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| Ulmen/Buchen-Beispiel, Philosophie: Gedankenexperiment von H. Putnam (Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Frankfurt 1990, S. 37, engl. Reason, truth and history, Cambridge 2008). Der Sprecher kann Ulmen und Buchen nicht unterscheiden, weiß aber, dass beides verschiedene Bäume sind. Frage welchen Status hat sein Wissen? Putnam zieht unter anderem aus diesem Beispiel den Schluss, dass Bedeutungen nicht im Kopf sind. Siehe auch Referenz, Wissen, Kausaltheorie, Bedeutung, Gedankenexperimente._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Ruth Millikan über Ulmen/Buchen- Beispiel – Lexikon der Argumente
I 153 Ulmen/Buchen/Experte/Laie/Verstehen/Meinen/Millikan: der Laie kann etwas über Gold, Ulmen oder Monotrem denken, selbst wenn er keine Ahnung davon hat. Meinen: er kann sogar dasselbe meinen wie der Experte! Pointe: es gibt also keine vollmundigen Intensionen, die allen Idiolekten der Sprecher einer öffentlichen Sprache gemeinsam sind. Namen/Kennen/verstehen/Behauptung/Millikan: Problem: ist das nicht paradox? Wenn ich nichts von Monotremen weiß, außer dass ich den Namen einmal gehört habe, wie kann ich dann dasselbe mit dem Wort meinen wie der Experte? Bsp Experte: Ich geh nach Brasilien, Monotreme untersuchen. Ich: was sind Monotreme? Experte: was meinst Du mit „Monotreme“? Ich: Ich meine, was Du meinst, natürlich. Experte: weißt Du, was Monotreme sind? Ich: keine Ahnung, deshalb frage ich. Experte: dann kannst Du nicht dasselbe damit gemeint haben wie ich. Menons Paradox/Millikan: hier sehen wir einen Schatten von Menons Paradox. Lösung/Carnap: statt „Was sind Monotreme“ fragen wir eigentlich „Was bedeutet der Ausdruck „Monotrem“? ((s) > Semantischer Aufstieg). intuitiv/Millikan: geht die Frage aber über Monotreme, nicht über Wörter. Verstehen/Millikan: selbst ein Papagei kann etwas über Monotreme fragen, ohne etwas von ihnen zu verstehen. I 154 Meinen/Papagei/Millikan: der Papagei kann die Frage natürlich nicht meinen. Meinen/Millikan: ich kann etwas mit „Monotrem“ meinen, weil ich beabsichtige, dass das Wort eine Eigenfunktion hat, auch wenn ich sie nicht im Detail angeben kann. Experte/Laie/Meinen/Verstehen/Kennen/Wissen/Millikan: das Paradox entsteht nicht daraus, dass ich nicht dasselbe meinen kann wie der Experte, sondern dass es einen Sinn gibt, in dem der Experte weiß, was er meint mit „Monotrem“ und in diesem Sinn weiß ich es nicht ((s) Nicht was ich meine und nicht, was der Experte meint). _____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Millikan I R. G. Millikan Language, Thought, and Other Biological Categories: New Foundations for Realism Cambridge 1987 Millikan II Ruth Millikan "Varieties of Purposive Behavior", in: Anthropomorphism, Anecdotes, and Animals, R. W. Mitchell, N. S. Thomspon and H. L. Miles (Eds.) Albany 1997, pp. 189-1967 In Der Geist der Tiere, D Perler/M. Wild Frankfurt/M. 2005 |
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