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Geldmenge: Die Geldmenge bezieht sich auf den gesamten Geldumlauf in einer Volkswirtschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt. Sie umfasst physisches Bargeld, wie Münzen und Banknoten, sowie Sichteinlagen und andere liquide Mittel. Die Zentralbanken regulieren die Geldmenge, um die wirtschaftlichen Bedingungen zu beeinflussen und die Inflation zu steuern. Siehe auch Geld, Monetarismus, Geldnachfrage, Inflation, Zentralbank.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Ludwig von Mises über Geldmenge – Lexikon der Argumente

Rothbard IV 15
Geldmenge/Mises/Rothbard: Mises konnte (…) zeigen(1), dass eine frühe und lange vergessene Einsicht von Ricardo und seinen unmittelbaren Nachfolgern eminent richtig war: dass, abgesehen von der industriellen oder konsumtiven Verwendung des Goldes, eine Erhöhung der Geldmenge keinerlei sozialen Nutzen bringt. Denn im Gegensatz zu Produktionsfaktoren wie Boden, Arbeit und Kapital, deren Vermehrung zu einer höheren Produktion und einem höheren Lebensstandard führt, kann eine Vermehrung der Geldmenge nur die Kaufkraft des Geldes verwässern, nicht aber die Produktion steigern. Wenn sich die Geldmenge in der Brieftasche oder auf dem Bankkonto eines jeden über Nacht auf magische Weise verdreifachen würde, würde sich die Gesellschaft nicht verbessern. Aber Mises zeigte, dass der große Reiz der „Inflation“ (eine Erhöhung der Geldmenge) gerade darin besteht, dass durch sie nicht
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jeder das neue Geld sofort und in gleichem Maße erhält; Stattdessen erhalten die Regierung und die von ihr begünstigten Empfänger von Käufen oder Subventionen das neue Geld als erste. Ihr Einkommen steigt, bevor viele Preise gestiegen sind; während die unglücklichen Mitglieder der Gesellschaft, die das neue Geld am Ende der Kette erhalten (oder, als Rentner, überhaupt nichts von dem neuen Geld erhalten), verlieren, weil die Preise der Dinge, die sie kaufen, steigen, bevor sie in den Genuss eines höheren Einkommens kommen.
>Inflation/Mises
, >Geld/Mises.
Rothbard IV 57
Eine Erhöhung der Geldmenge dient nur dazu, die Tauschwirksamkeit jedes Frankens oder Dollars zu verwässern; sie bringt keinerlei sozialen Nutzen mit sich. Tatsächlich ist der Grund, warum die Regierung und das von ihr kontrollierte Bankensystem dazu neigen, die Geldmenge immer weiter aufzublähen, genau deshalb, weil die Erhöhung nicht allen gleichermaßen gewährt wird. Stattdessen ist der Knotenpunkt der anfänglichen Erhöhung die Regierung selbst und ihre Zentralbank; andere frühe Empfänger des neuen Geldes werden begünstigt, neue
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Kreditnehmer bei den Banken, Auftragnehmer der Regierung und die Regierungsbürokraten selbst.
Diese frühen Empfänger des neuen Geldes, so Mises, profitieren auf Kosten derjenigen, die am Ende der Kette oder des Ripple-Effekts stehen und das neue Geld zuletzt erhalten, oder von Menschen mit festem Einkommen, die den neuen Geldstrom nie erhalten. In einem tiefgreifenden Sinne ist die Geldinflation also eine versteckte Form der Besteuerung oder Umverteilung von Reichtum zugunsten der Regierung und der von ihr begünstigten Gruppen und zulasten der übrigen Bevölkerung.
Mises' Schlussfolgerung ist also, dass, sobald ein ausreichendes Angebot einer Ware vorhanden ist, um sich auf dem Markt als Geld zu etablieren, keine Notwendigkeit besteht, das Geldangebot jemals zu erhöhen. Das bedeutet, dass jedes beliebige Geldangebot „optimal“ ist; und jede Veränderung des Geldangebots, die von der Regierung angeregt wird, kann nur schädlich sein.(2)
>Quantitätstheorie/Mises.

1. Ludwig von Mises. 1912. The Theory of Money and Credit (Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel, Translated by H.E. Batson in 1934; reprinted with “Monetary Reconstruction» (New
Haven, Conn.: Yale University Press, 1953). Reprinted by the Foundation for Economic Education, 1971; reprinted with an Introduction by Murray N. Rothbard, Liberty Press Liberty Classics, 1989.
2. Wenn Gold oder eine andere nützliche Ware Geld ist, bringt eine Erhöhung des Goldbestandes einen sozialen Nutzen für die nichtmonetäre Verwendung mit sich; denn nun ist mehr Gold für Schmuck, für industrielle und zahnmedizinische Zwecke usw. verfügbar. Nur in Bezug auf die monetäre Verwendung ist jedes Goldangebot optimal. Ist dagegen Fiat-Papier der monetäre Standard, gibt es keine nicht-monetären Verwendungszwecke, die eine Erhöhung des Goldbestandes schmackhaft machen könnten.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

EconMises I
Ludwig von Mises
Die Gemeinwirtschaft Jena 1922

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977

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