1.1 17 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Dennett I 262<br /> Darwinismus/Dennett: Die Regel des Lokalen ist ein Grundprinzip des Darwinismus. Es entspricht dem Prinzip, dass es keinen Schöpfer, keine intelligente Weitsicht gibt. 1 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus McGinn II 98<br /> Design-Argument/William Paley: Organismen weisen ein brillantes Design auf: Wir haben sie nicht entworfen, also müssen wir annehmen, dass eine fremde Intelligenz das getan hat. Nennen wir diese Intelligenz "Gott". Also existiert Gott. <br /> II 98<br /> DarwinVsPaley: intelligentes Design setzt keinen Schöpfer voraus. Es genügt Selektion.<br /> II 99<br /> Geist/Bewusstsein/Evolution/McGinn: die Evolution erklärt das Bewusstsein nicht! auch nicht Empfindung. <br /> II 100<br /> Grund: Empfindung und Bewusstsein lassen sich mit den Mittel der Darwinschen Prinzipien und der Physik nicht erklären, denn wenn die Selektion erklären will, wie Empfindungen durch sie entstehen sollen, muss es möglich sein, Geist aus Materie zu formen. <br /> ((s) Das Bewusstsein oder die Empfindung müsste für die Selektion sichtbar sein.) (Ähnlich GouldVsDawkins). 2 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Popper Mayr I 87<br /> Darwinismus/PopperVsDarwinismus: (Popper 1974): "keine überprüfbare Theorie, sondern eine metaphysisches Forschungsprogramm...." Diese Einschätzung wurde später von Popper widerrufen. ><a href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Darwinismus">Darwinismus</a>, ><a href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Evolution">Evolution</a>. 3 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Putnam 4 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Rorty 5 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Dawkins I 40<br /> Darwinismus/Dawkins: In Wirklichkeit ist das "Überleben des Bestangepassten" ein Sonderfall des Gesetzes vom Fortbestand des Stabilen.<br /> I 373<br /> Gen/Darwinismus: Der Darwinismus pricht über das Überleben von Individuen als Ganzen. Hier verschwindet das Paradox, dass ein Gen evtl. gegen ein Individuum agieren könnte. Was gut für das Überleben ist, ist gut für alle Gene. 6 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Eigen I 188<br /> Darwin/Leben/Eigen: Darwins Lehre sollte nicht als Darwinismus bezeichnet werden, sie ist auf fundamentale Prinzipien zurückführbar! Dort wo die Randbedingungen erfüllt sind, ist es ein Gesetz. (><a href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Theorien">Theorie</a>, ><a href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/gesamtliste.php?thema=Gesetze">Gesetze</a>). 7 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Gould I 70<br /> Darwin/Gould: Darwins Theorie der Selektion stellt eine schöpferische Übertragung von Adam Smiths grundlegender These von einer rationalen Ökonomie auf die Biologie dar: Das Gleichgewicht und die Ordnung entstehen nicht durch eine höhere, von außen kommende (göttliche) Macht, oder das Vorhandensein von Gesetzen, die unmittelbar auf das Ganze einwirken, sondern durch Kampf zwischen Individuen um ihren eigenen Vorteil. (Moderne Variante: Kampf um eine Übermittlung ihrer Gene an kommende Generationen durch einen besonderen Erfolg bei der Fortpflanzung).<br /> - - - <br /> II 9<br /> Darwinismus/Adaption/Gould: Darwins Jünger entwarfen später eine Version seiner Theorie, die weit enger gefasst war, als Darwin selbst das je zugelassen hätte: Dieses "adaptionistische Programm" bezog die Evolution auf jedes einzelne Körperteil und ließ außer Acht, dass Organismen integrierte Gebilde sind, deren Entwicklungsmöglichkeiten durch Vererbung begrenzt sind (GouldVs).