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G��rdenfors über Prototypen - Lexikon der Argumente

I 26
Prototypen/Eigenschaften/Gärdenfors: (vgl. Rosch, 1975(1), 1978(2), Mervis & Rosch, 1981(3), Lakoff, 1987(4)): wir können Prototypen von Eigenschaften als zentrale Punkte in einer Region innerhalb von Bereichen auffassen.
I 27
Prototypen/Eigenschaften/Gärdenfors: Eigenschaften wie Bsp warm oder Bsp groß haben keine Prototypen. Sie entsprechen offenen Regionen in einem Bereich, in denen kein Punkt als der typischste identifiziert werden kann. Den Bereich können wir dann durch eine Voronoi-Tesselierung aufteilen.
Ähnlichkeit: eine Voronoi-Tesselierung kann ein Ähnlichkeitsmaß in einem Bereich liefern, das zusammen mit einer Menge von Prototypen eine Menge von Kategorien liefert. Diese Aufteilung in diskrete Räume macht es möglich, dass nur eine endliche Anzahl von Wörtern gebraucht wird, um auf die Regionen zu referieren. Das erklärt eine kognitive Ökonomie beim Lernen von Begriffen.
I 28
Die Tesselierung des Bereichs in Regionen kann feiner und gröber sein.
I 42
Prototyp/Begriffe/Lernen/Gärdenfors: wenn wir Prototypen beim Lernen von Begriffen annehmen, können wir davon ausgehen, dass diese im Begriffsraum geometrisch zwischen den Lokalisierungen von Lernbeispielen für den entsprechenden Begriff liegen.
Lernen: Beim Lernen, d.h. dem Hinzutreten neuer Beispiele, verschiebt sich die geometrische Lokalisierung des Prototyps, also des Zentrums des Bereichs, der durch die Beispiele gebildet wird.
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Damit werden die Begriffe dynamisch. Es verschieben sich auch die Grenzlinien der Voronoi-Tesselierung, d.h. es ergibt sich eine neue Tesselierung.
Kategorien: im Zuge der Verschiebung der Grenzlinien der Tesselierung (beim Lernen neuer Beispiele für Begriffe) ergeben sich auch neue Kategorien, aber nur solche Kategorien, die an die geänderten Prototypen angrenzen.
Lernen: dieser Lernmechanismus ermöglicht extrem schnelles Lernen.
I 44
Fehler: auch Fehler beim Lernen werden erklärt: das Kind hat zunächst nur Namen für wenige Tiere, die für es alle in derselben Kategorie lokalisiert sind. Durch das Hinzutreten neuer Beispiele wird der Begriffsraum Tier feiner und neue Prototypen werden etabliert. >Vagheit/Sprache/Gärdenfors).


1. Rosch, E. (1975). Cognitive representations of semantic categories. Journal of Experimental Psychology: General, 104, 192-233.
2. Rosch, E. (1978). Prototype classification and logical classification. The two systems. In E. Scholnik (Ed.), New trends in cognitive representation: Challenges to Piaget's theory (pp. 73-86). Hillsdale, NJ: Erlbaum.
3. Mervis, C. & Rosch, E. (1981) Categorization of natural objects. Annual Review of Psychology, 32, 89-115.
4. Lakoff, G. (1987). Women, fire, and dangerous things. Chicago: University of Chicago Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Gä I
P. Gärdenfors
The Geometry of Meaning Cambridge 2014

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