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| Angst: Angst ist ein menschliches Grundgefühl, das durch eine wahrgenommene Bedrohung oder Gefahr ausgelöst wird. Sie ist eine natürliche und adaptive Reaktion, die uns hilft, Schaden zu vermeiden._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Hans Jürgen Eysenck über Angst – Lexikon der Argumente
Corr I 355 Angst/Emotion/Eysenck/CorrVsEysenck(1): Woher kommt die Angst? Technisch gesehen, wo wird Angst im Gehirn erzeugt, und wie hängt dieses Angstsystem mit der Konditionierung zusammen? Eysenck schien nur anzunehmen, dass Emotionen spontan entstanden sind; aber das reicht einfach nicht. Darüber hinaus, wenn es ein Angst erzeugendes System gibt, dann sollten wir vielleicht dort nach der Entstehung der klinischen Neurose suchen. >Konditionierung/Eysenck. Ein weiterer Hinweis auf die potenzielle Bedeutung eines angeborenen Angstsystems war die Debatte zwischen den Labors von Eysenck und Spence, in denen festgestellt wurde, dass die Konditionierung mit Angst und nicht mit (niedriger) Extraversion zusammenhängt. Diese Debatte wurde schließlich durch die Erkenntnis gelöst, dass es die Angst vor der Konditionierung in Labors ist, die bedrohlicher ist (wie im Falle von Spence's; Spence 1964)(2). Ein größeres Problem: Emotion wurde in Eysencks Theorie nie zufriedenstellend erklärt: Sie wurde zu unterschiedlichen Zeiten als Ursache (z.B. in Spences Konditionierungsstudien), als Ergebnis (z.B. bei Neurosen) und als regulatorischer Sollwertmechanismus (z.B. bei Erregung und hedonischen Tonbeziehungen) gesehen. In Eysencks Theorie blieb es so etwas wie ein widerspenstiges, ja sogar kriminelles Konstrukt. >Konditionierung/Eysenck, >Konditionierung/Gray. 1. Corr, P. J. 2008a. Reinforcement sensitivity theory (RST): Introduction, in P. J. Corr (ed). The reinforcement sensitivity theory of personality, pp. 1–43. Cambridge University Press 2. Spence, K. W. 1964. Anxiety (drive) level and performance in eyelid conditioning, Psychological Bulletin 61: 129–39 Philip J. Corr, „ The Reinforcement Sensitivity Theory of Personality“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press - - - Corr II 119 Furcht/Angst/Studie/Belohnung/Strafe/Erregbarkeit/Arousal/Gray/Eysenck/GrayVsEysenck/McNaughton/Corr: Grays intellektueller Ausgangspunkt ist die biologische Komponente von Hans Eysencks Theorie der Introversion-Extraversion und Neurotizismus-Stabilität. II 120 Eysenck sah Introvertierte und Extravertierte vor allem in der allgemeinen Konditionierbarkeit (ob mit Belohnung oder Bestrafung als Verstärker), die sich aus der Erregbarkeit (engl. Arousability) ergibt (...). Im Gegensatz dazu schlug Gray vor, dass sie sich stattdessen in spezifischer Konditionierbarkeit (...) unterscheiden, die mit der Empfindlichkeit gegenüber Bestrafung (manchmal sagte er Angst), nicht aber mit der Belohnung zusammenhängt. (...) Für beide Theorien ist die wichtigste Konsequenz der Introversion für die Psychiatrie eine hohe Konditionierung der Angst. Beide Theorien gingen davon aus, dass diese auf Introversion/Extraversion basierenden Unterschiede in der Sozialisation zu psychiatrischen Störungen führen würden, wenn sie mit einem hohen Maß an Neurotizismus kombiniert werden, der wie ein Verstärkungsfaktor wirkt. Die beiden Theorien unterscheiden sich [jedoch] in ihren Vorhersagen über die Konditionierung durch Belohnung. Grays Schlüsselmodifikation (...) besteht darin, Variationen der Angstkonditionierung auf unterschiedliche Empfindlichkeiten gegenüber Bestrafung zurückzuführen, während Eysenck sie auf Variationen der allgemeinen Erregbarkeit (im aufsteigenden retikulären Aktivierungssystem, ARAS) und damit, als Konsequenz, der Konditionierbarkeit im Allgemeinen zurückführt. Gray lokalisierte Strafsensitivität (im Sinne von Furchtempfindlichkeit; vgl. Gray, 1970a, S. 255(1)) im präfrontalen Kortex (PFC) und im septo-hippokampalen System (SHS) (...). Er verband PFC, SHS und ARAS in einer Rückkopplungsschleife, die durch den 'Theta'-Rhythmus gesteuert und durch extravertierende (Anti-Angst-)Medikamente wie Amylobarbiton beeinträchtigt wird. Hohe Erregung kann zu Bestrafung