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Handlungen: Handlungen sind bewusste und unbewusste menschliche Aktionen im Gegensatz zu physikalische Ereignissen. Die Handlung kann gegen den Willen des Handelnden erfolgen, jedoch nur, wenn der gegenteilige Wille nicht stark genug ist, die Ausführung gänzlich zu verhindern.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Talcott Parsons über Handlungen – Lexikon der Argumente

Habermas IV 306
Handlung/Parsons/Habermas: Parsons geht wie Weber von den Kategorien von „Zweck“ und „Mittel“ aus. Er richtet sich dabei auf die allgemeinsten Bestimmungen der kleinsten denkbaren Einheit möglichen Handelns. (1)
Habermas IV 307
HabermasVsParsons: sein handlungsbegriff ist subjektivistisch („voluntaristisch“) was aus seinem Begriff der Situation (Siehe Situation/Parsons) folgt. Damit schließt seine Handlungstheorie den Objektivismus von verhaltenswissenschaftlich reformulierten Handlungsbegriffen aus.
Unter dem Aspekt der Berücksichtigung normativer Standards überbrückt die Handlung nach Parsons den Abstand zwischen den Regionen des Seins und des Sollens, der Tatsachen und der Werte, zwischen den Bedingungen einer gegebenen Situation
Habermas IV 308
und den durch Werte und Normen bestimmten Orientierungen des Handelnden (die ontologische Dimension: conditions/norms). Dabei verliert die „Anstrengung“ die eine Handlung erfordert, den empirischen Sinn eines Strebens nach Gratifikation: „Anstrengung“ ist hier vielmehr „a name for the relating factor between the normative and conditional elements of action. It is necessitated by the fact that norms do not realize themselves automatically but only through action, so far as they are realized at all.“ (2)
HabermasVsParsons: mit dem Begriff der Handlung als Grundeinheit lässt sich nicht erklären, was es heißt, dass ein Aktor seine Entscheidungen an Werten orientiert.

Habermas IV 352
Handlungen/System/Parsons: Handlung/Luhmann: “Die Handlung ist System aufgrund ihrer analytischen Binnenstruktur.” (3)
Habermas: dabei geht es um die Relationen zwischen Werten, Normen, Zielen und Ressourcen.
Handlungssystem/Parsons: setzt sich aus Teilsystemen zusammen, die auf Produktion und Erhaltung jeweils einer Komponente des Handelns spezialisiert sind:
Kultur: auf Werte
Gesellschaft: auf Normen
Persönlichkeit: auf Ziele
Verhaltenssystem: auf Mittel oder Ressourcen. (4)
Habermas IV 353
HabermasVsParsons: mit dem Konzept des Handlungssystems verschwinden die Aktoren als handelnde Subjekte; sie werden zu Einheiten abstrahiert, denen Entscheidungen und damit Effekte von Handlungen zugeschrieben werden. Aktoren kommen als abstrakte Platzhalter in den Blick, und zwar als Aspekte des lernfähigen Organismus, des Motivhaushaltes einer Person, der Rollen und Mitgliedschaften eines Sozialsystems und der handlungsdeterminierenden Überlieferungen einer Kultur.


1.Talcott Parsons, The Structure of Social Action, NY, 1949, S. 43f.
2.Ebenda S. 719.
3.N. Luhmann, T. Parsons: die Zukunft eines Theorieprogramms, Zeitschrift für Sozialforschung 9, 1980, S. 8
4. Talcott Parsons, Some Problems of General Theory in Sociology, in: McKinney, Tiryakan, (1970, S. 44


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

ParCh I
Ch. Parsons
Philosophy of Mathematics in the Twentieth Century: Selected Essays Cambridge 2014

ParTa I
T. Parsons
The Structure of Social Action, Vol. 1 1967

ParTe I
Ter. Parsons
Indeterminate Identity: Metaphysics and Semantics 2000

Ha I
J. Habermas
Der philosophische Diskurs der Moderne Frankfurt 1988

Ha III
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. I Frankfurt/M. 1981

Ha IV
Jürgen Habermas
Theorie des kommunikativen Handelns Bd. II Frankfurt/M. 1981

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