kernkette durch die PS- Regeln auf die Kette NP + Aux + V + Np gestoßen. Deshalb gehen wir die Regeln noch mal durch, um die Konstituentenstruktur der gewünschten Kernkette zu erzeugen: <br /> <br /> Mittels Regel<br /> (1): ∑ (NP + VP)<br /> (2): ∑ (NP + VP)(Verb + NP))<br /> (3): ∑ (NP (NP sing) + VP(Verb + NP(NP sing)))<br /> (4): ∑ (NP (NP sing (T + N + 0)) + VP(Verb + NP(NP sing(T + N + 0))))<br /> (6): ∑ (NP (NP sing (T + N + 0)) + VP(Verb (Aux + V)+ NP(NP sing(T + N + 0))))<br /> (7): ∑ (NP (NP sing (T + N + 0)) + VP(Verb (Aux (C + M + have + en) + V)+ NP(NP sing(T + N + 0)))).<br /> Das ist die Konstituentenstruktur, die Sätzen wie Bsp The man will have read the book und The book will have been read by the man zugrunde liegt. (aktiv/passiv). <br /> Lyons I 262<br /> Def Phrase-Marker/P-Marker/Grammatik/Chomsky/Lyons: wird eine Kette mit Konstituentenklammerung und mit Klammerindizes (labelled-bracketing) dargestellt, spricht man von einem Formationsmarker oder P-Marker. <br /> Def Klammerindex: labelled-bracketing/Terminologie: Bezeichnung eins Knotens im Baumdiagramm oder Symbol vor einer Klammer. <br /> I 263<br /> Def Dominieren/Dominanz/Chomsky/Lyons: ein Symbol dominiert einen ganzen Klammerausdruck, wenn die Klammer in dem P-Marker unmittelbar nach diesem Symbol geöffnet wird. Im Baumdiagramm: dominiert das Symbol alles, was sich on dem Knoten herleitet, der durch das Symbol bezeichnet wird. <br /> Def (strukturelle) Analysierbarkeit/Grammatik/Chomsky/Lyons: (ist ein Bedingung der Anwendung von T-Regeln): wenn eine Kette ohne Restelemente in Subketten zerlegbar ist, von denen jede von einem Symbol dominiert wird, das in der SB der T-Regel gegeben ist, dann genügt die Kette den durch die strukturelle Beschreibung (SB) definierten Bedingungen.<br /> <br /> Passivtransformation/Chomsky/Lyons: (ist fakultativ) sieht dann so aus: <br /> <br /> {T + N + 0} + {C + M + have + en} + {V} + {T + N + 0}<br /> <br /> NP1 - Aux - V - NP2<br /> <br /> Transformation: durch die Operation der eigentlichen T-Regel (in SV) ergibt sich als Ausgabe eine weitere Kette (keine Kernkette mehr), die dann mit ihrem P-Marker zur Eingabe für weitere T-Regeln dient. 2 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Angeborenes Chomsky Katz I 380 <br /> Angeborene Ideen: sind die Crux des Streits zwischen Empiristen und Rationalisten. 3 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Denken Chomsky McGinn I 19f<br /> Chomsky These: Reichhaltigkeit in einer Richtung geht mit Dürftigkeit in anderer Richtung einher und umgekehrt. McGinn pro. 4 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Einfachheit Chomsky I 295<br /> Einfachheit/Chomsky: die Mathematik hat keinen Begriff der "Leichtigkeit" einer Rechnung - dazu brauchte man ein optimales Rechenverfahren. <br /> I 305 <br /> Chomsky bezieht sich auf Auswahl zwischen Grammatiken, nicht zwischen Theorien - Einfachheit der Grammatik wäre empirisch wie eine physikalische Konstante. 5 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Erklärungen Chomsky Strawson VI 392<br /> Erklärung/Chomsky: Chomsky gibt zu, dass eine "deskriptiv-adäquate" Grammatik noch nicht "erklärungs-adäquat" sein muss. - Wir brauchen noch eine Theorie linguistischer Universalien und warum gerade unsere Grammatik ausgewählt wurde. 6 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Form Chomsky I 310<br /> Chomsky: ist interessiert daran, ob es "Ideen u Prinzipien" gibt, die die Form der erworbenen Kenntnis determinieren (rationalistische Variante) oder die Struktur des Aneignungmechanismus auf einfache Verarbeitungsmechanismen beschränkt ist (empiristische Variante, ChomskyVs). - Empirismus/Chomsky: ist nicht so wichtig. 