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Psychologische Theorien über Vereinfachung - Lexikon der Argumente

Haslam I 232
Vereinfachung/Sterotypen/illusorische Korrelation/psychologische Theorien: Mitte der 70er Jahre gingen Hamilton und Gifford, zwei Sozialpsychologen (...) davon aus, dass sich auch negative Stereotypen von Minderheiten bilden könnten, da die Menschen dazu neigen, fehlerhafte Assoziationen herzustellen. (Hamilton und Gifford 1976(1)). Diese Denkweise geht auf den Journalisten Walter Lippmann zurück, welcher anregte, dass die informationsverarbeitende Fähigkeit der Menschen dadurch begrenzt sei, dass die soziale Welt viel zu komplex ist, um sie im Detail zu verstehen.
In seinem 1922 erschienenen Buch Public Opinion(2) schlug Lippmann vor, dass Menschen zur Vermeidung von Informationsüberflutung dazu gezwungen sind, zusammenzufassen und selektiv zu sein und Verallgemeinerungen zu nutzen, um Eindrücke von Gruppen und nicht von Individuen zu gewinnen - das heißt, sich auf Stereotypen zu verlassen.
Im Einklang mit den Argumenten anderer einflussreicher kognitiver Sozialpsychologen wie Susan Fiske und Shelley Taylor argumentierten Hamilton und Gifford, dass eine Folge dieser Notwendigkeit, die Welt zu vereinfachen, darin besteht, dass die Menschen nur auf die Dinge achten, die Aufmerksamkeit erfordern.
Haslam I 233
Aufmerksamkeit/Gifford/Hamilton: These: Dinge, die am ehesten Aufmerksamkeit erregen, sind die Dinge, die auffallen oder unverwechselbar sind, und die unverwechselbarsten Dinge von allen sind nicht die, die alt- und allgemein bekannt sind (und die somit schon einmal gesehen wurden), sondern die, die sich dadurch auszeichnen, dass sie neu und selten sind.
Minderheiten/Gifford/Hamilton: Wenn wir an Gruppen denken, deren Mitglieder für die meisten Menschen selten anzutreffen sind, dann sind das Minderheitengruppen. Und wenn dies der Fall ist, dann sollten diese Menschen in ihrem alltäglichen Leben den Mitgliedern von Minderheiten besondere Aufmerksamkeit schenken. >Stereotype/Gifford/Hamilton, >Illusorische Korrelation/Gifford/Hamilton.



1. Hamilton, D.L. and Gifford, R.K. (1976) ‘Illusory correlation in intergroup perception: A cognitive basis of stereotypic judgments’, Journal of Experimental Social Psychology, 12: 392–407.
2. Lippmann, W. (1922) Public Opinion. New York: Harcourt Brace.



Craig McGarty, „Stereotype Formation. Revisiting Hamilton and Gifford’s illusory correlation studies“, in: Joanne R. Smith and S. Alexander Haslam (eds.) 2017. Social Psychology. Revisiting the Classic studies. London: Sage Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Psychologische Theorien

Haslam I
S. Alexander Haslam
Joanne R. Smith
Social Psychology. Revisiting the Classic Studies London 2017

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