Philosophie Lexikon der Argumente

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Relativismus, Philosophie: Sammelbegriff für Auffassungen, die Erkenntnisse grundsätzlich auf Bedingungen für ihr Zustandekommen beziehen. Spielarten sind Relativierung auf Theorien, auf Sprachen, auf gesellschaftliche Gruppen oder auf Kulturen. Siehe auch Interner Realismus, Externalismus, Beobachtungssprache, Kulturrelativismus, Idealisierung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Antike Philosophie über Relativismus - Lexikon der Argumente

Gaus I 306
Relativismus/Antike Philosophie/Keyt/Miller: (...) (...) Aristoteles bemerkt, dass "feine und gerechte Handlungen viel Variation und Fluktuation aufweisen, so dass sie nur durch nomos zu existieren scheinen und nicht durch physis" (EN 1.3.1094b14-16). Es ist nur ein kurzer (wenn auch ungültiger) Schritt von der kulturellen Vielfalt zum moralischen Relativismus.
Protagoras: In dem einleitenden und einzigen überlieferten Satz seines Werkes über die Wahrheit verkündete Protagoras berühmterweise, dass "der Mensch das Maß aller Dinge ist, der Dinge, die sind, dass sie sind, und der Dinge, die nicht sind, dass sie nicht sind".
Platon: Platon versteht unter Protagoras, dass "die Dinge für mich sind, wie sie mir erscheinen, und für euch sind, wie sie euch erscheinen" (Krat. 386a) und allgemein, dass "was jedem [Menschen] wahr erscheint, für jeden [Menschen] wahr ist" (Krat. 386c). Der moralische Relativismus ist nur eine Anwendung dieses universellen Relativismus. >Relativismus/Protagoras, >Relativismus/Platon, >Demokratie/Protagoras.


Keyt, David and Miller, Fred D. jr. 2004. „Ancient Greek Political Thought“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Antike Philosophie

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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