7 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Glau Chomsky I 290<br /> Glau/ChomskyVsGoodman: Glauheit ist ein Randproblem - die Ausgangsfrage ist zu vage. - Man kann problemlos eine Eigenschaft der Sprache "Grotrün" finden, die nicht Eigenschaft einer "Sprache wie Deutsch" ist. - Bsp das Prädikat "sich gleichen", nur eben auf Objekte anstatt auf Qualia angewandt. - Chomsky: es gibt keinen Zeitpunkt t, derart, dass wir von den Gegenständen vorhersagen können, dass sie sich nicht gleichen werden. - Sie könnten sich gleichen, wenn beide grün sind. - Es ist eine Eigenschaft natürlicher Sprachen, dass sie sich eher wie Deutsch als wie "Grotrün" verhalten. - Aber Sprachbegriffe wie "Deutsch" sind zu vage, um Goodmans Kriterium zu genügen. - Wir können nicht erklären, warum der Lernende nicht grot als Generalisierungsbasis erwirbt. - Das folgt sicher aus dem sensorischen System. 8 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Grammatik Chomsky Searle VIII 414<br /> ChomskyVsStrukturalismus: Phrasenstrukturregeln allein können Zweideutigkeiten nicht klären. - Bsp aktiv/passiv - Lösung/Chomsky: Transformationsregeln, transformieren Phrase-Marker durch Permutation, Insertion, Tilgung von Elementen in andere Phrase-Marker. - Dann besteht die Syntax aus zwei Komponenten: Basis und Transformation. <br /> VIII 418<br /> Tiefenstruktur/Chomsky: bestimmt die Bedeutung - Oberflächenstruktur: bestimmt die Lautgestalt (Spätwerk: Oberflächenstruktur bestimmt teilweise auch die Bedeutung). - Syntax/Chomsky: ist von Semantik zu trennen. - (laut Searle): der Mensch ist ein syntaktisches Lebewesen, das Gehirn ist syntaktisch.<br /> VIII 421 <br /> SearleVsChomsky: daraus würde folgen, dass wenn der Mensch eines Tages syntaktisch geänderte Formen hätte, er gar keine Sprache mehr hätte, sondern etwas anderes.<br /> VIII 421<br /> Generative Grammatik/JungtürkenVsChomsky: Semantik ist entscheidend für die Bildung syntaktischer Strukturen. 9 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Ideen Chomsky Katz II 380 <br /> Angeborene Ideen sind die Crux des Streits zwischen Empiristen und Rationalisten. 10 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Kompetenz Chomsky I 307<br /> Kompetenz/ChomskyVsHarman: ich habe nicht behauptet, dass sie im "Wissen-dass" bestehen, dass die Sprache durch die Regeln der Grammatik beschrieben wird - Kompetenz/ChomskyVsHarman: keine Menge von Gewohnheiten, keine Beziehung zur Fähigkeit des Fahrradfahrers (der automatisch an den Ampeln anhält). - Stattdessen die Beherrschung der generativen Grammatik - (nichtformuliertes Wissen) - weniger als die Fähigkeit, eine Sprache zu sprechen. <br /> - - - <br /> Searle VIII 404<br /> Kompetenz/Performanz/Chomsky: These: Performanz ist nur die Spitze des Eisbergs der Kompetenz.<br /> Searle VIII 437 <br /> SearleVsChomsky: die Unterscheidung ist verfehlt: er nimmt an, dass eine Theorie der Sprechakte eher eine Theorie der Performanz als eine der Kompetenz sein muss. - Er sieht nicht, dass Kompetenz letztlich Performanz-Kompetenz ist - ChomskyVsSprechakttheorie: Chomsky vermutet hinter ihr den Behaviorismus. SearleVs: das trifft nicht zu, weil die Sprechakttheorie Intention involviert.<br /> Searle VIII 409<br /> Chomsky: neu: der Untersuchungsgegenstand ist die Sprachkenntnis - alt: wahllose Mengen von Sätzen, Klassifikationen. ChomskyVsStrukturalismus: eine Theorie muss erklären können, welche Ketten Sätze darstellen und welche nicht. <br /> VIII 414 <br /> SearleVsChomsky: nicht klar, wie die grammatische Theorie die Kenntnis des Sprechers liefert. 