Psychologie Lexikon der Argumente

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Verhalten, Philosophie: Beobachtbare Veränderungen im beschreibbaren Zustand von lebenden Organismen, die von diesen Organismen selbst initiiert sind oder die eine Reaktion auf äußere Reize darstellen, bei denen eine gewisse Wahlmöglichkeit der Reaktion besteht. Flankierende Gedanken gehören nicht zum Verhalten, da sonst eine beliebige Ausweitung des Bezugsrahmens eine Bestimmung des Verhaltens unmöglich machen würde. Siehe auch Behaviorismus, Psychologie, Mentalismus, Naturalismus, Beobachtung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Harry Harlow über Verhalten – Lexikon der Argumente

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Verhalten/Harlow: Die Feststellung, dass die Aufzucht mit Altersgenossen die Auswirkungen der mütterlichen Deprivation auf die Entwicklung von Peer-Beziehungen kompensieren könnte, war der umstrittenste und vorläufigste Befund in seiner Arbeit von 1962(1). Harlow arbeitete mit einer kleinen Anzahl von Affen und beobachtete nur wenige Unterschiede zwischen mutter-aufgezogenen und peer-aufgezogenen Affen beim Spielen, Abwehren oder Sexualverhalten mit Gleichaltrigen während der jugendlichen Entwicklungsphase.
Diese Erkenntnis führte Harlow zu dem Schluss, dass das Spiel mit den Altersgenossen "notwendiger als die Mutter für die Entwicklung effektiver sozialer Beziehungen" sei (Harlow & Harlow, 1962(1), S. 495). Harlow blieb jedoch vorsichtig bei seinen Schlussfolgerungen und stellte fest, dass sie sich auf Ergebnisse im Alter von nur bis zu zwei Jahren beschränkten.
Folgeuntersuchungen von peer-aufgezogenen Affen durch Harlows ehemaligen Doktoranden Steve Suomi schlugen eine weniger optimistische Sichtweise von peer-aufgezogenen Affen auch während der jugendlichen Entwicklungsphase vor (Suomi, 2008)(2).
Als (...) peer-aufgezogene Affen mit mutter-aufgezogenen Affen gruppiert wurden, fielen sie auf den Boden der Peer-Dominanzhierarchien (Bastian, Sponberg, Sponberg, Sponberg, Suomi, & Higley, 2002)(3).
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VsHarlow: Die Forschung hat sich in mehrfacher Hinsicht von den Paradigmen des sozialen Entzugs entfernt.
1) Forscher haben subtilere Variationen in Frühpflegeumgebungen untersucht, indem sie die Auswirkungen temporärer Trennungen von Betreuern sowie Unterschiede in der Qualität der mütterlichen Betreuung von Nachkommen berücksichtigt haben (Suomi & Levine, 1998)(4).
2) Forscher haben begonnen, individuelle Unterschiede in der Empfindlichkeit von Nachkommen gegenüber Umwelteinflüssen zu untersuchen (Lyons, Parker, & Schatzberg, 2010)(5).
3) Die Trends zur Untersuchung eines Kontinuums von Pflegeumgebungen und die individuellen Unterschiede in der Anfälligkeit von Kindern für Pflegeumgebungen wurden durch Bemühungen zur Identifizierung der genetischen, neuronalen und physiologischen Mechanismen vorangetrieben, durch die frühe Erfahrungen spätere Ergebnisse beeinflussen (Weaver et al., 2004)(6). Vgl. >Emotionale Bindungen/Psychologische Theorien, >Emotionale Bindung/Bowlby.



1. Harlow, H. F., & Harlow, M. (1962). Social deprivation in monkeys. Scientific American, 207, 137–146.
2. Suomi, S. J. (2008). Attachment in rhesus monkeys. In J. Cassidy & P. Shaver (Eds), Handbook of attachment: Theory, research and clinical applications (pp. 173–191). New York: Guilford Press.
3. Bastian, M. L., Sponberg, A. C., Suomi, S. J., & Higley, J. D. (2002). Long-term effects of infant rearing condition on the acquisition of dominance rank in juvenile and adult rhesus macaques
(Macaca mulatta). Developmental Psychobiology, 42, 44–51.
4. Suomi, S., & Levine, S. (1998). Psychobiology of intergenerational effects of trauma: Evidence from animal studies. In Y. Daneli (Ed.), International handbook of multigenerational legacies of trauma (pp. 623–637). New York: Plenum Press.
5. Lyons, D. M., Parker, K. J., & Schatzberg, A. F. (2010). Animal models of early life stress: Implications for understanding resilience. Developmental Psychobiology, 52, 616–624.
6. Weaver, I. C. G., Cervoni, N., Champagne, F. A., D’Alessio, A. C., Sharma, S., Seckl, J. R., Dymov, S., et al. (2004). Epigenetic programming by maternal behavior. Nature Neuroscience, 7, 847–854.


Roger Kobak, “Attachment and Early Social deprivation. Revisiting Harlow’s Monkey Studies”, in: Alan M. Slater and Paul C. Quinn (eds.) 2012. Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Harlow, Harry

Slater I
Alan M. Slater
Paul C. Quinn
Developmental Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2012

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