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Prosatz-Theorie, Philosophie: Eine Variante der Wahrheitstheorie, die von D.L. Grover, J. Camp und N. Belnap (A prosentential theory of truth. Philosophical Studies, 27, 73-124,1975) vorgebracht wurde. Anstelle des Wahrheitsprädikats „wahr“ wird ein ganzer Satz „Das ist wahr“ angenommen, durch den ein fraglicher Satz gedanklich ergänzt werden könnte, um seine Wahrheit zu bekräftigen. Der springende Punkt dabei ist, dass auf diese Weise Wahrheit nicht als eine Eigenschaft von Sätzen zugeschrieben wird. Siehe auch Redundanztheorie, Wahrheitstheorie, parataktische Analyse, Deflationismus, Inflationismus, Disquotationalismus.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Grover, D.L. über Prosatz-Theorie - Lexikon der Argumente

Horwich I 315
Prosatz-Theorie/Camp,Grover,Belnap/CGB/Grover: (Modifikation von Ramseys Ansatz) These: Wenn wir die Alltagssprache leicht anreichern durch propositionale Quantifikation (Quantifikation über Sätze), dann können wir ohne Wahrheitsprädikat ("wahr") alles ausdrücken, was wir mit ihm ausdrücken können. >W-Prädikat, Wahrheitsprädikat.
I 324
Prosatz-Theorie/CGB: Variablen müssen bei dem Prosatz nicht mit Prädikaten verbunden sein.
Alltagssprache: Die Alltagssprache hat schon Prosätze, Bsp "es ist wahr", "das ist wahr". Relativpronomen: Relativpronomen funktionieren nur mit Individuenvariablen - nicht mit propositionalen Variablen (diese haben Satzposition). Lösung: Eine Lösung hier bietet die cross-reference (Querverweis), dann muss eine Variable beim Prosatz nicht mit einem Verb verbunden sein.
I 325
Wahr/Ramsey: Wahr muss keine Eigenschaft zuschreiben. CGB: Wahr kann ein Fragment des Prosatzes sein.
I 334
Prosatztheorie/CGB: These: Wir wollen im Geist von Ramsey sagen, dass alle Rede über Wahrheit so verstanden werden kann, dass sie eben nur den prosententialen Gebrauch von "das ist wahr" involviert.
I 349
Prosatz/CGB: Der Prosatz darf nicht aufgesplittet werden (um "das" als Anapher zu nehmen - sonst ist auch "ist wahr" einzeln und dann nicht mehr referierend sondern charakterisierend (Eigenschafts-zuschreibend, CGBVs)).
I 351
Wahr/CGB: Wahr wird charakterisierend, wenn "sie" als unabhängiges Pronomen (traditionell, nicht-anaphorisch) aufgefasst wird.
I 354
Prosatz: Der Prosatz referiert nie auf eine Proposition (als Glaubensobjekt).
ad I 352
((s)Prosatz/CGB/(s): Der Prosatz hat normalerweise keine behauptende Kraft.) >Behauptende Kraft.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Grover, D. L.

Gro I D. Grover A Prosentential Theory of Thruth Princeton New Jersey 1992

Camp/Grover/Belnap
D. L. Grover, J. L. Camp, N. D. Belnap
Philosophical Studies 27 (1) 73 – 125 (1975)

Es wird auf externe Quellen verweisen.

Horwich I
P. Horwich (Ed.)
Theories of Truth Aldershot 1994

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