11 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Konstanten Chomsky Lyons I 266<br /> Konstituentenstrukturregel/Transformationsregel/Konstante/Variable/Chomsky/Lyons: wenn die Formalisierung eines Systems vorsieht, dass die T-Regeln nach den PS-Regeln (Phrasenstrukturregeln) kommen (wie in N. Chomsky, Syntactic Structures, Berlin, New York 1957) müsste eine Konstituentenstrukturregel als T-Regel neu klassifiziert werden. Das ist möglich, da eine Konstante immer als Variable mit nur einem Wert betrachtet werden kann. <br /> Das zeigt wiederum die Heterogenität der T-Regeln. <br /> 12 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Kriterien Chomsky II 345<br /> Kriterien/mentale Zustände/Wittgenstein: mentale Zustände bzw. die "inneren Funktionsweisen des Geistes" liefern kein Kriterium für den richtigen Gebrauch eines Ausdrucks. <br /> II 346 <br /> ChomskyVsWittgenstein: dabei geht es aber gar nicht um eine "richtige Behauptung" z.B. ob jemand liest, sondern um eine berechtigte Behauptung. - Bsp Fata morgana: kann eine berechtigte (falsche) Behauptung provozieren. 13 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Künstliche Intelligenz Chomsky Putnam III 29/30<br /> Künstliche Intelligenz/KI/Chomsky: Chomsky hält das Computermodell des Geistes für richtig, zweifelt aber am Erfolg der Künstlichen Intelligenz. 14 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Methode Chomsky I 278<br /> Methode/Theorie/Chomsky: Voraussetzung; wir müssen das, was die Person rezipiert, beschreiben können - das Perzept ist selbst ein Konstrukt erster Ordnung - seine Eigenschaften werden Experiment bestimmt - Grammatik: Konstrukt zweiter Ordnung - dazu muss man von den anderen Faktoren abstrahieren, die bei Gebrauch und Verstehen der Sprache beteiligt sind und sich auf internalisierte Kenntnis des Sprechers beziehen - VsBehaviorismus: schließt den Begriff dessen "was wahrgenommen wird" und "was man lernt" von vornherein aus.<br /> I 297ff<br /> Methode/Theorie: PutnamVsChomsky: bestimmte Mehrdeutigkeiten können erst durch Routine entdeckt werden, daher ist ihre postulierte Erklärung durch Chomskys Grammatik nicht so beeindruckend - ChomskyVsPutnam: das mißversteht er, in Wirklichkeit bezieht sich das auf Kompetenz und nicht auf Performanz - Routine spielt hier keine Rolle, sondern die inhärente Korrelation von Laut und Bedeutung.<br /> I 303 <br /> Chomsky: meine universale Grammatik ist keine "Theorie des Spracherwerbs", sondern ein Element davon - meine These ist ein "Alles-auf-einmal-Vorschlag" und versucht nicht das Zusammenspiel zu erfassen zwischen dem vom Kind konstruierten tentativen Hypothesen und neuen, damit interpretierten Daten.<br /> - - - <br /> II 315f<br /> Methode/Theorie/Chomsky: "Assoziation", "Verstärkung", zufällige Mutation": verbergen unser Nichtwissen - (s) es kann auch etwas Unähnliches assoziiert werden.<br /> II 321<br /> Methode/Theorie/ChomskyVsQuine: sein Begriff der "Verstärkung" ist nahezu leer - wenn zum Lernen Verstärkung benötigt wird, läuft das darauf hinaus, dass Lernen nicht ohne Daten vonstatten gehen kann.<br /> II 323 <br /> Sprachlernen/ChomskyVsQuine: erklärt er nicht: wenn nur Assoziation und Konditionierung, dann resultiert bloß eine endliche Sprache.