<br /> II 11<br /> Dieser übertrieben strenge Darwinismus betont die überaus zahlreichen, kleinen zufälligen Variationen und schließt damit ein, dass die Makroevolution eine Summierung der unzähligen kleinen Schritte ist. <br /> Diese "extrapolationistische" Theorie sprach der Makroevolution jede Selbständigkeit ab.<br /> Sie spräche damit auch den anderen Ebenen, sowohl unterhalb (z.B. Gene) als auch oberhalb (Arten) jede direkte kausale Bedeutung ab.<br /> II 171<br /> Def Strenger Darwinismus/Gould: These: Alle Eigenschaften sind Adaptionen, und die gesamte Evolution sei ein Kampf ums Überleben auf der untersten Ebene zwischen allen Individuen. 8 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Kauffman I 27<br /> Evolution/KauffmanVsDarwin: nach seiner Theorie vollzieht sich die Evolution allein durch die schrittweise Ansammlung vorteilhafter Varianten.<br /> KauffmanVs: danach hätten die ersten Vielzeller sich auseinanderentwickelt! Das war offenbar nicht der Fall: eins der rätselhaftesten Merkmale der kambrischen Explosion ist, dass das taxonomische System gleichsam von oben nach unten aufgefüllt wurde.<br /> 9 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Mayr I 135<br /> Darwin/Wissenschaftstheorie/Mayr: man spricht von Darwins erster und zweiter Revolution.<br /> 1. Anerkennung einer Evolution durch gemeinsame Abstammung. <br /> a) Ersetze übernatürliche durch natürliche Erklärung, <br /> b) Ersetze das lineare Modell durch ein verzweigtes.<br /> 2.Natürliche Selektion: Widerlegung der Theorie der erworbenen Merkmale, Widerlegung der Mischvererbung, Entdeckung der Quelle genetischer Vielfalt (Mutation, genetische Rekombination, Diploidie).<br /> 10 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Nietzsche Pfotenhauer I 5<br /> Darwinismus/Evolution/Nietzsche/NietzscheVsDarwinismus/Pfotenhauer: Darwins Evolutionstheorie die die Selektion nach Maßgabe (…) von Selektionsleistungen an externe Bedingungen zum Prinzip macht, ist Nietzsche zuwider, ja verhasst: „[…]so lautet Diese Moral…die Mittleren sind mehr wert als die Ausnahmen“ ..“Gegen die Formulierung [dieser] Moral empöre ich mich […].“ Nachgel. Fragm, Frühjahr 1888., KGW VIII, S. S 95ff).<br /> - - - <br /> Danto III 197<br /> Darwinismus/NietzscheVsDarwinismus/Nietzsche/DantoVsNietzsche/Danto: Allzu oft verfällt Nietzsche in den dümmsten Fehlglauben des Darwinismus, indem er das Überleben mit Vortrefflichkeit gleichsetzt. Dabei übersieht er, was Th. H. Huxley schon feststellte:<br /> Evolution/Darwinismus/Huxley, T. H. .: die kleinste Veränderung in der chemischen Zusammensetzung unserer Atmosphäre genügt, damit womöglich nur ein paar Flechten überleben und so zu den Herren der Welt werden. <br /> Danto III 268<br /> Darwinismus/NietzscheVsDarwinismus/Nietzsche//Danto: Nietzsche war VsDarwin überzeugt, dass die Untauglichen überleben und die Tauglichen zugrunde gehen. <br /> Danto: abgesehen von dieser hartnäckigen Überzeugung, die von Huxleys berühmter Widerlegung ebenso leicht anzugreifen ist, wie ihre Kehrseite (Siehe <a href="https://www.philosophie-wissenschaft-kontroversen.de/details.php?id=1138294&a=$a&autor=Huxley&vorname=Thomas%20Henry&thema=Darwinismus">Darwinismus/Huxley, Th. H.) ist schwer ersichtlich, wieso Nietzsche sich selbst als Anti-Darwinisten verstanden wissen wollte.
