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Jacques Lacan über Politische Theorie – Lexikon der Argumente

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Politische Theorie/Lacan/Bennett: Différance, der Name des Virtuellen, der Nicht-Identität usw., einerseits der Rest, der aus jeder theoretischen Darstellung herausgelassen wird, und andererseits die kreative Energie innerhalb der bestehenden Formen, aus der neue Dinge (Identitäten, Rechte, soziale Bewegungen) hervorgehen. Dieser schöpferische Prozess wird als immerwährend verstanden: Jedes beliebige Wesen wird - wenn man es in den entsprechenden Zeitraum stellt - als im Werden begriffen, d.h. anders werdend als es ist. Lacan/Bennett: Ein Beitrag der Lacan'schen Theorie zur postmodernen politischen Theorie besteht darin, diese Momente des Werdens als politische Momente zu identifizieren. Im Gegensatz zur "Politik", oder den etablierten, institutionellen
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Mitteln zur Organisation des kollektiven Lebens, bezieht sich das "Politische" hier auf jene zerstörerischen Ereignisse, die "Politik" als eine Maskierung der rastlosen und hartnäckig unterschiedlichen Qualität des "Realen" oder dessen, was immer die Wirklichkeit übersteigt und sich dem symbolischen Ausdruck entzieht, erscheinen lassen. Das Ereignis des Politischen gibt einen Einblick in dieses Reale und enthüllt so den phantastischen Charakter des Bildes der Gesellschaft als harmonisches Ganzes (Stavrakakis, 1999)(1). >Welt/Postmoderne.
Welt/Lacan: 1994). Auch die politische Theorie Lacans, deren Verhältnis zur Postmoderne in anderer Hinsicht komplizierter ist, lehnt den in weiten Teilen der politischen Theorie erkennbaren Wunsch nach Fülle ab (Laclau und Mouffe, 1985). Sie strebt ein demokratisches Gemeinwesen an, das sich nicht auf die Vision eines harmonischen sozialen Ganzen stützt, sondern auf "die Anerkennung der Unmöglichkeit und der katastrophalen Folgen eines solchen Traums"(2).


1. Stavrakakis, Yannis (1999) Lacan and the Political. New York: Routledge.
2. Ebd. 111


Jane Bennett, 2004. „Postmodern Approaches to Political Theory“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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