<br /> II 324 <br /> VsQuine: Begriff der Wahrscheinlichkeit eines Satzes ist leer: dass ich einen bestimmten deutschen Satz äußere, ist genauso unwahrscheinlich, wie ein bestimmter japanischer Satz von mir. 15 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Oberflächenstruktur Chomsky I 269f<br /> Oberflächenstruktur/Chomsky: Feststellung einer Hierarchie von Satzteilen, die zu bestimmten Kategorien gehören: Nominalphrase, Verbalphrase, Adjektivphrase usw. Bsp John ist certain that Bill will leave - John ist certain to leave: ähnliche Oberflächenstruktur, verschiedene Tiefenstruktur.<br /> I 273<br /> Oberflächenstruktur/Chomsky: Annahme: sie trägt nichts zur Bedeutung bei - welchen Beitrag ein Ausdruck zum Satz beiträgt, regelt die Tiefenstruktur (><a href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Kompositionalit%C3%A4t">Kompositionalität</a>). - ChomskyVs analytische Philosophie: wenn unterschiedliche Intensionen nach Substitution die Bedeutung ändern sollten, müsste es einen entsprechenden Unterschied in der TS geben, das ist unwahrscheinlich. 16 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Regeln Chomsky Lyons I 259<br /> Phrasenstruktur-Regeln/PS-Regeln/Chomsky: (N. Chomsky, Syntactic Structures, Berlin, New York 1957):<br /> (1) S > NP + VP<br /> (2) VP > Verb + NP<br /> (3) NP > NP sing<br /> oder<br /> NP plur<br /> (4) NP sing > T * N + 0 (null)<br /> (5) NP plur > T + N + s<br /> (6) Verb > Aux + V<br /> (7) Aux > C(M) (have + en) (be + ing) (M = Hilfsverb)<br /> <br /> I 260<br /> Lexikalische Substitution/Lyons: haben wir hier übergangen, stattdessen <br /> Lexikon/Chomsky: Bsp<br /> T = {the}<br /> N = {man, ball,…}<br /> V = {hit, take, walk, read,…}<br /> M = {will, can, shall, must}<br /> <br /> Regel (7): entwickelt Aux in eine Kette mit bis zu vier Elementen. Von diesen ist C obligatorisch, (seine Aufgabe, Kongruenzverhältnisse zu regeln, wird durch eine Transformationsregel interpretiert). Die anderen Regeln auf der rechten Seite von (7) sind fakultativ. Jedes Element ist unabhängig von den beiden anderen. <br /> Die Ausgabe von Regel (7) wird daher (in der Position von Aux bei der Ausgabe von regel (6)) eine der folgenden acht Ketten enthalten: <br /> <br /> (1) C<br /> (2) C + M<br /> (3) C + have + en<br /> (4) C + be + ing<br /> (5) C + M + have + en<br /> (6) C + M + be + ing<br /> (7) C + have + en + be + ing<br /> (8) C + M + have + en + be + ing<br /> <br /> Def Kernkette/Transformationsgrammatik/Chomsky/Lyons: das ist die Ausgabe von PS-Regeln (kernel string). <br /> Def Kernsatz/kernel sentence): ist jeder Satz, der ohne Anwendung irgendwelcher fakultativen Transformationen aus einer einzigen Kernkette erzeugt wird. <br /> <br /> Transformationsregeln/Chomsky: kein Satz wird ohne Anwendung einer zumindest beschränkten Anzahl von obligatorischen T-Regeln erzeugt. Es ist falsch (wie häufig angenommen wird) dass Kernsätze allein durch PS- Regeln erzeugt würden. <br /> I 264<br /> T-Regeln/Chomsky/Lyons: sind uneinheitlich (heterogen). Die Konstruktion selbst einer partielle Transformationsgrammatik für eine Sprache ist eine ungeheuer komplexe Angelegenheit. Viele Faktoren beeinflussen die Entscheidung, ob auf ein bestimmtes Element besser eine T-Regel oder eine Basis-Regel (PS-Regel, Konstituentenstruktur-Regel) angewendet wird. <br /> T-Regeln: nicht alle sind ihrer eigentlichen Natur nach transformationell!<br /> Transformationell: zwei Kriterien für „inhärent“ transformationelle Regeln:<br /> 1. Jede Regel, die den einer Konstituentenstrukturregel auferlegten Bedingungen nicht entspricht, ist transformationell. (s.o. 229).