Danto III 269
Überleben/Nietzsche: Ob man sich selbst erhält oder nicht, hat nach Nietzsche nichts mit der blinden Ausübung des Willens zur Macht zu tun, der ja jedes Ding in jedem Augenblick kennzeichnet. Etwas überlebt, insofern es siegreich aus dem Kampf der Willen hervorgeht; es kämpft jedoch nicht, um zu überleben – wenn schon, wäre es genau umgekehrt: „Vor allem will etwas Lebendiges seine Kraft auslassen – Leben selbst ist Wille zur Macht - : die Selbsterhaltung ist nur eine der indirekten und häufigsten Folgen davon. (F. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, KGW VI. 2, S. 21).
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info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Singer I 61<br /> Darwinismus/Tiere/P. Singer: es ist falsch, den Darwinismus zu bemühen, um menschlichen Verzehr von Tieren zu rechtfertigen. Erstens braucht der Mensch kein Fleisch um zu überleben. Zweitens ist nicht alles, was in der Natur angelegt ist, eine Verpflichtung: Bsp eine Frau kann jedes Jahr ein Kind gebären, das bedeutet aber nicht, dass es falsch ist, diesen Rhythmus nicht einzuhalten. <br /> 12 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Strauß Pfotenhauer IV 42<br /> Darwinismus/Strauß, Fr. D.: (D. Fr. Strauß, Der alte und der neue Glaube, 1872, 2. Auflage Leipzig, 1904, insbesondere S. 60ff) These: In Anlehnung an Darwin lasse sich zeigen, dass alles Geschehen immer schon eine Höherentwicklung sei, dass auch ohne einen vernunftbegabten Schöpfer die Welt einem kontinuierlich ausgeführten Gesamtplan folge. Denn auch in den blinden Naturereignissen und ärgsten Zufällen setze sich ja am Ende nur das Lebensfähigere und das heißt für Strauß auch das moralisch Bessere durch.<br /> Pfotenhauer IV 43<br /> NietzscheVsStrauss: Nietzsche erinnert demgegenüber an „die namenlosen Leiden der Menschheit“, die solche „wahrhaft ruchlose Denkungsart“ (F: Nietzsche, David Strauss der Bekenner und Schriftsteller, 6; Nietzsche KGW III, 1, S. 188) dieser „schamlose Philister-Optimismus“ (S. 187) ungewollt verhöhne. <br /> 13 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Huxley Danto III 197<br /> Darwinismus/NietzscheVsDarwinismus/Nietzsche/DantoVsNietzsche/Danto: Allzu oft verfällt Nietzsche in den dümmsten Fehlglauben des Darwinismus, indem er das Überleben mit Vortrefflichkeit gleichsetzt. Dabei übersieht er, was Th. H. Huxley schon feststellte:<br /> Evolution/Darwinismus/Huxley, T. H.: die kleinste Veränderung in der chemischen Zusammensetzung unserer Atmosphäre genügt, damit womöglich nur ein paar Flechten überleben und so zu den Herren der Welt werden. 14 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Koestler Gould I 40<br /> Darwinismus/Arthur KoestlerVsDarwinsmus: hat in seinen letzten Jahren einen Kampf gegen den von ihm missverstandenen Darwinismus gefochten. Er bringt das Beispiel einer sich zweimal, einmal auf dem Festland, einmal auf einer Insel vollzogen habenden Entwicklung. <SUP>(1)</SUP><br /> GouldVsKoestler: Die Antwort darauf muss heißen: dass man energisch bestreiten muss, dass hochgradig konvergente Lebewesen tatsächlich miteinander identisch sind.<br /> <br /> <br /> 1. A. Koestler,The Case of the Midwife Toad, London, NY 1971. 