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Sachverhalte: Ausdruck für etwas, das durch einen Satz dargestellt werden kann. Siehe auch Tatsachen, Situationen, Handlungen, Gegenstände, Zustände, Atomsätze, Protokollsätze.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Antike Philosophie über Sachverhalte - Lexikon der Argumente

Gadamer I 449
Sachverhalt/Antike Philosophie/Gadamer: Eine Sache, die sich so und so verhält, - darin liegt die Anerkennung des selbständigen Andersseins, das eine eigene Distanz des Sprechenden zur Sache voraussetzt. Auf dieser Distanz beruht, dass sich etwas als ein eigener Sachverhalt abzuheben und
zum Inhalt einer Aussage zu werden vermag, die auch andere verstehen. In der Struktur des Sachverhaltes, der Sich abhebt, ist gelegen, dass in ihm stets Negatives mit da ist. Dies zu sein und nicht jenes, macht die Bestimmtheit alles Seienden aus.
Negativer Sachverhalt: Es gibt also grundsätzlich auch negative Sachverhalte, die das griechische Denken zuerst gedacht hat. Schon in der stummen Monotonie des eleatischen Grundsatzes der Zuordnung von Sein und Noein ist das griechische Denken der grundlegenden Sachlichkeit der Sprache gefolgt, und Plato hat dann, in der Überwindung des eleatischen Seinsbegriffes, das Nichtsein im Sein als die eigentliche Ermöglichung des Redens vom Seienden erkannt. In der vielgliedrigen Stimmführung des Logos des Eidos kann freilich (...) die Frage nach dem eigenen Sein der Sprache gar nicht recht zur Entfaltung kommen, so sehr war das griechische Denken von der Sachlichkeit der Sprache erfüllt. Indem es der natürlichen Welterfahrung in ihrer sprachlichen Ausformung nachgeht, denkt es die Welt als das Sein.
Logos: Was immer es als seiend denkt, hebt sich als Logos, als aussagbarer Sachverhalt, aus dem umschließenden Ganzen ab, das den Welthorizont der Sprache bildet. Was so als seiend gedacht ist, ist nicht eigentlich Gegenstand von Aussagen, sondern es „kommt in Aussagen zur Sprache“. Damit gewinnt es seine Wahrheit, sein Offenbarsein im menschlichen Denken. So ist die griechische Ontologie auf die Sachlichkeit der Sprache gegründet, indem sie das Wesen der Sprache von der Aussage her denkt.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Antike Philosophie

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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