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Samuel Fankhauser über CO2-Preis – Lexikon der Argumente

Fankhauser I 1
CO2-Preis/Carattini/Carvalho/Fankhauser: (...), um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen deutlich unter 2°C über dem vorindustriellen Niveau zu halten (...), bedarf es einer Vielzahl politischer Maßnahmen, einschließlich Subventionen zur Unterstützung des Durchbruchs kohlenstoffarmer Technologien, regulatorischer Normen zur Senkung des Energieverbrauchs von Gebäuden, Autos und Geräten sowie Finanzierungsregelungen zur Überwindung von Kapitalengpässen (Bowen & Fankhauser, 2017)(1). Ein effektiver CO2-Preis ist jedoch unerlässlich, um schwerwiegendere Störungen des Klimasystems zu vermeiden (Stiglitz et al., 2018)(2). Nur wenn die Emittenten von Treibhausgasen mit den vollen Umweltkosten ihres Handelns konfrontiert werden, werden sie ihre CO2-Emissionen effektiv steuern.
Die CO2-Preise verändern die relativen Preise, was zu einer automatischen Anpassung des Verhaltens von Unternehmen und Verbrauchern führt und einen kontinuierlichen Anreiz für Investitionen in kohlenstoffarme technologische Verbesserungen schafft. Sie funktioniert als dezentrale Richtlinie, da sie die Regulierungsbehörden nicht verpflichtet, Informationen über die marginalen Vermeidungskosten zu erhalten. Handelnde reagieren auf den CO2-Preis basierend auf ihren marginalen Minderungskosten. Durch die Nutzung der Heterogenität der marginalen Vermeidungskosten ermöglicht die CO2-Preisgestaltung eine Senkung der gesamten Vermeidungskosten (Weitzman, 1974)(3).
Emissionsrechtehandel: Bislang war der Emissionsrechtehandel in den meisten Zuständigkeitsbereichen das Instrument der Wahl für den CO2-Preis. In der Europäischen Union deckt das EU-Emissionshandelssystem (EU ETS) fast die Hälfte der gesamten Treibhausgasemissionen ab. Kohlenstoff wird auch in Kanada, China, Neuseeland, der Schweiz und den Vereinigten Staaten gehandelt, obwohl die meisten dieser Systeme in ihrem regionalen oder sektoralen Umfang begrenzt sind (Weltbank, 2016)(4). >CO2-Steuer/Fankhauser.




1. Bowen, A., & Fankhauser, S. (2017). Good practice in low-carbon policy. In A. Averchenkova, S. Fankhauser, & M. Nachmany (Eds.), Climate change legislation (pp. 123–140). London, England: Edward Elgar.
2. Stiglitz, J. E., Stern, N., Duan, M., Edenhofer, O., Giraud, G., Heal, G., La Rovere, E. L., Morris, A., Moyer, E., Pangestu, M., Shukla, P. R., Sokona, Y., & Winkler, H. (2018). Report of the High-Level Commission on Carbon Prices. Carbon Pricing Leadership Coalition.
3. Weitzman, M. L. (1974). Prices vs. quantities. The Review of Economic Studies, 41(4), 477–491.
4. World Bank. (2016). State and trends of carbon pricing 2016. Washington, DC: Author.


Stefano Carattini, Maria Carvalho & Sam Fankhauser, 2018: “Overcoming public resistance to carbon taxes”. In: Stéphane Hallegatte, Mike Hulme (Eds.), WIREs Climate Change, Vol. 9/5, pages 1-26.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Fankhauser I
Samuel Fankhauser
Stefano Carattini
Maria Carvalho,
Overcoming public resistance to carbon taxes 2018

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