<br /> I 265<br /> 2. Def T-Regel: ist diejenige, die in der Symbolkette links vom Ersetzungspfeil zumindest ein als Variable fungierendes Symbol enthält, das als Wert irgendeine aus der ganzen Klasse von Subketten, die von diesem Symbol im P-Marker dominiert werden, annimmt. Dieser P-Marker gehört zu der als Regeleingabe dienenden Kette. <br /> Bsp alle Symbole (außer V) sind in der SB der obigen Passivtransformation, in diesem Sinn Variable: <br /> <br /> SB: NP - Aux – V – NP<br /> <br /> V : ist dagegen eine Konstante : sie ist ein Endsymbol, das keine andere Subkette als sich selbst dominiert (« Eigendominanz » ist hier also ein formales Erfordernis des Systems). <br /> Transformation/Chomsky: für ihre Definition ist die Unterscheidung Konstante/Variable grundlegend. <br /> 17 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Semantik Chomsky I 272<br /> Semantik/Chomsky: hier helfen die Oberflächenstrukturen kaum, die Tiefenstruktur umso mehr.<br /> Strawson V 393<br /> StrawsonVsChomsky: beschäftigt sich kaum mit Semantik - sein Lexikon enthält viel weniger Einträge als unsere Wörterbücher. 18 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Sprache Chomsky I 279ff<br /> Sprache/Chomsky: hat abgesehen von ihrer mentalen Repräsentation keine objektive Existenz. Daher brauchen wir hier nicht zwischen "Systemen von Überzeugungen" und "Wissen" zu unterscheiden.<br /> <br /> II 319<br /> Sprache/ChomskyVsQuine: Quine muss Sprache und Theorie trennen - sonst könnten zwei Sprecher derselben Sprache keine Meinungsverschiedenheiten haben.<br /> II 330<br /> Sprache/Chomsky/Quine: kein Rahmen einer tentativen Theorie wie bei der Physik - mehrere analytische Hypothesen nicht nur möglich sondern sogar notwendig - ChomskyVsQuine: Vs "Eigenschaftsraum": nicht sicher ob die Begriffe der Sprache mit physikalischen Dimensionen erklärt werden können - Aristoteles: eher mit Handlungen verknüpft - VsQuine: es ist nicht evident, dass Ähnlichkeiten in einem Raum lokalisierbar sind - es geht um Prinzipien, nicht "gelernte Sätze".<br /> II 333 <br /> VsQuine: kann nicht von "Dispositionen zur Reaktion" abhängig sein, sonst wären Stimmungen, Augenverletzungen, Ernährungsstand usw. zu maßgeblich.<br /> II 343 <br /> Sprache muss vielleicht gar nicht gelehrt werden.<br /> - - - <br /> Graeser I 121f<br /> Sprache/ChomskyVsGrice: Frage: sollte der Hauptaspekt wirklich Kommunikation sein? - Searle: eher Repräsentation, aber nicht als Gegensatz.<br /> Meinen/VsGrice: die meisten Sätze einer Sprache sind niemals geäußert worden, daher kann schwerlich jemand jemals etwas mit ihnen gemeint haben.<br /> Bedeutung/VsGrice: Sprecherbedeutungen können wir überhaupt nur ausfindig machen, weil wir wissen, was der Satz bedeutet. - Schüler von Grice: Strawson und Searle.<br /> - - -<br /> Münch III 320<br /> Sprache/Chomsky/Holenstein: ist keine natürliche Art.<br /> <br /> <br /> Elmar Holenstein, Mentale Gebilde, in: Dieter Münch (Hg) Kognitionswissenschaft, Frankfurt 1992 19 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Spracherwerb Chomsky 20 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Strukturen Chomsky Lyons I 259<br /> Chomsky: (N. Chomsky, Syntactic Structures, Berlin, New York 1957): These: Die Vorstellung von der Konstituentenstruktur (Formationsstruktur) entsprechen durchaus einem beschränkten Ausschnitt der Sprache und der Rest der Sprache kann dadurch abgeleitet werden, dass eine ziemlich einfache Klasse von Transformationen wiederholt auf die von der Konstituentenstrukturgrammatik gegebenen Ketten angewendet wird,. Würden wir die Konstituentenstrukturgrammatik so erweitern, dass sie die gesamte Sprache direkt beschriebe, würden wir die Einfachheit aufgeben. <br /> Syntax/Chomsky: sollte in zwei Teile geteilt werden: <br /> 1. Basiskomponente: Konstituentenstrukturkomponente (phrase-structur component, base component, Phrasenstrukturkomponente, Phrasenstruktur-Regeln (PS-Regeln) ((s) Konstituenten).