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Definition: Festlegung des Gebrauchs von sprachlichen Zeichen (Wörtern, Symbolen, Verknüpfungen) für nichtsprachliche oder auch sprachliche Gegenstände. Neue Definitionen sollen nichtkreativ sein, d.h. sie sollen sich aus dem Gebrauch der bereits verwendeten Zeichen herleiten. Siehe auch Definierbarkeit, Konservativität, Systeme, Theorien, Modelle, Bezugssysteme, Kontextdefinition, explizite Definition, implizite Definition.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Hans-Georg Gadamer über Definitionen – Lexikon der Argumente

Gadamer I 419
Definition/Gadamer: (...) was ist ein Terminus? Ein Wort, dessen Bedeutung eindeutig eingegrenzt ist, sofern es einen definierten Begriff meint. Ein Terminus ist immer etwas Künstliches, sofern entweder das Wort selbst künstlich gebildet oder - der häufigere Fall - ein bereits im Gebrauch
befindliches Wort aus der Fülle und Breite seiner Bedeutungsbezüge herausgeschnitten und auf einen bestimmten Begriffssinn festgelegt wird.
Gegenüber dem Bedeutungsleben der Worte der gesprochenen Sprache, von dem Wilhelm von Humboldt mit Recht gezeigt hat(1) dass ihm eine gewisse Schwankungsbreite wesentlich ist, ist der Terminus ein erstarrtes Wort und der terminologische Gebrauch eines Wortes eine Gewalttat, die an der Sprache verübt wird.
Antike Philosophie/Terminologie/Gadamer: Man wird (...) auch als Interpret wissenschaftlicher Texte stets mit dem Nebeneinander des terminologischen und des freieren Gebrauchs eines Wortes rechnen müssen.(2) Moderne Interpreten antiker Texte neigen leicht dazu, diese Forderung zu unterschätzen, weil der Begriff im modernen wissenschaftlichen Gebrauch künstlicher und insofern fixierter ist als in der Antike, die noch keine Fremd- und wenig Kunstworte kennt.


1. W. v. Humboldt, Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus, S 9.
2. Man denke etwa an den aristotelischen Sprachgebrauch von phronesis, dessen unterminologisches Vorkommen die Sicherheit entwicklungsgeschichtlicher Schlüsse gefährdet, wie ich ehedem gegen W. Jaeger zu zeigen suchte (vgl. Der aristotelische Protreptikos, Hermes 1928, S. 146ff.). ) Vgl. jetzt in Bd. 5 der Ges. Werke, S. 164—186.)


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

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