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J.-J. Rousseau über Schrift – Lexikon der Argumente

Ricoeur II 39
Schrift/Rousseau/Ricoeur: Für Rousseau bewahrte die Sprache, solange sie sich nur auf die Stimme verließ, die Präsenz seiner selbst vor sich selbst und vor anderen. Sprache war immer noch der Ausdruck von Leidenschaft. Es war Beredsamkeit, noch keine Exegese. Mit dem Schreiben begannen Trennung, Tyrannei und Ungleichheit. Die Schrift ignoriert ihren Adressaten genauso, wie sie ihren Autor verbirgt. Sie trennt die Menschen, so wie Eigentum die Besitzer trennt. Die Tyrannei des Lexikons und der Grammatik ist gleich der Tyrannei der Tauschgesetze, die sich im Geld kristallisieren. Statt des Wortes Gottes haben wir die Herrschaft der Gelehrten und die Herrschaft des Priestertums. Das Auseinanderbrechen der Sprachgemeinschaft, die Aufteilung des Bodens, die Analytizität des Denkens und die Herrschaft des Dogmatismus wurden alle mit der Schrift geboren.
Ein Echo platonischer Reminiszenz ist daher in dieser Apologie der Stimme als Trägerin der Präsenz zu sich selbst und als inneres Bindeglied einer Gemeinschaft ohne Distanz noch zu hören. >Schrift/Platon, >Schrift/Bergson, >Schrift/Ricoeur.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Rousseau I
J. J. Rousseau
The Confessions 1953

Ricoeur I
Paul Ricoeur
Die Interpretation. Ein Versuch über Freud Frankfurt/M. 1999

Ricoeur II
Paul Ricoeur
Interpretation theory: discourse and the surplus of meaning Fort Worth 1976

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