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Ch.-L. de Secondat Montesquieu über Verfassung – Lexikon der Argumente

Höffe I 262
Verfassung/Montesquieu/Höffe: Montesquieu selbst vertritt weder eine strenge Teilung der Gewalten noch ihre exklusive Zuordnung zu je einem Staatsorgan: die Gesetzgebung zum Parlament, die Exekutive zur Regierung und die Rechtsprechung zum Gerichtswesen.
Zusätzlich zu den drei Gewalten hebt er drei soziale Kräfte (Volk, Erbadel und Erbkönig) und sieben Staatsorgane hervor (Wahlvolk, Volkskammer/Unterhaus, Volksgericht, Adelskammer/Oberhaus, Adelsgericht, König und Minister).
Im Anschluss daran setzt er sich für die in der Antike und im Mittelalter bevorzugte Mischverfassung ein, jetzt für ein subtiles Netz von Teilungen und Mischungen der Gewalten, von Veto- und Kontrollrechten, von Gegengewalten und Gleichgewichten. Getreu seiner methodischen Einstellung als Ethnologe interessiert sich Montesquieu für die Mischverfassung nicht als ein abstraktes Ideal. Es kommt ihm auf den «Geist» der Gesetze an, der wiederum vom Geist der Völker abhängt, von ihrem «lnstinkt», unter den jeweiligen natürlichen und geschichtlichen Bedingungen das für sie Beste zustande zu bringen.(1)


1. Montesquieu, Vom Geist der Gesetze, welche die politische Freiheit formen, und ihren Bezug zur Verfassung (De l'Esprit des lois, 1748).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Monte I
Charles-Louis de Secondat, Baron de Montesquieu
Vom Geist der Gesetze Stuttgart 2011

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016

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> Gegenargumente gegen Montesquieu

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