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Common ingroup identity: Die gemeinsame Gruppenidentität in der Psychologie bezieht sich auf die Wahrnehmung einer gemeinsamen Identität zwischen den Mitgliedern sozialer Gruppen, wobei die Gemeinsamkeiten und nicht die Unterschiede betont werden. Siehe auch Gruppenverhalten, Gruppendenken, Sozialpsychologie, Soziales Verhalten.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Samuel L. Gaertner über Common Ingroup Identity – Lexikon der Argumente

Haslam I 158
Common Ingroup Identity/Gaertner/Dovidio: Der gemeinsame gruppeninterne Identitätsansatz zur Reduzierung von Vorurteilen wurde von Samuel Gaertner und John Dovidio vorangetrieben (z.B. Gaertner et al., 1993(1), 2000(2). In diesem Ansatz wird die kognitive Neukategorisierung von "uns" und "ihnen" in "uns alle" als Grundlage für den Abbau von Vorurteilen angesehen. Tatsächlich war dies genau der Prozess, von dem Sherif glaubte, dass er im Rahmen der gruppenübergreifenden Zusammenarbeit für ein übergeordnetes Ziel in Phase 3 seiner Studien auftrat (z.B. siehe Sherif, 1951(3): 421), >Robbers Cave Experiment/Sherif
, >Gruppenverhalten/Sherif, >Soziale Gruppen/Sherif.
Neukategorisierung/GaertnerVsSherif/DovidioVsSherif: Es gibt jedoch deutliche Unterschiede zwischen Sherifs Analyse und dem gemeinsamen gruppeninternen Identitätsmodell. So wird beispielsweise davon ausgegangen, dass eine Vielzahl von Faktoren zu dieser kognitiven Neukategorisierung führen und nicht nur eine erfolgreiche Zusammenarbeit für ein übergeordnetes Ziel. Das gemeinsame gruppeninterne Identitätsmodell erkennt auch an, dass kognitive Neukategorisierungsprozesse für Mitglieder von Minderheiten- und Mehrheitsgruppen unterschiedlich sein können (z.B. Dovidio et al., 2007(4)) - ein Faktor, der von Sherif und seinen Kollegen nicht berücksichtigt wird.

1. Gaertner, S.L., Dovidio, J.F., Anastasio, P.A., Bachman, B.A. and Rust, M.C. (1993) ‘The common ingroup identity model: Recategorisation and the reduction of intergroup bias’, European Review of Social Psychology, 4: 1–26.
2. Gaertner, S.L., Dovidio, J.F., Banker, B.S., Houlette, M., Johnson, K.M. and McGlynn, E.A. (2000) ‘Reducing intergroup conflict: From superordinate goals to decategorization, recategorization, and mutual differentiation’, Group Dynamics: Theory, Research and Practice, 4: 98–114.
3. Sherif, M. (1951) ‘A preliminary experimental study of inter-group relations’, in J.H. Rohrer and M. Sherif (eds), Social Psychology at the Crossroads. New York: Harper & Row. pp. 388–424.
2. Sherif, M., White, B.J. and Harvey, O.J. (1955) ‘Status in experimentally produced groups’, American Journal of Sociology, 60: 370–9.
4. Dovidio, J.F., Gaertner, S.L. and Saguy, T. (2007) ‘Another view of “we”: Majority and minority group perspectives on a common ingroup identity’, European Review of Social Psychology, 18: 296–330.


Michael W. Platow and John A. Hunter, „ Intergroup Relations and Conflicts. Revisiting Sherif’s Boys’ Camp studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Gaertner, Samuel L.

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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