Philosophie Lexikon der Argumente

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Relativismus, Philosophie: Sammelbegriff für Auffassungen, die Erkenntnisse grundsätzlich auf Bedingungen für ihr Zustandekommen beziehen. Spielarten sind Relativierung auf Theorien, auf Sprachen, auf gesellschaftliche Gruppen oder auf Kulturen. Siehe auch Interner Realismus, Externalismus, Beobachtungssprache, Kulturrelativismus, Idealisierung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Michael Walzer über Relativismus – Lexikon der Argumente

Gaus I 234
Relativismus/Walzer/Lamont:
Konzepte/Bedeutung/Kultur/Gesellschaft/Relativismus: Verschiedene Gesellschaften haben unterschiedliche Bedeutungen, Verständnisse und Werte, die mit diesen Gütern verbunden sind. Die besonderen Bedeutungen der Güter bestimmen darüber hinaus ihre richtige Verteilung. So ergeben sich aus den sozialen Bedeutungen der Güter Verteilungsprinzipien, die nur in einer bestimmten Gesellschaft innerhalb der Sphäre dieser Güter gelten. Ungerechtigkeit liegt vor, wenn die Verteilungskriterien für ein Gut in die Sphäre eines anderen Gutes eingreifen dürfen. (Walzer, 1983)(1). Wenn zum Beispiel eine bestimmte Gesellschaft die Gesundheitsversorgung so interpretiert, dass sie bedarfsgerecht verteilt werden soll, dann entsteht Ungerechtigkeit, wenn die Gesundheitsversorgung für bedürftige Kranke unzugänglich wird und nur denjenigen zur Verfügung steht, die Geld, Talent oder Ruhm haben. Ähnlich verhält es sich, wenn eine bestimmte Gesellschaft Bildung dahingehend interpretiert, dass sie gleichmäßig oder nach Verdiensten verteilt werden sollte, dann entsteht Ungerechtigkeit, wenn sie tatsächlich nach Reichtum oder sozialen Beziehungen verteilt wird (Gutmann, 1980)(2).
Diskurs/Konsens/Übereinstimmung: Walzer erkennt die Realität von Meinungsverschiedenheiten in Gemeinschaften an, besteht aber darauf, dass die Lösung von Meinungsverschiedenheiten innerhalb des spezifischen historischen und gemeinsamen kulturellen Kontextes stattfinden muss. Die Konsequenz daraus ist, so argumentiert er, dass es keinen Bezug auf hypothetische oder objektive abstrakte Ideale, unabhängig von den Standards der jeweiligen Gemeinschaft, bei der Lösung der Meinungsverschiedenheiten oder bei der Festlegung der institutionellen Methoden und Verfahren zur Beilegung von Meinungsverschiedenheiten geben kann (...).


1. Walzer, Michael (1983) Spheres of Justice. Oxford: Martin Robertson.
2. Gutmann, Amy (1980) Liberal Equality. London: Cambridge University Press.

Lamont, Julian 2004. „Distributive Justice“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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