Wirtschaft Lexikon der Argumente

Home Screenshot Tabelle Begriffe

Autor/Titel Begriff Zusammenfassung Metadaten

Regierungspolitik über CO2-Steuer - Lexikon der Argumente

Geroe I 6
CO2-Besteuerung/ETR/Effektiver Steuersatz/Regierungspolitik/Geroe: Die Hauptkategorien der Verwendung von CO2-Steueraufkommen in der ETR [effective tax rate] waren die Senkung anderer Steuern, die Unterstützung von Umweltprojekten und die Bereitstellung von Ausgleichszahlungen. Dennoch war die gebräuchlichste Definition von der ETR (von den 90er Jahren bis 2006) die Verwendung von Umweltsteuern zur Senkung anderer Steuern. Der Schwerpunkt lag auf den Steuern auf Arbeit, obwohl auch andere regressive indirekte Steuern auf die Kosten der Waren und Dienstleistungen gesenkt werden können (Clinch, Dunne, & Dresner, 2006)(1). So hat die ETR seit langem einen Aspekt der Verteilungsneutralität berücksichtigt, indem sie die regressiven Auswirkungen von Steuern, die sich überproportional auf Haushalte mit niedrigem Einkommen auswirken, reduziert. Das Recycling von CO2-Steuereinnahmen zur Finanzierung von Kürzungen bei anderen Steuern kann auch die Auswirkungen auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit verringern und so den CO2-Ausstoß im Hinblick auf die Verlagerung der Produktion in Länder ohne CO2-Preis verringern (Barker & Johnstone, 1998)(2). Ein zentrales Element dieser Debatte war die Diskussion über die "doppelte Dividende" der ETR durch die Kombination von Emissionsreduzierung mit Beschäftigungsförderung durch Senkung der Arbeitssteuern oder der wirtschaftlichen Nachfrage durch Senkung der Einkommenssteuern. Anfang der 90er Jahre wurden diese Fragen in mehreren staatlich geförderten skandinavischen Studien und von der EU im Zusammenhang mit ihrem CO2-Steuervorschlag von 1992 untersucht (Clinch et al., 2006)(2). Ende der 90er Jahre untersuchte O'Riordan (1997)(3) die ökonomische Modellierung und theoretische Argumentation zur ETR und kam zu dem Schluss, dass sie "... sagen Sie uns nicht mehr sagen, als dass wir bei vorzeitigen Kostenentscheidungen über die wirtschaftliche Effizienz solcher Steuern sehr vorsichtig sein sollten".
Zwei Jahrzehnte später macht die Vielfalt der industriellen und politischen Rahmenbedingungen, in denen CO2-Steuern eingeführt wurden, die Bewertung spezifischer Maßnahmen in Isolation weiterhin problematisch. Alle CO2-Steuern wurden konzipiert und in den Steuermix integriert, um wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit sowie Umweltziele zu erreichen. Daher bezieht sich die Bewertung von CO2-Steuern zwangsläufig auf die unterschiedlichen politischen Ziele des Umsetzungskontextes.



1. Clinch, P., Dunne, L., & Dresner, S. (2006). Environmental and wider implications of political impediments to environmental tax reform. Energy Policy, 34, 960.
2. Barker, T., & Johnstone, N. (1998). International competitiveness and carbon taxation. In T. Barker & J. Kohler (Eds.), International competitiveness and environmental policies. Cheltenham, England: Edward Elgar Publishing.
3. O’Riordan, T. (1997). Editorial introduction. In T. O’Riordan (Ed.), Ecotaxation. London, England: Earthscan Publications.


Steven Geroe, 2019: “Addressing Climate Change Through a Low-Cost, High-Impact Carbon Tax”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 28/1, pp. 3-27.


_____________
Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Regierungspolitik

Geroe I
Steven Geroe
Addressing Climate Change Through a Low-Cost, High-Impact Carbon Tax 2019

Send Link
> Gegenargumente zu CO2-Steuer

Autoren A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Y   Z  


Begriffe A   B   C   D   E   F   G   H   I   J   K   L   M   N   O   P   Q   R   S   T   U   V   W   Z