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Aristoteles über Selbstliebe - Lexikon der Argumente

Höffe I 59
Selbstliebe/Aristoteles/Höffe: Im Verlauf der detaillierten Freundschaftsabhandlung widmet sich Aristoteles der Frage, wen man am meisten lieben soll, sich selbst oder einen anderen.(1) Nur auf den ersten Blick überrascht die Antwort, der gute Mensch solle sich selbst lieben, der schlechte dürfe es nicht. Denn Aristoteles’ Argument überzeugt: Weil der gute Mensch moralisch handelt, nützt er sich und anderen zugleich; er setzt sich für seine Freunde und sein Gemeinwesen ein; er opfert gegebenenfalls Geld, notfalls sogar sein Leben. Der Schlechte hingegen folgt seinen schlechten Leidenschaften, womit er sowohl sich als auch seinen Nächsten schadet. Folglich bildet nur beim guten Menschen das eigene Glück eine Einheit mit dem Glück anderer, und der Freund wird zu einem «anderen Selbst». Zugleich löst Aristoteles ein Grundproblem des Eudaimonismus, wie jemand, der sich aufs Prinzip Glück verpflichtet, gleichwohl Altruist zu sein vermag: Er kann es, weil er
Höffe I 60
«im Namen des Glücks» Freundschaften eingeht, die über den eigenen Nutzen weit hinausgehen.


1.Nikomachische Ethik, VII u. IX.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016

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> Gegenargumente gegen Aristoteles

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