15 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Wawilow Gould II 132ff<br /> Darwinismus/Variation/Evolution/Vavilov/Gould: Vavilov hatte Samen verschiedenster Rassen von Weizen Gerste, Hafer und Hirse von verschiedensten Standorten gesammelt, und bemerkte, dass innerhalb der verschiedenen Arten einer Gattung, aber auch häufig innerhalb der Arten verwandter Gruppen auffallend ähnliche Reihen von Varietäten festgestellt werden konnten.<br /> Gesetz der Homologen Reihen in Variation/Vavilov: These: Die neuen Arten entstünden, indem sie genetische Unterschiede entwickelten, die eine Kreuzung mit verwandten Arten ausschlössen. <br /> Aber die neue Art ist nicht in allem genetisch von ihren Vorfahren verschieden. Die meisten bleiben unberührt. Die parallelen Abwandlungen stellen also das "zu Ende spielen" der gleichen genetischen Fähigkeiten dar, die als Blöcke von einer Art an eine andere vererbt werden.<br /> Gould: Eine solche These widerspricht Darwin nicht, da sie der Auslese eine wichtige Rolle einräumt.<br /> Die Variation ist nur das Rohmaterial. Sie entsteht in alle Richtungen und ist zumindest nicht in adaptiver Weise bevorzugt geordnet. Die Richtung wird langsam durch die natürliche Selektion festgelegt, indem die besser angepassten Generationen sich stärker vermehren. <br /> Sind die Möglichkeiten aber stark beschränkt und weist eine Art sie alle unter ihren verschiedenen Varietäten auf, dann kann diese Auswahl nicht allein durch Selektion erklärt werden. So setzt sich Vavilov von Darwin ab. <br /> VavilovVsDarwin: Variation findet nicht in alle Richtungen statt, sondern in Klassen geordnet, die denen der Chemie und Kristallographie analog sind.<br /> GoudlVsVavilov: Vavilov hat die kreative Rolle der Umwelt unterbetont.<br /> 16 info:srw/schema/1/dc-v1.1 XML Darwinismus Kropotkin Brocker I I26<br /> Darwinismus/Kropotkin: Kropotkin verstand sich als Darwinist, lehnte aber den Evolutionstheoretiker von dessen Schülern ab. Laut Kropotkin hatte Darwin „ganz recht, wenn er in den sozialen Eigenschaften des Menschen den Hauptfaktor für seine weitere Entwicklung sah, und Darwins vulgarisierende Nachfolger haben völlig unrecht, wenn sie das Gegenteil behaupten« <SUP>(1)</SUP>.<br /> VsKropotkin/VsSozialdarwinismus: 1. Beide machen sich des naturalistischen Fehlschusses schuldig: aus dem Sein ein Sollen abzuleiten. Darwin selbst versuchte dagegen nur, eine Beschreibung und Erklärung für das Entstehen und die Entwicklung des Lebens in der Natur zu liefern, und keine Handlungsanweisungen daraus abzuleiten. <br /> CantzenVsKropotkin: 2. Sowohl Kropotkin als auch der von ihm kritisierte Sozialdarwinismus treten mit dem Anspruch einer Naturwissenschaft auf und versuchen, gegenseitige Hilfe als ein Naturgesetz darzustellen. Kropotkin reflektiert nicht auf das Verhältnis von natürliche Anlage und sozialer Umwelt. Dieses stellt jedoch ein historisches Verhältnis dar und kein Naturgesetz. <SUP>(2)</SUP><br /> <br /> <br /> 1. Pjotr Alexejewitsch Kropotkin, Mutual Aid: A Factor of Evolution, London 1902. Dt.: Peter Kropotkin, Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt. Mit einem Nachwort neu herausgegeben von Henning Ritter, Frankfurt/M./Berlin/Wien 1975, S. 113.f. <br /> 2. Rolf Cantzen, Weniger Staat – mehr Gesellschaft. Freiheit – Ökologie – Anarchismus, Frankfurt/M. 1987 , S. 23.<br /> <br /> <br /> Armin Pfahl-Traughber Pjotr Alexejewitsch Kropotkin, Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt (1902) in: Brocker 2018. 17