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David C. Funder über Genauigkeit – Lexikon der Argumente

Corr II 212
Genauigkeit/Persönlichkeitsbeurteilung/Funder/Biesanz: Funder (1995)(1) argumentiert, dass ein ergänzendes Forschungsprogramm mit dem Schwerpunkt auf Genauigkeit erforderlich ist - wann und für wen sind Wahrnehmungen genauer? Der Schlüssel zum Verständnis dieses Arguments und dieser Perspektive liegt darin, dass Genauigkeit und Voreingenommenheit konzeptionell und empirisch in keinem Zusammenhang stehen können. Die Beseitigung von Vorurteilen kann die Genauigkeit nicht verändern, da sie nicht zwei Seiten derselben Medaille sind. (...) alle Kombinationen von hoher und niedriger Genauigkeit und Vorurteilen können koexistieren. Die bloße Existenz eines Vorurteils - oder deren Ausmaß - informiert uns nicht über die Existenz oder das Ausmaß der Genauigkeit, außer an den äußersten theoretischen Grenzen. Das Vorhandensein zuverlässiger und reproduzierbarer Vorurteile und Fehler in Urteilen und Eindrücken informiert uns daher nicht über die Richtigkeit unserer Eindrücke von anderen. Persönlichkeitspsychologen müssen den Grad der Genauigkeit der Eindrücke von Charakterzügen und -dimensionen systematisch untersuchen und dokumentieren.
II 2013
(...) die konstruktivistische Perspektive untersucht Genauigkeit als eine soziale Konstruktion (z.B. Konsens unter Beobachtern), und die tatsächliche Persönlichkeit der betreffenden Person ist in gewisser Weise irrelevant. Wenn sich alle einig sind, dass Jack nervig ist, dann ist er wirklich und wahrhaftig nervig. Wenn Jack freundlich und gesellig wäre und es ein Vergnügen wäre, ihn um sich zu haben (...) [würden] diese alternativen und unbeobachteten Realitäten unter dieser Perspektive nicht berücksichtigt werden. Die pragmatische Perspektive definiert die Genauigkeit in Bezug darauf, wie gut Beurteilungen es einem ermöglichen, mit dieser Person auszukommen und erfolgreich mit ihr zu interagieren. Jacks Persönlichkeit ist in gewissem Sinne nicht relevant, da es nur darum geht, wie gut Beurteilungen von Jacks Persönlichkeit es einem erlauben, erfolgreich mit Jack zu interagieren. Im Gegensatz dazu definierte Funder realistische Genauigkeit als ein umfassenderes Konstrukt.
>Realistic Accuracy Model/Funder


1.Funder, D. C. (1995). On the accuracy of personality judgment: A realistic approach. Psychological Review, 102, 652–670.


Biesanz, Jeremy C.: “Realistic Ratings of Personality Revisiting Funder (1995)”, In: Philip J. Corr (Ed.) 2018. Personality and Individual Differences. Revisiting the classical studies. Singapore, Washington DC, Melbourne: Sage, pp. 209-223.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Funder, David C.

Corr I
Philip J. Corr
Gerald Matthews
The Cambridge Handbook of Personality Psychology New York 2009

Corr II
Philip J. Corr (Ed.)
Personality and Individual Differences - Revisiting the classical studies Singapore, Washington DC, Melbourne 2018

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> Gegenargumente gegen Funder

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