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Entwicklungspsychologie über Geschlechtsidentit��t - Lexikon der Argumente

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Geschlechtsidentität/Entwicklungspsychologie/Upton: Sobald Kinder erkennen, dass es zwei Geschlechter gibt und dass sie zu einem von ihnen gehören, beginnen sie, eine klare Motivation zu zeigen, sich so zu verhalten, wie es ein Mitglied dieses Geschlechts "sollte"; sie kleiden sich genauso und wählen Freunde, Aktivitäten und Spielzeug, die zu diesem Label passen. Bem (1989)(1) legt nahe, dass das Kind, nachdem es sich entweder als männlich oder weiblich gelabelt hat, beginnt, ein Geschlechter-Schema zu entwickeln. Dieses mentale Modell dessen, was Männer und Frauen "tun" - die Geschlechterrolle - basiert auf Beobachtungen anderer Mitglieder derselben Gruppe. Kinder achten mehr auf das Verhalten von Peers des gleichen Geschlechts, um sich eher zu merken, wie sich ihre eigene Gruppe verhält und dieses Verhalten zu imitieren (Ruble und Martin, 1998)(2). Kinder können sogar Feindseligkeiten gegenüber dem anderen Geschlecht zeigen (Ruble und Martin, 1998)(2).
Frage: Wenn die Kindheit die Vorbereitung auf das Erwachsensein ist, müssen Kinder dann nicht lernen, miteinander zu kooperieren, statt sich nach Geschlecht zu trennen?
1. Eine Erklärung scheint zu sein, dass das Kind nur dann konzeptionelle Kohärenz entwickeln kann, wenn es sich von ganzem Herzen an eine bestimmte soziale Gruppe bindet - und dazu gehört auch, sich einer extremen Version geschlechtsspezifischen Verhaltens anzuschließen.
2. Eine alternative Erklärung ist, dass die Unterschiede, die wir im Verhalten von Männern und Frauen sehen, eher biologisch als sozial bedingt sind. Es gibt Hinweise darauf, dass Hormone eine Rolle bei Verhaltensweisen wie Aggression, Spielmuster und Einstellungen zu Geschlechterrollen spielen (Reiner und Gearhart, 2004)(3).
Es wurde auch festgestellt, dass Kinder ab sechs Monate nach der Geburt Präferenzen für geschlechtsgerechtes Spielzeug haben, lange bevor sie Kenntnisse über Geschlechterrollen haben (Alexander et al., 2008)(4).
Es gibt (...) Beweise dafür, dass die Reaktionen der Betreuungsperson auf ihre Kinder zum Teil davon abhängen,
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ob ihr Kind männlich oder weiblich ist (Maccoby, 2003)(5), wobei Väter eine differenziertere Behandlung der Kinder aufweisen als Mütter (Leaper, 2002)(6).



1. Bem, S.L. (1989) Genital knowledge and gender constancy in preschool children. Child Development, 60: 649–62.
2. Ruble, D.N. and Martin, C.L. (1998) Gender development, in Eisenberg, N (eds) Handbook of Child Psychology, Vol. 3: Social, emotional, and personality development (6th edn). New York: Wiley.
3. Reiner, W.G. and Gearhart, J.P. (2004) discordant sexual identity in some genetic males with cloacal exstrophy assigned to female sex at birth. New England Journal of Medicine, 350: 333–41.
4. Alexander, G., Wilcox, T. and Woods, R. (2008) Sex differences in infants’ visual interest in toys. Archives of Sexual Behavior, 38(3): 427–33.
5. Maccoby, EE (2002) Gender and group processes. Current Directions in Psychological Science, 11: 54–8.
6. Leaper, C (2002) Parenting girls and boys, in Bornstein, MH (ed.) Handbook of Parenting, Vol. 1: Children and parenting. Mahwah, NJ: Lawrence Erlbaum.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Entwicklungspsychologie

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011

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