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Hans von Storch über Homogenisierung – Lexikon der Argumente

Norgaard I 116
Homogenisierung/Parametrisierung/von Storch: Das Klimasystem hat verschiedene "Kompartimente" (...). (...) Aufgrund der unvermeidlichen diskreten Beschreibung des Systems kann die Verwirbelung nicht mathematisch genau beschrieben werden, und die Gleichungen müssen "geschlossen" werden - die Wirkung der Reibung, insbesondere an den Grenzen zwischen Land, Atmosphäre und Ozean, muss "parametrisiert" werden (z.B. Washington und Parkinson 2005)(1).
Norgaard I 117
Die Grundidee ist, dass es einen Satz von "Zustandsvariablen" {Ψ} (darunter das Temperaturfeld zu einem bestimmten Zeitpunkt t an bestimmten diskreten Positionen auf dem Globus) gibt, die das System beschreiben und deren Dynamik durch eine Differentialgleichung d{Ψ}/dt = F({Ψ}) gegeben ist.
[Ein] Aspekt der Parametrisierung ist ihre starke Abhängigkeit von der räumlichen Auflösung. Wenn das Modell geändert wird, um mit einer höheren Auflösung zu arbeiten, müssen die Parametrisierungen neu formuliert oder neu spezifiziert werden. Es gibt keine Regel, wie dies zu tun ist, wenn die räumliche Auflösung erhöht wird - was bedeutet, dass die Differenzgleichungen nicht zu einem vorgegebenen Satz von Differentialgleichungen konvergieren, oder anders ausgedrückt: Es gibt nichts Vergleichbares wie einen Satz von Differentialgleichungen, die das Klimasystem an sich beschreiben, wie es in den meisten physikalischen Disziplinen der Fall ist.
Norgaard I 120
[Ein weiterer Aspekt ist, dass] die "instrumentellen" Daten in der Regel unter "Inhomogenitäten" leiden (z.B. Jones 1995(2); Karl et al. 1993(3)). Vor der Verwendung solcher Daten in der Klimaanalyse muss die Serie "homogenisiert" werden (z.B. Peterson et al. 1998)(4).


1. Washington, W. M., and Parkinson, C. L. 2005. An Introduction to Three‐Dimensional Climate Modelling. 2nd edn., Sausalito, CA: University Science Books.
2. Jones, P. D. 1995. The instrumental data record: Its accuracy and use in attempts to identify the ‘CO2 Signal’. Pp. 53–76 in H. von Storch and A. Navarra (eds.), Analysis of Climate Variability: Applications of Statistical Techniques. Berlin: Springer Verlag.
3. Karl, T. R., Quayle, R. G., and Groisman, P. Y. 1993. Detecting climate variations and change: New challenges for observing and data management systems. J. Climate 6: 1481–94.
4. Peterson, T. C., Easterling, D. R., Karl, T. R., Groisman, P., Nicholls, N., Plummer, N., Torok, S., Auer, I., Boehm, R., Gullett, D., Vincent, L., Heino, R., Tuomenvirta, H., Mestre, O., Szentimrey, T., Saliner, J., Førland, E., Hanssen‐Bauer, I., Alexandersson, H., Jones, P., and Parker, D. 1998. Homogeneity adjustments of in situ atmospheric climate data: A review. Intern. J. Climatol. 18: 1493–517.



Hans von Storch, Armin Bunde, and Nico Stehr, „Methodical Challenges of the Physics of Climate”, in: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (eds.) (2011): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford: Oxford University Press.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Storch, Hans von

Norgaard I
Richard Norgaard
John S. Dryzek
The Oxford Handbook of Climate Change and Society Oxford 2011

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