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Moral: Eine mehr oder weniger kodierte Menge von Regeln, Handlungsmaximen, Pflichten und Verboten innerhalb einer Gesellschaft oder Gruppe. Die meisten dieser Regeln sind bei den Mitgliedern der Gesellschaft oder Gruppe unbewusst verinnerlicht. Ihre Rechtfertigung und die mögliche Bewertung von Handlungen werden in der Ethik und Metaethik reflektiert. Siehe auch Werte, Normen, Rechte, Ethik.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Joel Feinberg über Moral – Lexikon der Argumente

Gaus I 110
Moral/Feinberg/Gaus: Wie Feinberg hervorhebt, sind Moralvorstellungen, die auf dem Schadensprinzip beruhen, insofern liberal, als es eine Freiheitsvermutung gibt: Wenn das Handeln einer Person keinen Schaden für andere darstellt, dann hat sie das Recht, so zu handeln, wie sie es für richtig hält (1984(1): 9). >Mill/Feinberg.
Grundlegend für das Schadensprinzip ist zudem der Grundsatz, dass dort, wo die Zustimmung vorliegt, kein Schaden entsteht: So kann man in Handlungen einwilligen, die die eigenen Interessen zurücksetzen (wie z.B. die Einnahme von Drogen); man hat das Recht, sich selbst zu schaden, und auch der Dealer schadet Ihnen nicht, wenn Sie dem Kauf in Kenntnis der Sachlage zugestimmt haben. VsFeinberg: Kritiker des Schadensprinzips (z.B. de Jasay, 1991)(2) haben jedoch argumentiert, dass es eine schlechte Grundlage für liberale Prinzipien darstellt, da der Begriff des Schadens sehr formbar ist: Er kann so interpretiert werden, dass er die Prävention psychologischer und kultureller Schäden umfasst (siehe z.B. Kernohan, 1997)(3), und rechtfertigt somit umfangreiche und aufdringliche Zwangsinterventionen.
Darüber hinaus öffnet die Forderung, dass die Handelnde "informierte Zustimmung" geben muss und dass ihre selbstschädigenden Handlungen "freiwillig" sind, den Weg für paternalistische Interventionen (Kleinig, 1983)(4). >Handlungen/Benn.


1. Feinberg 1984-90
- Feinberg, Joel (1984) The Moral Limits of the Criminal Law. Bd. I, Harm to Others. New York: Oxford University Press.
- Feinberg, Joel (1985) The Moral Limits of the Criminal Law. Bd. II, Offense to Others. New York: Oxford University Press.
- Feinberg, Joel (1986) The Moral Limits of the Criminal Law. Bd. III, Harm to Self. New York: Oxford University Press.
- Feinberg, Joel (1990) The Moral Limits of the Criminal Law. Bd. IV, Harmless Wrongdoing. New York: Oxford University Press.

2. De Jasay, Anthony (1991) Choice, Contract and Consent: A Restatement of Liberalism. London: Institute of Economic Affairs.
3. Kernohan, Andrew (1997) Liberalism, Equality, and Cultural Oppression. Cambridge: Cambridge University Press.
4. Kleinig, John (1983) Paternalism. Totowa, NJ: Rowman and Allenhead.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Feinberg, Joel

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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