Psychologie Lexikon der Argumente

Home Screenshot Tabelle Begriffe

 
Situationen, Philosophie: Eine Situation ist eine mehr oder weniger abgrenzbare Konstellation von Gegenständen, Handelnden, Zuständen, Ereignissen, Informationen und Informationskanälen. Siehe auch Zustand, Prozess, Handlung, Relationen, Beschreibungen, Kommunikation, Kontext/Kontextabhängigkeit, Information, Bedeutung, Situationssemantik, Mögliche Welten, Zentrierte Welten, Feinkörnig/grobkörnig.

_____________
Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Ronald E. Smith über Situationen – Lexikon der Argumente

Corr I 473
Situationen/Shoda/Smith: Das "Persönlichkeitsparadoxon"/Shoda/Smith: Das konsequente Versäumnis, Beweise für Verhaltensstabilität über Situationen hinweg zu finden (intra-individuelle Variabilität), ließ einige die Tragfähigkeit des Grundbegriffs der Persönlichkeit als Kausalfaktor im Verhalten in Frage stellen (z.B. Shweder 1975)(1). Dieser rätselhafte Zustand der Affären - die Annahme einer stabilen Dispositionsstruktur, kombiniert mit wenig Beweisen für Verhaltenskonsistenz - wurde von Bem und Allen (1974)(2) als "Persönlichkeitsparadoxon" bezeichnet.
Die Auflösung des Persönlichkeitsparadoxons erforderte daher ein konzeptionelles Modell, das nicht nur individuelle Unterschiede im Mittelwert oder im "durchschnittlichen" Verhalten in Situationen, die im Mittelpunkt von Merkmalskonzepten stehen, berücksichtigen könnte, sondern auch die unverwechselbaren und einzigartigen Möglichkeiten, wie sich das Verhalten einer Person in verschiedenen Situationen ändern kann. Ein solches Modell würde notwendigerweise sowohl situative als auch dispositionale Faktoren beinhalten, jedoch in einer Weise, die auf dem Konzept der triadischen gegenseitigen Kausalität aufbaut, die bidirektionale kausale Beziehungen zwischen Mensch, Umwelt und Verhalten spezifiziert (Bandura 1986)(3). ((s Vgl. >Kausalität/Evolutionäre Psychologie).
Corr I 474
Shoda: Idiographische Analysen der Antworten von (...) Kindern lieferten Hinweise auf stabile und konsistente Situationsverhaltensprofile in fünf verschiedenen und klar definierten Situationen (z.B. von einem anderen Kind gehänselt, von einem Erwachsenen gelobt, von einem Erwachsenen gewarnt). Die Kinder unterschieden sich nicht nur in der Gesamtzahl ihrer aggressiven Reaktionen, sondern auch in den Situationen, in denen das Verhalten auftrat. Ihre Situationsverhaltensprofile über verschiedene Zeiträume hinweg waren oft sehr einheitlich. (Shoda, Mischel und Wright (1994)(4)).
Stabile Verhaltenssignaturen wurden auch in der Wirtschaft (Ilies, Scott und Richter 2006)(5) und in Laborsituationen (Borkenau, Riemann, Spinath und Angleitner 2006)(6) beobachtet.


1. Shweder, R. A. 1975. How relevant is an individual difference theory of personality?, Journal of Personality 43: 455–85
2. Bem, D. J. and Allen, A. 1974. On predicting some of the people some of the time: the search for cross-situational consistencies in behaviour, Psychological Review 81:506–20
3. Bandura, A. 1986. Social foundations of thought and action: a social cognitive theory. Englewood Cliffs, NJ: Prentice-Hall
4. Shoda, Y., Mischel, W. and Wright, J. C. 1994. Intra-individual stability in the organization and patterning of behaviour: incorporating psychological situations into the idio-graphic analysis of personality, Journal of Personality and Social Psychology 67:674–87
5. Ilies, R., Scott, B. A. and Judge, T. A. 2006. The interactive effects of personal traits and experienced states on intraindividual patterns of citizenship behaviour, Academy of Management Journal 49: 561–75
6. Borkenau, P., Riemann, R., Spinath, F. M. and Angleitner, A. 2006. Genetic and environmental influences on person x situation profiles, Journal of Personality 74: 1451–80


Ronald E. Smith and Yuichi Shoda, “Personality as a cognitive-affective processing system“, in: Corr, Ph. J. & Matthews, G. (eds.) 2009. The Cambridge Handbook of Personality Psychology. New York: Cambridge University Press


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

EconSmith I
Adam Smith
The Theory of Moral Sentiments London 2010

EconSmithV I
Vernon L. Smith
Rationality in Economics: Constructivist and Ecological Forms Cambridge 2009

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

Send Link
> Gegenargumente gegen Smith

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z