<br /> 2. Transformationskomponente (tranfsormational component) mit Zusatzregeln. <br /> Transformationsregeln/Chomsky: die gesamten Transformationsregeln sollte man als Zusatzregeln auffassen.<br /> 21 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Synonymie Chomsky II 335<br /> Synonymie/ChomskyVsQuine: falsche Idealisierung: nicht "Gleichheit in den Bedingungen" verursachen synonyme Äußerungen und auch nicht Behauptbarkeitsbedingungen (Umstände). Stattdessen geht es um die Unterscheidung von langue und parole, zwischen Kompetenz und Performanz. 22 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Terminologien Chomsky Lyons I 262<br /> Def Phrase-Marker/P-Marker/Grammatik/Chomsky/Lyons: wird eine Kette mit Konstituentenklammerung und mit Klammerindizes (labelled-bracketing) dargestellt, spricht man von einem Formationsmarker oder P-Marker. <br /> Def Klammerindex: labelled-bracketing/Terminologie: Bezeichnung eins Knotens im Baumdiagramm oder Symbol vor einer Klammer. <br /> I 263<br /> Def Dominieren/Dominanz/Chomsky/Lyons: ein Symbol dominiert einen ganzen Klammerausdruck, wenn die Klammer in dem P-Marker unmittelbar nach diesem Symbol geöffnet wird. Im Baumdiagramm: dominiert das Symbol alles, was sich on dem Knoten herleitet, der durch das Symbol bezeichnet wird. <br /> Def (strukturelle) Analysierbarkeit/Grammatik/Chomsky/Lyons: (ist ein Bedingung der Anwendung von T-Regeln): wenn eine Kette ohne Restelemente in Subketten zerlegbar ist, von denen jede von einem Symbol dominiert wird, das in der SB der T-Regel gegeben ist, dann genügt die Kette den durch die strukturelle Beschreibung (SB) definierten Bedingungen.<br /> <br /> Passivtransformation/Chomsky/Lyons: (ist fakultativ) sieht dann so aus: <br /> <br /> {T + N + 0} + {C + M + have + en} + {V} + {T + N + 0}<br /> <br /> NP1 - Aux - V - NP2<br /> <br /> Transformation: durch die Operation der eigentlichen T-Regel (in SV) ergibt sich als Ausgabe eine weitere Kette (keine Kernkette mehr), die dann mit ihrem P-Marker zur Eingabe für weitere T-Regeln dient. 23 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Tiefenstruktur Chomsky I 269f<br /> Oberflächenstruktur/Chomsky: Feststellung einer Hierarchie von Satzteilen, die zu bestimmten Kategorien gehören: Nominalphrase, Verbalphrase, Adjektivphrase usw. Bsp John ist certain that Bill will leave - John ist certain to leave: ähnliche Oberflächenstruktur, verschiedene Tiefenstruktur.<br /> I 273<br /> Oberflächenstruktur/Chomsky: Annahme: sie trägt nichts zur Bedeutung bei. - Welchen Beitrag ein Ausdruck zum Satz beiträgt, regelt die Tiefenstruktur (><a href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Kompositionalit%C3%A4t">Kompositionalität</a>). <br /> ChomskyVsAnalytische Philosophie: wenn unterschiedliche Intensionen nach Substitution die Bedeutung ändern sollten, müsste es einen entsprechenden Unterschied in der Tiefenstruktur geben, das ist unwahrscheinlich.<br /> I 276f<br /> Tiefenstruktur/Chomsky: spielen in der mentalen Repräsentation von Sätzen eine Rolle. 