Psychologie Lexikon der Argumente

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Wissen: Wissen ist ein bewusstes Verhältnis zu Sätzen bzw. Aussagen oder Propositionen, das diesen auf gerechtfertigte Weise Wahrheit oder Falschheit zuspricht. Was gewusst wird, ist wahr. Umgekehrt gilt nicht, dass alles was wahr ist, auch gewusst wird. Siehe auch Wissen wie, Wissen dass, propositionales Wissen, Realismus, Fähigkeiten, Kompetenz, Wahrheit, Tatsachen, Sachverhalte, Sprache, Gewissheit, Überzeugungen, Allwissenheit, Logisches Wissen, Verlässlichkeit.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Hans-Georg Gadamer über Wissen – Lexikon der Argumente

Gadamer I 371
Wissen/Gadamer: Wissen heißt (...) immer, auf das Entgegengesetzte zugleich Gehen. Darin besteht seine Überlegenheit gegenüber der Eingenommenheit durch die Meinung, dass es Möglichkeiten als Möglichkeiten zu denken versteht. Wissen ist dialektisch von Grund aus. Wissen kann nur haben, wer >Fragen hat, Fragen aber umfassen in sich das Gegensätzliche des
Ja und Nein, des So und Anders. Nur weil Wissen in diesem umfassenden Sinne dialektisch ist, kann es eine geben, die das Gegensätzliche des Ja und Nein ausdrücklich zu ihrem Gegenstande macht. Die scheinbar allzu spezielle Frage, ob von Entgegengesetztem die gleiche Wissenschaft
möglich sei (>Dialektik/Aristoteles), enthält also der Sache nach den Grund der Möglichkeit der
Dialektik überhaupt.
Gadamer I 372
Wie kann es überhaupt zum Nichtwissen und zum Fragen kommen? (...) [es kann] nur so dazu kommen, wie einem ein Einfall kommt. [Es führt] kein methodischer Weg zu dem Gedanken (...), der die Lösung ist.
Einfall: Jeder Einfall hat die Struktur der Frage. Der Einfall der Frage aber ist bereits der Einbruch in die geebnete Breite der verbreiteten Meinung. (>Doxa/Platon). Auch von der Frage sagen wir daher, dass sie einem kommt, dass sie sich erhebt oder sich stellt - viel eher als dass wir sie erheben oder stellen.

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Habermas III 193
Wissen/Gadamer/HabermasVsGadamer/Habermas: Gadamer bleibt der Erfahrung des Philologen verhaftet, der mit klassischen Texten umgeht.
III 194
Das im Text verkörperte Wissen ist für ihn dem Wissen des Interpreten grundsätzlich überlegen.
Habermas: Damit kontrastiert die Erfahrung des Anthropologen, der lernt dass der Interpret gegenüber einer Überlieferung keineswegs immer die Position eines Unterlegenen einnimmt.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Gadamer I
Hans-Georg Gadamer
Wahrheit und Methode. Grundzüge einer philosophischen Hermeneutik 7. durchgesehene Auflage Tübingen 1960/2010

Gadamer II
H. G. Gadamer
Die Aktualität des Schönen: Kunst als Spiel, Symbol und Fest Stuttgart 1977

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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