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| Zinsen: Zinssätze stellen die Kosten für die Aufnahme von Geld oder die Rendite für investierte Mittel über einen bestimmten Zeitraum dar und werden in der Regel als Prozentsatz ausgedrückt. Sie beeinflussen Kredit- und Sparentscheidungen und wirken sich auf wirtschaftliche Aktivitäten wie Kredite, Hypotheken und Sparkonten aus. Sie werden von den Zentralbanken festgelegt oder durch Marktkräfte wie Angebot und Nachfrage beeinflusst. Siehe auch Zentralbank, Wirtschaft, Angebot, Nachfrage, Märkte._____________Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente. | |||
| Autor | Begriff | Zusammenfassung/Zitate | Quellen |
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John Maynard Keynes über Zinsen – Lexikon der Argumente
Rothbard III 790 Zinsen/Spekulation/Keynes/Rothbard: Ungewissheit: Eine Nachfrage nach Geld zum Halten ergibt sich aus der allgemeinen Unsicherheit des Marktes. Keynesianismus: Keynesianer führen die Liquiditätspräferenz jedoch nicht auf die allgemeine Ungewissheit, sondern auf die spezifische Ungewissheit zukünftiger Anleihekurse zurück. RothbardVs: Dies ist sicherlich eine sehr oberflächliche und einschränkende Sichtweise. Erstens könnte diese Ursache der Liquiditätspräferenz nur auf einem höchst unvollkommenen Wertpapiermarkt auftreten. >Risiken/Rothbard. LachmannVsKeynes: Wie Lachmann schon vor Jahren in einem vernachlässigten Artikel feststellte, konnte Keynes' Kausalmuster - „Baisse“ als Ursache für „Liquiditätspräferenz“ (Nachfrage nach Bargeld) und hohe Zinssätze - nur in Abwesenheit eines organisierten Termin- oder Futures-Marktes für Wertpapiere auftreten. Gäbe es einen solchen Markt, könnten sowohl Bären als auch Bullen auf dem Anleihemarkt „ihre Erwartungen durch Termingeschäfte zum Ausdruck bringen, für die kein Bargeld erforderlich ist. Wenn der Markt für Wertpapiere vollständig organisiert ist, hat der Besitzer von 4%igen Anleihen, der einen Zinsanstieg befürchtet, keinen Anreiz, diese gegen Bargeld einzutauschen, denn er kann sich jederzeit „absichern“, indem er sie auf Termin verkauft.(1) Rothbard III 792 Rothbard: Baissespekulationen würden zu einem Rückgang der Terminkurse von Anleihen führen, gefolgt von einem sofortigen Rückgang der Kassakurse. Somit würde spekulative Baisse natürlich zumindest einen vorübergehenden Anstieg des Zinssatzes verursachen, der jedoch nicht mit einem Anstieg der Nachfrage nach Bargeld einhergeht. Der Versuch, einen Zusammenhang zwischen der Liquiditätspräferenz bzw. der Nachfrage nach Bargeld und dem Zinssatz herzustellen, scheitert also. >Anleihen/Rothbard, >Staatsanleihen/Rothbard. Sicherheit/Zins/RothbardVsKeynes: Die Tatsache, dass ein solcher Wertpapiermarkt nicht organisiert wurde, deutet darauf hin, dass die Händler nicht annähernd so besorgt über steigende Zinssätze sind, wie Keynes glaubt. Wäre dies der Fall und würde sich diese Angst als ein wichtiges Phänomen abzeichnen, dann hätte sich sicherlich ein Terminmarkt für Wertpapiere entwickelt. Darlehen/Rothbard: Wie wir gesehen haben, spiegeln die Zinssätze auf Anleihen lediglich die Preisspannen wider, so dass eine Vorhersage höherer Zinssätze in Wirklichkeit die Erwartung niedrigerer Preise und vor allem niedrigerer Kosten bedeutet, was zu einer größeren Nachfrage nach Geld führt. Und alle Spekulationen auf dem freien Markt sind selbstkorrigierend und beschleunigen die Anpassung, anstatt eine Ursache für wirtschaftliche Probleme zu sein. >Kredite/Rothbard. 1. L.M. Lachmann, "Uncertainty and Liquidity Preference," Economica, August, 1937, S. 301. - - - Mause I 56 Zinsen/Keynes: Gemäß seiner Liquiditätspräferenztheorie ist der Zins ein monetäres, nicht wie in der Neoklassik ein reales Phänomen. Der Zins wird also hauptsächlich durch Geldangebot und Geldnachfrage determiniert – weniger durch reale Faktoren wie Kapitalangebot und Kapitalnachfrage. Deshalb kann die Geldpolitik einerseits über die Zinshöhe reale Größen (wie die Höhe der Investitionen) beeinflussen. Andererseits wirken sich Geldmenge und Preisniveau infolge der Nominallohnrigidität auf die Höhe der Reallöhne und damit auf das Ausmaß der Beschäftigung aus. Anders als in der Neoklassik können im System von Keynes reale und monetäre Aspekte des Wirtschaftsgeschehens nicht unabhängig voneinander gesehen werden.(1) 1. Vgl .J. M. Keynes, The general theory of employment, interest and money. London 1936._____________ Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der ArgumenteDer Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente. |
EconKeyn I John Maynard Keynes The Economic Consequences of the Peace New York 1920 Rothbard II Murray N. Rothbard Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995 Rothbard III Murray N. Rothbard Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009 Rothbard IV Murray N. Rothbard The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988 Rothbard V Murray N. Rothbard Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977 Mause I Karsten Mause Christian Müller Klaus Schubert, Politik und Wirtschaft: Ein integratives Kompendium Wiesbaden 2018 |
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