24 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Transformationsgrammatik Chomsky Chomsky I 271<br /> Chomsky These: in jeder Sprache werden Oberflächenstrukturen durch "grammatische Transformation" aus "Tiefenstrukturen" erzeugt. <br /> Def Transformation: Abbildung einer indizierte Klammerung auf eine indizierte Klammerung <br /> Bsp [S[NPJohn][VP is [AP certain][VP...] <br /> Tiefenstruktur: selbst eine indizierte Klammerung - die unendlich große Klasse der Tiefenstrukturen wird von Basisregeln spezifiziert - TS: Subjekt und Prädikat können verwechselt werden - Tiefenstrukturen sind in ihrer Varianz eingeschränkt. <br /> Chomsky I 296<br /> Transformation/Grammatik/ChomskyVsPutnam: die Transformationen sind nicht Regeln sondern Operationen - (zur Bildung von Oberflächenstruktur aus der Tiefenstruktur).<br /> - - - <br /> Strawson VI 395<br /> TransformationsgrammatikVs traditionelle Grammatik: sie sei zu unsystematisch, es ist keine Erklärung mit den traditionellen Begriffen "Verb", "Nomen", "Objekt" möglich. - Transformationsgrammatik Vs formale Logik.<br /> Strawson VI 397 <br /> Grammatik/Strawson: muss zwischen wesentlichen und nichtwesentlichen Verbindungen unterscheiden.<br /> - - - <br /> Lyons I 269<br /> Generalisierte Transformation/Chomsky/Lyons: bisher hatten wir nur eine Endkette als Eingabe in die Transformationskomponente. Das System ermöglicht jedoch auch die Kombination von zwei oder mehr Endketten (durch aufeinanderfolgende Verkettung von Kettenpaaren= durch fakultative generalisierte Transformationen, Diese nennt man auch<br /> Def Transformationen mit doppelter Basis/double-based/Chomsky/Lyons: wenn zwei oder mehr Endketten als Eingabe für die Transformation dienen. = „verallgemeinerte Transformation“). <br /> <br /> Transformation/Chomsky/Lyons: hier gibt es zwei Klassen:<br /> a) Einbettungsregeln <br /> b) Konjunktionsregeln. <br /> Tradition/Lyons: das entspricht nicht ganz der traditionellen Unterscheidung von Satzgefüge und Satzreihe. <br /> Lyons I 269<br /> Oberflächenstruktur/Lyons: Bsp flying planes hat dieselbe Oberflächenstruktur/ wie Bsp supersonic planes (Adjektiv + Nomen). <br /> Tiefenstruktur: Bsp flying planes steht in transformationeller Beziehung zu der TS von Bsp planes fly und zu planes are flying. <br /> Grammatik: erzeugt also eine Matrix-Kette (matrix-string) der Form NP – be – A) und eine Konstituentenkette (constituent string) der Form NP – V intr. <br /> Lyons I 269<br /> Einbettung/Einbettungsregeln/Chomsky/Lyons: wurden in „Syntactic Structures“ (N. Chomsky, Syntactic Structures, Berlin, New York 1957) bloß angedeutet. Das Wesentliche ist, dass eine eingebettete Struktur <br /> Lyons I 270<br /> das Transform einer Kette ist, die auch die zugrundeliegende Struktur eines ganzen Satzes sein könnte, die aber als Konstituente eines anderen Satzes fungiert. Es ist ein Satz in einem anderen Satz. <br /> Der P-Marker der von S dominierten Matrixsatzes enthält daher ein anderes S, das hinsichtlich der Funktion die der Konstituentensatz in der Gesamtstruktur innehat, durch das entsprechende Symbol dominiert wird. <br /> Def clause/Terminologie/Linguistik/Lyons: Teilsatz<br /> Def phrase/Terminologie/Linguistik/Lyons: Wortkomplex. <br /> Konjunktionstransformation: verbindet dagegen auch Sätze innerhalb eines größeren Satzes. Dabei wird aber kein Satz untergeordnet sondern beide bewahren ihren Satzstatus. Der P-Marker für den größeren Satz wird also zwei (oder mehr) miteinander koordinierte ∑ unter dem obersten ∑ enthalten. <br /> Transformationsgrammatik/Chomsky/Lyons: verbindet eigentlich nicht Sätze, sondern die den Sätzen zugrundeliegenden Strukturen.<br /> 25