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Geschichte: Geschichte ist die Lehre von der Vergangenheit, insbesondere von den Menschen, Ereignissen und Entwicklungen, die unsere Welt geprägt haben. Dabei geht es um den Teil der Vergangenheit, der durch das Bewusstsein bestimmt und erlebt wurde. Siehe auch Historiographie, Kultur.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Karl Marx über Geschichte – Lexikon der Argumente

Rothbard II 417
Geschichte/Ökonomie/Marx/Rothbard: (...) Marx war nicht besonders an erklärenden Gesetzen für die Funktionsweise des kapitalistischen Systems interessiert. Er war daran interessiert, zu dem vorzudringen, was er die 'Bewegungsgesetze' (ein entlarvender mechanistischer Begriff!) des kapitalistischen Systems nannte, d.h. an seinem
Das heißt, an seinem unvermeidlichen Marsch zum Sieg des revolutionären Kommunismus, einem Marsch, der „mit der Unerbittlichkeit der Naturgesetze“ verlaufen würde. Wie und wohin sollte sich der Kapitalismus also bewegen? Ein entscheidender Aspekt des unausweichlichen Untergangs des Kapitalismus ist das unausweichliche Gesetz der sinkenden Profitrate.
>Profitrate/Marx.
Rothbard II 419
Akkumulation/Marx: Welchen Weg die Marxisten auch immer einschlagen, es ist für sie von entscheidender Bedeutung, die fortgesetzte Kapitalakkumulation zu retten, da es durch diese Akkumulation zu Produktivitätssteigerungen und insbesondere zu technologischen Innovationen kommt und diese in der Wirtschaft eingeführt werden. Und wir dürfen nicht vergessen, dass sich die Kapitalisten durch technologische Innovationen ihr eigenes Grab schaufeln, denn das kapitalistische System und die kapitalistischen Verhältnisse werden zu den Fesseln, die die technologische Entwicklung blockieren. Eine technologische Methode, die der Kapitalismus nicht erfassen kann und die Marx in seinem späten Leben für die Elektrizität hielt, würde den Funken, die notwendige und ausreichende Grundlage für den unvermeidlichen Umsturz des Kapitalismus und die Machtergreifung durch die „letzte“ historische Klasse, das Proletariat, liefern.
Für Marx ergeben sich aus der angeblichen Tendenz zur Kapitalakkumulation und dem technischen Fortschritt zwangsläufig zwei Konsequenzen. Die erste ist die „Konzentration des Kapitals“, womit Marx die unaufhaltsame Tendenz jedes Unternehmens meinte, immer größer zu werden, die Produktionsskala zu erweitern.(1) Sicherlich gibt es in der modernen Welt eine große Ausweitung der Skala von Anlagen und Unternehmen.
RothbardVsMarx: Auf der anderen Seite ist das Gesetz kaum apodiktisch. Warum kann sich die Kapitalakkumulation nicht in einem Wachstum der Zahl der Unternehmen widerspiegeln und nicht nur in einer Vergrößerung der einzelnen Unternehmen?

1. So schrieb Marx in Band I des Kapitals: „Es ist ein Gesetz, das sich aus dem technischen Charakter der Produktion ergibt, dass das Minimum des Kapitals, das der Kapitalist besitzen muss, immer mehr zunehmen muss“, und „die Entwicklung der kapitalistischen Produktion macht es notwendig, die Menge des in einem bestimmten industriellen Unternehmen angelegten Kapitals ständig zu erhöhen“. ((s) Rückübersetzt aus der Englischen Ausgabe von Rothbard). Vgl.. C David Conway, A Farewell to Marx: An Outline and Appraisal of His Theories (Harmondsworth, Mddx: Penguin Books, 198 7), pp. 126-7.

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Höffe I 368
Geschichte/Marx/Höffe: [Marx](1) beginnt mit der Analyse von Ware und Geld als den sachlichen Voraussetzungen und formalen Elementen. Er gesteht dem Kapital die welthistorische Aufgabe zu, alle Produktivkräfte der Arbeit zu entwickeln. Andererseits verhindere es aber, was für eine wahrhaft humane Wirtschaft unverzichtbar sei: dass die Arbeit bzw. der Arbeiter zum Subjekt der gesellschaftlichen Prozesse werde.
Determinismus: In freier Anleihe bei Hegels Geschichtsphilosophie denkt Marx deterministisch. Denn seines Erachtens erfolgt die angeblich schwerlich zu leugnende «Verelendung der Massen» nach einem Mechanismus, der zwangsläufig in einer Selbstaufhebung des Kapitals mündet. Es komme nämlich zu einer wachsenden Konzentration des Kapitals, in dessen Verlauf mehr und mehr Kapitaleigner enteignet werden, was eine offensichtliche Folge haben soll: Mit zunehmendem Elend wächst die Empörung einer immer größeren organisierten Arbeiterschaft.
>Geschichte/Hegel
, >Weltgeschichte/Hegel, >Weltgeist/Hegel.

1. K. Marx Das Kapital Bd I 1867, Bd II u. II 1885 (= MEW 23-25)

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Gaus I 80
Geschichte/Marx/Levine, Andrew: Hegels Geschichtsphilosophie war natürlich die unmittelbare Inspiration für Marx' Versuch, die Geschichte als solche zu verstehen. Aber Marx brach mit Hegel und der gesamten Tradition, in der sein Werk gipfelte, indem er die Teleologie und damit das Projekt, herauszufinden, was historische Ereignisse bedeuten, ablehnte. Marx behielt Hegels Sinn für die Verständlichkeit der Geschichte bei; er versuchte, eine Darstellung der realen historischen Strukturen und der Richtung des historischen Wandels zu liefern.
MarxVsHegel: Aber für Marx ist Geschichte so bedeutungslos wie die Natur. Wie auch die Natur hat sie Eigenschaften, die unabhängig von den Interessen der Forscher sind und die prinzipiell bekannt sein können. Die Geschichtsphilosophen, insbesondere Hegel, hatten Aspekte der realen Geschichte erfasst, aber durch die verzerrende Linse ihrer eigenen teleologischen Überzeugungen. Marx gab ihnen Recht, ohne dem Atheoretizismus der zeitgenössischen Historiker zu erliegen.
>Geschichte/Hegel.
Geschichte/MarxismusVsMarx: Bei allen Unterschieden waren sich die westlichen Marxisten einig, dass sie sich von der Marx'schen Geschichtstheorie distanzierten. Die historisch-materialistische Orthodoxie der Zweiten und Dritten Internationale war in den Augen der westlichen Marxisten zu fatalistisch, um die Musterung zu bestehen. Sie versäumte es, der menschlichen Handlungsweise die ihr gebührende Bedeutung beizumessen. Ihr Bekenntnis zur historischen Unvermeidbarkeit schien sogar die Idee der Politik selbst zu überflüssig zu machen. Wenn das Ende bereits gegeben ist, kann man vielleicht sein Kommen beschleunigen, aber nichts kann das Endergebnis grundlegend ändern. Dies, so schien es ihnen, war eine Formel für die Stille, für das passive Abwarten der Revolution. Aber der historische Materialismus, den die westlichen Marxisten bemängelten, war nicht gerade der historische Materialismus, den Cohen verteidigte. >Geschichte/Cohen.

Levine, Andrew 2004. A future for Marxism?“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Marx I
Karl Marx
Das Kapital, Kritik der politische Ökonomie Berlin 1957

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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