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| Ästhetik: Ästhetik ist in der philosophischen Tradition allgemein die Lehre von der Wahrnehmung. Im engeren Sinn ist es die Untersuchung der Frage, warum wir gewisse Dinge schön bzw. hässlich finden. Hier werden geschichtliche Wandlungen ebenso berücksichtigt wie kulturelle Unterschiede. In der Moderne kommt die Fragestellung nach der aufklärerischen Wirkung und der gesellschaftlichen Gestaltungsmacht von Kunstwerken hinzu. Siehe auch Kunst, Kunstwerke, Schönheit, Wahrnehmung, Gesellschaft, Autonomie, Erkennen._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Friedrich Theodor Vischer über Ästhetik – Lexikon der Argumente
Pfotenhauer IV 100 Ästhetik/Vischer/NietzscheVsVischer/Pfotenhauer: Friedrich Theodor Vischer, der schon früh Nietzsches Abscheu erregt hatte als ein „namhafter Ästhetiker aus der Hegelschen Vernünftigkeits-Schule“(1) war bereits mit einer einschlägigen Schrift „Über das Erhabene und Komische“, 1837, hervorgetreten. In ihr ging es darum, wie das zunächst Unästhetische, das Hässliche, im Medium der Kunst aufgehoben werden könne. Vgl. >Ästhetik/Hegel. Als Herausforderung für die Ästhetik galt Vischer „das Interesse der Sinne“(2), die Disharmonie im „Streit empörter Kräfte“, die Herbheit des tragischen Zwiespalts (ebenda S. 69), aber auch das vereinzelte, die „stoffartigen Atome“, welche uns in ihrer „Massenhaftigkeit“ als Naturerfahrung gegenwärtig seien (ebenda S. 64). Die Frage war, wie diese, die ästhetische Harmonie gefährdenden Elemente bewältigt werden können. Lösung/Vischer: der Schlüssel für die Lösung des Problems liegt in Kants Bestimmung eben des Erhabenen. Das Erhabene beweise „ein Vermögen des Gemüts“, „das jeden Maßstab der Sinne übertrifft.“ (ebenda S. 71; zu Kants Kritik der Urteilskraft §25ff, S. 333ff, insbes. S 336). >Erhabenes. Erhabenes/Vischer: was unserer sinnlichen Einbildungskraft maßlos und ungeheuer erscheine, erwecke das Gefühl eines übersinnlichen Vermögens in uns. Das Endliche in seiner, den Sinnen inkommensurablen Gestalt müsse unser ästhetisches Empfinden nicht beleidigen, sondern könne in uns die Vorstellung vom Unendlichen ex negativo wachrufen. Das Hässliche wird zum bloßen Anlass. Schönheit/Vischer: Das Schöne treibe aus sich selbst Turbulenzen, „Gärungen“ (ebenda S. 69) hervor, um sich anlässlich seines eigenen Gegensatzes auf eine höhere Stufe heben zu können. Erhabenes/Vischer: das erhabene wird damit ein notwendiger und wesentlicher Bestandteil der Idee des Schönen. Es erweist dessen Steigerungsfähigkeit und Überlegenheit. NietzscheVsVischer/Pfotenhauer: Nietzsche konnte sich diese Zuversicht in das Verweisen und Transzendieren nicht zu eigen machen. 1. F. Nietzsche Unzeitgemäße Betrachtungen, 2, KGW III, 1, S. 167. 2. F. Th. Vischer, Über das Erhabene und Komische und andere Texte zur Ästhetik, (Ed.) Willi Oelmüller, Frankfurt/M. S. 71._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. "Vs" stellt inhaltliche Differenzen dar, nicht unbedingt den zeitlichen Verlauf einer Kontroverse. |
Vischer I Friedrich Theodor Vischer Über das Erhabene und Komische und andere Texte zur Ästhetik Frankfurt/M. 1967 Pfot I Helmut Pfotenhauer Die Kunst als Physiologie. Nietzsches ästhetische Theorie und literarische Produktion. Stuttgart 1985 |
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