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Hans Jürgen Eysenck über Dimensionaler Ansatz – Lexikon der Argumente

Corr II 77
Dimensionaler Ansatz/Eysenck, H. J./Kieron/Corr: [Der dimensionale Ansatz] systematisiert Variationen und macht Charakterzüge bzw. Eigenschaften (engl. traits) als quantifizierbare Daten messbar - schließlich variieren natürliche Eigenschaften (z.B. Höhe) [auch] entlang einer Dimension. [Darüber hinaus] kann die in den Dimensionen enthaltene Vielfalt später immer systematisch und empirisch in Kategorien (z.B. Persönlichkeits-'Typen') umgewandelt werden, das Gegenteil ist jedoch nicht der Fall (...). Es besteht kein Widerspruch, wenn sich quantitative Extreme auf derselben Dimension, die durch statistische Cut-offs berechnet wurden, später qualitativ unterscheiden können (...). Ein dimensionaler Ansatz ermöglicht die Darstellung eines Individuums als komplex und multidimensional und einige Dimensionen können zu verschiedenen Zeiten und Gelegenheiten wichtiger sein als andere (...). Der dimensionale Ansatz erlaubt es uns, systematisch über einzelne Symptome und Zeichen hinauszugehen, die an sich nicht zuverlässig auftreten, sondern eher Teil eines Musters sind (Polman, O'Connor, & Huisman, 2011)(1). Die Zuordnung der Psychopathologie zu einer Dimension erlaubt es, abweichendes Verhalten an einem Ende eines Kontinuums mit normalem Verhalten zu identifizieren. Dies ermöglicht es, das Patientenverhalten als eine Progression zu verstehen (O'Connor, 2016)(2). Es normalisiert das Verhalten auch in gewisser Weise, da z.B. extreme Angst mit einer normalen Angst verbunden sein kann, die jeder erlebt (...). Schließlich hat ein dimensionaler Ansatz einen destigmatisierenden Einfluss. Psychiatriepatienten kommen nicht von einem anderen Planeten; ihre Symptome sind aus dem gleichen psychologischen Holz geschnitzt, aus dem wir auch sind.



1. Polman, A., O’Connor, K. P., & Huisman M. (2011). Dysfunctional belief-based subgroups and inferential confusion in obsessive–compulsive disorder. Personality and Individual Differences, 50, 153–158.
2. O’Connor, K. (2016). Hans Eysenck and the individual differences paradigm in the clinical setting. Personality and Individual Differences, 103, 99–104.


O’Connor, Kieron P. and Philip J. Corr : “The Dimensional Model of Personality and Psychopathology Revisiting Eysenck (1944)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 69-85.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Eysenck, Hans Jürgen

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

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