führen (mit ähnlichen Auswirkungen wie die von Eysenck vorgeschlagenen). Umgekehrt würde eine hohe Strafempfindlichkeit aufgrund der Interaktion von PFC + SHS mit ARAS hohe Erregung in Bestrafungssituationen erzeugen (...). II 123 Die Furchtanfälligkeit (wenn auch nicht immer konditionierungsbedingt (...)) passte gut zu einer Reihe von Fakten (S. 255)(1). Wir können verinnerlichende Störungen ("Dysthymien", z.B. Phobie, Angst und Besessenheit) leicht als übermäßige Angst vor der einen oder anderen Form sehen. (...) Charakterlich ängstliche Menschen (neurotisch-introverte Menschen) konditionieren nur dann besser, wenn es eine Bedrohung gibt. Am anderen Ende der Skala können wir externalisierende Störungen (z.B. Psychopathie) als unzureichende Strafempfindlichkeit betrachten. II 126 Belohnung/Bestrafung/Erregbarkeit/Empfindlichkeit/Gray/McNaughton/Corr: Laut Gray ist Erregbarkeit ein allgemeiner Begriff, der sowohl für Belohnung als auch für Bestrafung gelten sollte. Um Aktivität in einem "System zu erklären, dessen Hauptfunktion die Hemmung maladaptiven Verhaltens zu sein scheint" (S. 260)(1), bedarf die allgemeine Erregbarkeit einer Erklärung. Wenn wir die kausale Ordnung umkehren, scheint es für Gray durchaus plausibel, dass eine höhere Anfälligkeit für die im Alltag im Überfluss vorhandenen Bedrohungen zu größeren Erregungseffekten führen würde. Für Gray dient Erregung, wie auch immer sie erzeugt wird, dazu, Verhalten zu beleben (...), es sei denn, sie ist so intensiv, dass sie bestrafend wird. Dies kann zu paradoxen Effekten führen: Beispielsweise kann eine milde Bestrafung Erregung auslösen und belohnungsvermittelte Reaktionen beleben - solange die bestrafungsauslösenden Effekte geringer sind als die belohnungsauslösenden Effekte. II 127 Neurotizismus/Angst: Ausgehend von einem explizit zwei-prozessualen Lernansatz stellt Gray zunächst die Kombination von Neurotizismus und Introversion neu dar. Wenn Belohnungs- und Bestrafungssensitivität unterschiedlich sind und wir nur zwei Faktoren für unsere Erklärungen verwenden, dann muss eine hohe Neurotizismus/Emotionalität, wie sie normalerweise gemessen wird, eine Kombination aus hoher Belohnungs- und hoher Bestrafungssensitivität darstellen. Grays anfängliche Gleichung von Introversion mit Bestrafungsempfindlichkeit bedeutet, dass der neurotische Introvertierte besonders empfindlich auf Bestrafung reagiert. II 129 VsGray: Die Komplexität der Studie mag als ein triviales Thema gelten, [aber] selbst ein halbes Jahrhundert später kämpfen die Leser (...) damit. Das größte Problem ist, dass sich die Theorie über mehrere Disziplinen erstreckt - wobei jede einzelne ein integraler Bestandteil des Ganzen ist. Grays detaillierte Darstellung hat auch einige spezifische Probleme, die wir hier diskutieren. Auf theoretischer Ebene war sein Gebrauch der Begriffe "Bestrafung" und "Angst" mehrdeutig: Er verwischte Schlüsselpunkte, wenn er begrifflich zwischen dem einen und dem anderen wechselte. Auf der Ebene der Messung schlug er zwar eine Drehung von Eysencks Achsen vor, sagte uns aber nicht, wie wir die von ihm vorgeschlagene Belohnungs- und Bestrafungsempfindlichkeit bewerten sollten (...). [Darüber hinaus] konzentrierte sich sein Beitrag auf "Belohnung" und "Bestrafung" im Zusammenhang mit Konditionierung. Den dritten Fall von Flucht/Entzug diskutierte er daher nicht im Detail. Er bezog jedoch über Kampf/Flucht (engl. fight/flight) die Zwangsstörung mit ihren zwanghaften Ritualen und zwanghaftem Grübeln in die dysthymischen Störungen ein. >Terminologie/Gray. 1.Gray, J. A. (1970a). The psychophysiological basis of introversion–extraversion. Behaviour Research and Therapy, 8, 249–266. McNaughton, Neil and Corr, John Philip: “Sensitivity to Punishment and Reward Revisiting Gray (1970)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 115-136._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Eysenck, Hans Jürgen
Corr I Philip J. Corr Gerald Matthews The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009 Corr II Philip J. Corr (Ed.) Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018 |
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