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Entwicklungspsychologie über Lateralisation des Gehirns - Lexikon der Argumente

Upton I 71
Lateralisation/Sprache/rechte Hemisphäre/Entwicklungspsychologie/Upton: Traditionell wird angenommen, dass Händigkeit in enger Verbindung mit der Organisation des Gehirns steht. Paul Pierre Broca beschrieb im 19. Jahrhundert erstmals Sprachregionen in der linken Hemisphäre von Rechtshändern. Von da an wurde akzeptiert, dass das Gegenteil, nämlich die Sprachdominanz der rechten Hemisphäre, für Linkshänder gelten sollte (Knecht et al., 2000)(1). In der Praxis dominiert jedoch bei den meisten Menschen die linke Gehirnhälfte: Rund 95 Prozent der Rechtshänder verarbeiten Sprache überwiegend in der linken Hemisphäre (Springer und Deutsch, 1985)(6), genau wie mehr als 50 Prozent der Linkshänder (Knecht et al., 2000)(1). Laut Knecht et al. ist Linkshändigkeit weder Voraussetzung noch eine notwendige Folge der Sprachdominanz der rechten Hemisphäre (Knecht et al., 2000(5), S. 2517).
Linkshändigkeit ist bei kreativen und künstlerischen Individuen, wie Musikern und Künstlern, weitaus häufiger anzutreffen, als durch Zufall zu erwarten wäre (Schachter und Ransil, 1996)(3). Dies könnte durch die Feststellung erklärt werden, dass Linkshänder in der Regel über außergewöhnliche visuell-räumliche Fähigkeiten verfügen (Holtzen, 2000)(4), was bedeutet, dass sie Formen und Konturen besser erkennen und darstellen können (Ghayas und Adil, 2007)(5). Studien haben gezeigt, dass Linkshänder bei Intelligenztests tendenziell sehr gut abschneiden (z.B. Bower, 1985(6); Ghayas und Adil, 2007(5)); es wurde jedoch auch festgestellt, dass Linkshänder eher Leseprobleme haben als Rechtshänder (Natsiopoulos et al., 1998), was mit der Art und Weise zusammenhängen kann, wie sie Sprache verarbeiten. >Sprachentwicklung/Entwicklungspsychologie.



1. Knecht, S, Dräger, B, Deppe, M, Bobe, L and Lohmann, H. (2000) Handedness and hemispheric language dominance in healthy humans. Brain, 123(12): 2512–18.
2. Springer, S.P. and Deutsch, G. (1985) Left Brain, Right Brain. New York: WH Freeman.
3. Schachter, S.C. and Ransil, B.J. (1996) Handedness distributions in nine professional groups. Perceptual and Motor Skills, 82: 51–63.
4. Holtzen, DW (2000) Handedness and professional tennis. International Journal of Neuroscience. 105: 109–19.
5. Ghayas, S. and Adil, A. (2007) Effect of handedness on intelligence level of students. Journal of the Indian Academy of Applied Psychology, 33(1): 85–91.
6. Bower, B. (1985) The left hand of math and verbal talent. Science News, 127(17): 263.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Entwicklungspsychologie

Upton I
Penney Upton
Developmental Psychology 2011

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