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Hans-Georg Gadamer über Kunstreligion – Lexikon der Argumente

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Kunstreligion/Symbol/Gadamer: Für Goethe ist „Alles, was geschieht (...) ist Symbol, und indem es vollkommen sich selbst darstellt, deutet es auf das Übrige.“(1)
In der philosophischen Ästhetik dürfte dieser Sprachgebrauch vor allem auf dem Wege über die griechische „Kunstreligion“ heimisch geworden sein. Das zeigt deutlich Schellings Entwicklung der Philosophie der Kunst von der Mythologie aus. Karl Philipp Moritz, auf den sich Schelling dort beruft, hatte zwar für die mythologischen Dichtungen in seiner die „Auflösung in bloße Allegorie« bereits zurückgewiesen, verwandte aber für diese Sprache der Phantasie« den Ausdruck Symbol noch nicht. Schelling dagegen schreibt: »Die Mythologie überhaupt und jede Dichtung derselben insbesondere ist weder schematisch noch allegorisch, sondern symbolisch
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zu begreifen. Denn die Forderung der absoluten Kunstdarstellung ist: Darstellung mit völliger Indifferenz, so nämlich, daß das Allgemeine ganz das Besondere, das Besondere zugleich das ganze Allgemeine ist, nicht es bedeutet«(2). >Symbol/Goethe, >Symbol/Kant.


1.Goethe, Brief vom 3. 4. 1818 an Schubart.
2. Schelling, Philosophie der Kunst (1802) (WW. V, 411).


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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> Gegenargumente gegen Gadamer

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