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Psychologische Theorien über Intentionen - Lexikon der Argumente

Haslam I 32
Intentionen/Psychologische Theorien: In Bezug auf das Problem der Divergenz zwischen Einstellung und Verhalten argumentierten die Forscher, dass es keine einfache Beziehung zwischen Haltung und Verhalten gebe und dass es notwendig sei, andere Variablen zu berücksichtigen, um das Verhalten genau vorherzusagen. Die dominanten dieser "anderen Variablen"-Ansätze sind die Theorie des begründeten Handelns (Fishbein und Ajzen, 1975(1)) und die Theorie des geplanten Verhaltens (Ajzen, 1991)(2). Nach diesen beiden Theorien ist die unmittelbarste Determinante des Verhaltens die Intention einer Person, sich an diesem Verhalten zu beteiligen.
Die Intention wiederum wird durch Einstellungen (d.h. die Bewertung des Zielverhaltens durch die Person), subjektive Normen (d.h. die Wahrnehmung der Person, dass andere das Verhalten billigen würden) und in der Theorie des geplanten Verhaltens,
Haslam I 32
durch wahrgenommene Verhaltenskontrolle (d.h. die Wahrnehmung der Person, dass das Verhalten unter ihrer Kontrolle steht) bestimmt. Siehe Meta-Analysen von Albarracin et al., 2001(3); Armitage and Conner, 2001(4); Hagger et al., 2002(5)).
Die Einstellungen korrelieren gut mit den Intentionen (die durchschnittliche Korrelation, r, liegt zwischen .45 und .60). Dasselbe gilt für Korrelationen zwischen subjektiven Normen und Intentionen (.34 < r < .42) und zwischen wahrgenommener Verhaltenskontrolle und Intention (.35 < r < .46). Insgesamt erweisen sich Einstellungen, subjektive Normen und wahrgenommene Verhaltenskontrolle in Kombination als sehr gute Prädiktoren für Intentionen (.63 < r < .71). Darüber hinaus beobachtet Sheeran (2002)(6), dass Intentionen selbst gute Prädiktoren für das Verhalten sind (Durchschnitt r = .53).

Schema:
Einstellung/Subjektive Norm/wahrgenommene Verhaltenskontrolle > Intention > Verhalten

(Mit einem zusätzlichen direkten Einfluss der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle auf das Verhalten).



1. Fishbein, M. and Ajzen, I. (1975) Belief, Attitude, Intention, and Behaviour: An Introduction to Theory and Research. Reading, MA: Addison-Wesley.
2. Ajzen, I. (1991) ‘The theory of planned behaviour’, Organizational Behaviour and Human Decision Processes, 50: 179–211.
3. Albarracin, D., Johnson, B.T., Fishbein, M. and Muellerleile, P.A. (2001) ‘Theories of reasoned action and planned behaviour as models of condom use: A meta-analysis’, Psychological Bulletin, 127: 142–61.
4. Armitage, C.J. and Conner, M. (2001) ‘Efficacy of the theory of planned behaviour: A meta-analytic review’, British Journal of Social Psychology, 40: 471–99.
5. Hagger, M.S., Chatzisarantis, N.L.D. and Biddle, S.J.H. (2002) ‘A meta-analytic review of the theories of reasoned action and planned behaviour in physical activity: Predictive validity and the contribution of additional variables’, Journal of Sport and Exercise Psychology, 24: 3–32.
6. Sheeran, P. (2002) ‘Intention–behaviour relations: A conceptual and empirical review’, European Review of Social Psychology, 12: 1–36.



Joanne R. Smith and Deborah J. Terry, “Attitudes and Behavior. Revisiting LaPiere’s hospitality study”, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Psychologische Theorien

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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