Psychologie Lexikon der Argumente

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Normen, Ethik, Philosophie: Normen legen fest, welche Handlungen erlaubt, geboten oder verboten sind, wenn bestimmte Umstände gegeben sind. Die philosophische Diskussion beschäftigt sich vor allem sich mit Fragen ihrer Begründung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Gruppenpsychologie über Normen - Lexikon der Argumente

Haslam I 178
Normen/Gruppenpsychologie: Die Frage, wann und warum Normen für Diskriminierung die Normen für Fairness überwiegen, ist schwer zu beantworten, die Rolle normativer Faktoren kann nicht vollständig ausgeschlossen werden. Die Eliminierung der Rolle des Eigeninteresses hat sich ebenfalls als viel schwieriger erwiesen, als ursprünglich angenommen, zum Teil, weil die Menschen erwarten, dass sie Belohnungen von der eigenen Gruppe (InGroup) erhalten, und dies bei der Verteilung der Belohnungen auf InGroup- und OutGroup-Mitglieder berücksichtigen. >Gruppenverhalten/Pychologische Theorien
, >Minimale Gruppe/Psychologische Theorien, >Minimale Gruppe/Tajfel.
Spears/Otten: Es scheint plausible evolutionäre Gründe dafür zu geben, dass Menschen mehr Vertrauen in InGroups als in OutGroups setzen und daher im Sinne einer begrenzten Gegenseitigkeit handeln. Gleichzeitig scheint es, dass eine minimale Verzerrung der eigenen Gruppe aus der Tendenz resultieren kann, das Selbst als Anker zu benutzen und Eigeninteressen auf die Gruppe zu projizieren. (Spears et al., 2002(1), 2009(2)). >Unverwechselbarkeit/Gruppenpsychologie, >Reziprozität/Psychologische Theorien.
Tajfel: Auch für weitere Erklärungen von Tajfel und den Ergebnissen von Kollegen auf Gruppenebene haben sich umfangreiche Belege angesammelt. Diese deuten darauf hin, dass Diskriminierung nicht nur dazu dient, ein positives Gefühl des (kollektiven) Selbst zu fördern, sondern auch dazu, eine positive Gruppen-Unverwechselbarkeit zu schaffen.



1. Spears, R., Jetten, J. and Scheepers, D. (2002) ‘Distinctiveness and the definition of collective self: A tripartite model’, in A. Tesser, J.V. Wood and D.A. Stapel (eds), Self and Motivation: Emerging Psychological Perspectives. Lexington, KY: APA. pp. 147–71.
2. Spears, R., Jetten, J., Scheepers, D. and Cihangir, S. (2009) ‘Creative distinctiveness: Explaining in-group bias in minimal groups’, in S. Otten, T. Kessler and K. Sassenberg (eds), Intergroup Relations: The Role of Motivation and Emotion; A Festschrift in Honor of Amélie Mummendey. New York: Psychology Press. pp. 23–40.


Russell Spears and Sabine Otten,“Discrimination. Revisiting Tajfel’s minimal group studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications

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Haslam I 196
Normen/Gruppendenken/Dissens/Gruppenpsychologie: Neuere Forschungsarbeiten haben mehrere Faktoren identifiziert, die die kritische Bewertung von Gruppennormen durch Gruppenmitglieder erleichtern und Ausdrucksformen von Meinungsverschiedenheiten fördern. Einige davon beziehen sich auf individuelle Unterschiede. So ist beispielsweise die Meinungsverschiedenheit zwischen Individuen größer, die sowohl sehr offen für Erfahrungen sind (d.h. offener für gegensätzliche Perspektiven) als auch gewissenhaft (d.h. motiviert, auf Informationen zu reagieren; Packer and Chasteen, 2010(1)).
Situationen: Es gibt auch situative Effekte. Am bemerkenswertesten ist vielleicht ein Abstraktionseffekt, so dass identifizierte und gewissenhafte Gruppenmitglieder, die dazu veranlasst werden, abstrakter zu denken (z.B. durch längere Zeitperspektiven), auch eher von Gruppennormen abweichen (Packer, Fujita und Chasteen, 2013(2); Packer, Fujita und Herman, 2013(3)).



1. Packer, D.J. and Chasteen, A.L. (2010) ‘Loyal deviance: Testing the normative conflict model of dissent in social groups’, Personality and Social Psychology Bulletin, 36: 5–18.
2. Packer, D.J., Fujita, K. and Chasteen, A.L. (2013) ‘The motivational dynamics of dissent decision: A goal-conflict approach’, Social Psychological and Personality Science, 5: 27–34.
3. Packer, D.J., Fujita, K. and Herman, S. (2013) ‘Rebels with a cause: A goal conflict approach to understanding when conscientious people dissent’, Journal of Experimental Social Psychology, 49: 927–32.


Dominic J. Packer and Nick D. Ungson, „Group Decision-Making. Revisiting Janis’ groupthink studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Gruppenpsychologie

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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