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| Zeit: A. Zeit ist eine Dimension, in der Ereignisse angeordnet werden. Zunächst ist damit noch keine Richtung (vorher/nachher) festgelegt. Eine Zeitrichtung kann im Zusammenhang mit dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik gewonnen werden. Dabei muss jedoch ein globaler Rahmen angenommen werden, innerhalb dessen es eine Zunahme von Entropie gibt. Die Annahme einer zunehmenden Entropie gilt nicht für den Vergleich lokaler Ereignisse. B. Im Fall der subjektiven Zeit ist die Frage der Richtung weniger problematisch. Die empfundene Zeitrichtung wird durch den gelernten Gebrauch der Ausdrücke „vorher“ und „nachher“ ausgedrückt. Siehe auch Zeitpfeil, Zeitreisen, Zeitumkehr, Symmetrien, Dauer, Raumzeit, Relativitätstheorie, Vierdimensionalismus, Weltlinien._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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Friedrich A. von Hayek über Zeit – Lexikon der Argumente
Boudreaux II 70 Zeit/Wirtschaftszyklen/Hayek/Boudreaux: Information: Niedrige Zinsen signalisieren den Unternehmern, dass die Menschen im Allgemeinen sehr bereit sind, heute auf Konsum zu verzichten, damit die Ressourcen genutzt werden können, um heute nicht MP3-Player, Whirlpools und andere Konsumgüter zu produzieren, sondern Stahlschienen, Lokomotiven, Bulldozer und andere Investitionsgüter. >Konsumgüter, >Kapitalgüter, >Wirtschaftskreisläufe. Konsum: Was aber, wenn die Menschen ihren Konsum wirklich nicht lange aufschieben wollen? Information: Was ist, wenn die Zinssätze „lügen“ und den Unternehmern vorgaukeln, dass die Menschen mehr sparen als sie tatsächlich tun? Konjunkturzyklen/Hayek: Hayek argumentierte, dass eine solche Lüge bei Konjunkturzyklen eine besonders wichtige Rolle spielt. Wenn die Geldmenge erhöht wird, gelangt das neue Geld in der Regel über die Banken in die Wirtschaft - und um dieses neue Geld zu beschaffen, senken die Banken die Zinssätze, die sie den Kreditnehmern berechnen. Boudreaux II 71 Leider sind die Zinssätze nicht niedriger, weil die Menschen mehr sparen, sondern nur, weil die Geldschöpfung die Zinssätze gesenkt hat. >Geldpolitik/Hayek. Langfristig: In diesem Fall werden Pläne zum Bau langfristiger Projekte - wie z.B. eine Eisenbahn, deren Fertigstellung zehn Jahre dauert - irgendwann in Schwierigkeiten geraten. Wenn die Menschen zu wenig sparen, um alle notwendigen Stahlschienen, Arbeiterbaracken und andere Investitionsgüter zu produzieren, kann der Eisenbahnbauer sein Projekt nicht mehr gewinnbringend abschließen. Wenn die Zeit vergeht und die Investitionen in übermäßig „lange“ Unternehmensprojekte schließlich vollständig liquidiert werden, finden die entlassenen Arbeiter andere Arbeitsplätze. Dieses Ergebnis tritt jedoch nur auf lange Sicht ein. Kurzfristig: Viele wirtschaftliche Probleme entstehen während der kurzen Frist (die gemessen am Kalender sehr lang sein kann). Noch einmal: Bevor das gesamte neu geschaffene Geld schließlich („langfristig“) gleichmäßig in der Wirtschaft verteilt ist, wird das Muster der relativen Preise durch den Strom des neuen Geldes, das der Wirtschaft zugeführt wird, verzerrt. Während der Zeit, die das neu geschaffene Geld braucht, um von den Märkten, auf denen es zuerst ausgegeben wird, zu den vielen anderen Märkten der Wirtschaft zu gelangen, verleiten die verzerrten relativen Preise - einschließlich der künstlich niedrigen Zinssätze - die Menschen dazu, wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen, die nicht mit den wahren Mustern der Verbrauchernachfrage und des Ressourcenangebots übereinstimmen. Es ist bedauerlich, dass der Prozess der Rückabwicklung nicht nachhaltiger Investitionen Zeit braucht. Für eine dauerhafte wirtschaftliche Gesundheit ist es jedoch erforderlich, dass eine solche Rückabwicklung stattfindet. Boudreaux II 72 Problem: Leider gibt es in der Zeit, die benötigt wird, um die nicht-nachhaltigen Investitionen abzuwickeln, in der Tat ein großes wirtschaftliches Leid. Geldpolitik: (...) verständlicherweise gibt es viele Appelle an die politischen Instanzen, das Leid zu lindern.(...) Die politischen Instanzen reagieren auf diese Appelle allzu oft mit Maßnahmen, die das Problem nur verschleiern und verschlimmern. >Geldpolitik/Hayek, >Inflation/Hayek._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
Hayek I Friedrich A. Hayek The Road to Serfdom: Text and Documents--The Definitive Edition (The Collected Works of F. A. Hayek, Volume 2) Chicago 2007 Boudreaux I Donald J. Boudreaux Randall G. Holcombe The Essential James Buchanan Vancouver: The Fraser Institute 2021 Boudreaux II Donald J. Boudreaux The Essential Hayek Vancouver: Fraser Institute 2014 |
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