Philosophie Lexikon der Argumente

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Verstehen Philosophie: Beim Verstehen von Zeichen und Wörtern spielt sowohl eine Rolle, ob man einen Gegenstand mit dem Wort oder Zeichen in Verbindung bringen kann, als auch, ob man das Zeichen oder Wort durch ein anderes ersetzen kann. Zum Verstehen ganzer Sätze muss noch das Überschauen der Verwendungssituation hinzukommen. Umstritten ist, ob die Kenntnis der Wahrheitsbedingungen die Bedeutung des Satzes liefert, also das Wissen darüber, was der Fall sein müsste, wenn der Satz wahr wäre. Wenn das richtig ist, braucht man nicht zu wissen, ob der Satz wahr ist. (Vgl. M. Dummett, Ursprünge der analytischen Philosophie Frankfurt 1992, S. 20). Siehe auch Ersetzbarkeit, Substitution, Wahrheitsbedingungen, Wissen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Jean Piaget über Verstehen – Lexikon der Argumente

Upton I 106
Verstehen/Wissenschaft/Piaget/Upton: Piaget (1923)(1) argumentierte, dass Kinder die wissenschaftliche Argumentation erst verstehen können, wenn sie das formale operative Entwicklungsstadium erreicht haben, das normalerweise in der Adoleszenz stattfindet.
VsPiaget: Viele Pädagogen und Psychologen sind sich jedoch inzwischen einig, dass Kinder von klein auf beginnen, die natürliche Welt und ihre Funktionsweise zu verstehen (Duschl et al... 2007)(2).
Man muss bedenken, dass diese naiven Theorien oft unvollkommen sind und Fehleinschätzungen beinhalten können. Piaget (1923)(1) argumentiert, dass dies daran liegt, dass kleine Kinder nicht über die kognitiven Strukturen verfügen, um die wissenschaftliche Theorie verstehen zu können. Laut Piaget müssen frühe Missverständnisse durch ein genaueres Verständnis ersetzt werden, wenn die kognitiven Fähigkeiten des Kindes reifen.
Zeitgenössische Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass dieses Wissen nicht als Ablehnung der frühen kindlichen Theorien, sondern als Baustein für das wissenschaftliche Denken genutzt werden sollte.


1. Piaget, J. (1923) Languci.ge and Thought of the Child. London: Routledge.
2. Duschl, R. Schweingruber, H and Shouse, A (eds) (2007) Taking Science to School: Learning and teaching science in grades K - 8. Washington, DC: National Academies Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Piag I
J. Piaget
The Psychology Of The Child 2nd Edition 1969

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011

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