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Sprachentwicklung/Entwicklungspsychologie/Upton: Gemeinsame Aufmerksamkeit (joint attention) und das Teilen von Interaktionen sind Schlüsselmerkmale früher Beziehungen und spielen laut Bruner (1985)(1) eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Sprache. Zunächst einmal können solche Interaktionen nur die Betreuungsperson und das Kind betreffen, z.B. ein Peek-a-boo-Spiel.
In gemeinsamen Aktionsformaten schafft die Mutter einfache, strukturierte Aktivitäten mit Objekten wie Spielzeug, um ihrem Kind beizubringen, wofür die Objekte sind und wie man sie benutzt - zum Beispiel aus Bausteinen einen Turm bauen oder einen Löffel zum Füttern benutzen.
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Diese gemeinsamen Sequenzen werden auch von der Mutter angesprochen, die das Kind dadurch ermutigt, Sprache zu erlernen (Bruner, 1975(2), 1985(1), 1993(3)). Das Format der gemeinsamen Handlung (joint-action format) bietet eine Mapping-Aktivität, bei der das Kind lernt, Wörter und Phrasen mit den richtigen Objekten und Ereignissen zu verknüpfen. Zeigen spielt eine wichtige Rolle beim Sicherstellen der gemeinsamen Aufmerksamkeit bei joint-action-Formaten - z.B. demonstrieren Säuglinge beim Lesen von Bilderbüchern mit ihren Betreuungspersonen die gemeinsame Aufmerksamkeit auf die im Buch gezeigten Objekte durch Zeigen, das in der Regel mit einer Benennung des Objekts einhergeht.
Rolle der Erwachsenen: Die Reaktion der Erwachsenen auf das Zeigen eines Säuglings besteht in der Regel darin, das Objekt, auf das gezeigt wird, zu benennen (Hannan, 1992)(4).
Blindheit: Die Forschung hat auch gezeigt, dass blinde Kinder in der Lage sind, deutlich weniger Objekte zu benennen als sehende Kinder (Norgate, 1997)(5), was die Bedeutung des Zeigens für die Erfassung von Objektnamen weiter unterstützt.
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Die Forschung deutet darauf hin, dass die meisten Säuglinge ihre ersten Worte verstehen, wenn sie etwa acht Monate alt sind und die Gesamtzahl der verstandenen Wörter langsam bis zu einem Alter von etwa zwölf Monaten wächst, wenn es einen plötzlichen Wortschatzanstieg gibt (Fenson et al., 1994)(6). Harris et al. (1995b)(7) führten eine Längsschnittstudie durch, in der sie feststellten, dass das Alter, in dem Säuglinge erstmals Anzeichen für das Verständnis der Namen von Objekten zeigten, zehn Monate betrug.


1. Bruner, J.S. (1985) Actual Minds, Possible Worlds. Cambridge, MA: Harvard University Press.
2. Bruner, J.S. (1975) The ontogenesis of speech acts.Journal of Child Language, 2: 1—19.
3. Bruner, J.S. (1993) Explaining and interpreting: two ways of using mind, in Harman, G. (ed.) Conceptions of the Human Mind: Essays in honor of George A Miller. Hillsdale, NJ: Lawrence Erlbaum.
4. Hannan, T.E. (1992) An examination of spontaneous pointing in 20- to 50-month-old chil
then. Perceptual andMotor Skills, 74: 65 1—8.
5. Norgate, S.H. (1997) Research methods for studying the language of blind children, in Horn
berger, N.H. and Corson, D (eds) The Encyclopedia of Languczge and Education, Vol. 8:Research
methods in language and education. The Netherlands: Kiuwer Academic Publishers.
6.Fenson, L., Dale, P.S., Reznick,JS, Bates, E, Thai, DJ and Pethick, SI (1994) Variability in early
communicative development. Monographs of the Society of Research in Child Development,
59: serial no. 242.
7. Harris, M., Yeeles, C., Chasm, J. and Oakley, Y. (199 5b) Symmetries and asymmetries in early
lexical comprehension and production,Journal of Child Language, 22: 1—18.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders.
Entwicklungspsychologie

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011

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