Psychologie Lexikon der Argumente

Home Screenshot Tabelle Begriffe

 
Informationsverarbeitung: Informationsverarbeitung in der Psychologie bezieht sich auf die Art und Weise, wie das menschliche Gehirn Informationen empfängt, verarbeitet, speichert und abruft. Diese Auffassung ist mit der Annahme eines Computermodell vergleichbar, das mentale Operationen wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kodierung und Gedächtnis hervorhebt. Dieser Ansatz hilft beim Verständnis der kognitiven Funktionen, des Lernens, der Entscheidungsfindung und des Problemlösens, indem er aufzeigt, wie Informationen innerhalb der kognitiven Systeme des Gehirns fließen und umgewandelt werden. Siehe auch Information, Wahrnehmung, Kognition, Computermodell, Berechnung, Gedächtnis, Lernen, Problemlösen.

_____________
Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Phillip L. Ackerman über Informationsverarbeitung – Lexikon der Argumente

Corr I 170
Informationsverarbeitung/Psychologische Theorien/Ackerman: Informationsverarbeitungsaufgaben sind typischerweise enger gefasst (...). Aufgaben der Informationsverarbeitung beinhalten in der Regel den Vergleich von Objekten in Bezug auf ihre Ähnlichkeiten oder Unterschiede, das Speichern zufälliger Ziffern, das Beobachten einer Computeranzeige mit bestimmten Signalen über einen längeren Zeitraum und so weiter. Obwohl Informationsverarbeitungsaufgaben nicht gerade gute Indikatoren für intellektuelle Fähigkeiten sind, werden sie typischerweise bis zu einem gewissen Grad mit Fähigkeiten in Verbindung gebracht, und einige Informationsverarbeitungsaufgaben sind Bestandteile umfassenderer Messungen der intellektuellen Fähigkeiten.
>Fähigkeiten
, >Intelligenz, >Leistungsfähigkeit.
Die Beziehungen zwischen Charakterzügen wie Impulsivität, Extraversion, Angst und Leistungsbedarf (nAch - need for achievement) und der Leistung von Informationsverarbeitungsaufgaben scheinen ebenfalls komplexer zu sein. Zum Beispiel haben Revelle und seine Kollegen (siehe z.B. Humphreys und Revelle 1984)(1) gezeigt, dass es Interaktionen zwischen den Arten von Aufgaben der Informationsverarbeitung gibt, zu denen die Teilnehmer aufgefordert werden, der Tageszeit, in der sie die Aufgabe ausführen, und sogar der Menge an Koffein, die die Teilnehmer vor der Aufgabe bekommen.
Das optimale Erregungsniveau, so Revelle und seine Kollegen, wäre für Introvertierte und Extrovertierte unterschiedlich (siehe auch die breitere Theorie von Eysenck 1970)(2). Mehrere Studien haben diese hypothetischen Beziehungen gut unterstützt (siehe z.B. Revelle 1995(3) für eine Überprüfung).
Probleme: Die Schwierigkeit bei der Verallgemeinerung dieser Ergebnisse von der Informationsverarbeitung zu intellektuellen Fähigkeiten besteht darin, dass viele der zugrunde liegenden Effekte als kurvenförmig angenommen werden; zum Beispiel, wenn Introvertierte morgens und Extravertierte nachmittags besser sind, dann könnte die Beurteilung von Fähigkeiten, die zu verschiedenen Tageszeiten gegeben werden, entweder positive, negative oder null Korrelationen ergeben.
>Verallgemeinerung, >Methode, >Experimente.
Es kann sein, dass die ultimativen Auswirkungen dieser Persönlichkeitsbeziehungen nicht so sehr in den Korrelationen der Charakterzüge zu finden wären, sondern vielmehr in den Interessen und Orientierungen der Individuen. Tatsächlich gibt es erhebliche Zusammenhänge zwischen einigen Charakterzügen und beruflichen Interessen (wie Bewusstsein und konventionelle berufliche Interessen; Extraversion und soziale und unternehmerische berufliche Interessen; Offenheit für Erfahrung und künstlerische berufliche Interessen; siehe Ackerman und Heggestad 1997)(4).
>Charakterzüge.

1. Humphreys, M. S. and Revelle, W. 1984. Personality, motivation, and performance: a theory of the relationship between individual differences and information processing, Psychological Review 153–84
2. Eysenck, H. J. 1970. The structure of human personality, 3rd edn. London: Methuen
3. Revelle, W. 1995. Personality processes, Annual Review of Psychology 46: 295–328
4. Ackerman, P. L. and Heggestad, E. D. 1997. Intelligence, personality, and interests: evidence for overlapping traits, Psychological Bulletin 121: 219–45

Phillip L. Ackerman, “Personality and intelligence”, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press

_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Ackerman, Bruce

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

Send Link

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z