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Robert N. Stavins über CO2-Steuer – Lexikon der Argumente

Stavins I 155
CO2-Steuer/Aldy/Stavins: Im Prinzip wäre der einfachste Ansatz für die CO2-Preisgestaltung die Einführung einer CO2-Steuer durch die Regierung (Metcalf, 2007)(1). Die Regierung könnte eine Steuer in Form von Dollar pro Tonne CO2-Emissionen (oder CO2-Äquivalent auf Treibhausgasemissionen) aus den von der Steuer abgedeckten Quellen oder - eher wahrscheinlicher - einer Steuer auf den Kohlenstoffgehalt der drei fossilen Brennstoffe (Kohle, Erdöl und Erdgas) festlegen, wenn sie in die Wirtschaft eintreten. Im Laufe der Zeit würde eine effiziente CO2-Steuer steigen, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass mit zunehmender Ansammlung von Treibhausgasemissionen in der Atmosphäre der zunehmende Schaden durch eine weitere Tonne CO2 umso größer wird. Die Einführung einer CO2-Steuer würde Sicherheit über die Grenzkosten der Einhaltung schaffen, was die Unsicherheit über die Rendite von Investitionsentscheidungen verringert, aber ungewisse gesamtwirtschaftliche Emissionswerte hinterlässt (Weitzman, 1974).
Die Regierung könnte die CO2-Steuer an verschiedenen Stellen im Produktzyklus fossiler Brennstoffe anwenden, von Anbietern fossiler Brennstoffe, die auf dem Kohlenstoffgehalt des Kraftstoffverkaufs basieren ("Upstream"-Besteuerung/-Regulierung), bis hin zu Endemittenten am Ort der Energieerzeugung ("Downstream"-Besteuerung /-Regulierung). Eine CO2-Steuer wäre in den meisten Industrieländern administrativ einfach und unkompliziert umzusetzen, da die Steuer bestehende Methoden zur Überwachung der Kraftstoffversorgung und zur Berichterstattung an die Regulierungsbehörde integrieren könnte. Einige Entwicklungsländer mit effektiven Steuersystemen, einschließlich Überwachungs- und Durchsetzungsregelungen zur Minimierung von Steuerhinterziehung, könnten auch CO2-Steuern relativ einfach umsetzen.
Stavins I 156
Die Auswirkungen einer CO2-Steuer auf die Emissionsminderung und die Wirtschaft werden zum Teil von der Höhe und Verwendung der Steuereinnahmen abhängen. Das CO2-Steueraufkommen könnte für eine Vielzahl von Nutzungen verwendet werden (vgl. >CO2-Steuer-Strategien/Fankhauser).
VsCO2-Steuer: Die Einführung einer CO2-Steuer (oder eines anderen sinnvollen klimapolitischen Instruments) wird die Kosten für den Energieverbrauch erhöhen und könnte die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrien beeinträchtigen. Dieser Wettbewerbseffekt kann zu negativen wirtschaftlichen und ökologischen Folgen führen: Unternehmen können Anlagen in Länder verlagern, in denen es keine sinnvolle Klimapolitik gibt, wodurch die Emissionen an diesen neuen Standorten steigen und einige der ökologischen Vorteile der Politik ausgeglichen werden.
Zusätzliche Emissionslecks können auf den internationalen Energiemärkten auftreten - da Länder mit klimapolitischer Ausrichtung ihren Verbrauch an fossilen Brennstoffen und die Kraftstoffpreise senken, erhöhen die Länder ohne emissionsmindernde Maßnahmen ihren Kraftstoffverbrauch als Reaktion auf die niedrigeren Preise. Da Lecks die ökologische Wirksamkeit aller einseitigen Bemühungen zur Emissionsminderung beeinträchtigen, wird die internationale Zusammenarbeit und Koordination umso wichtiger. >CO2-Steuer/Geroe, >CO2-Steuer/Fankhauser, >CO2-Preis/Stavins.



1. Metcalf, G. E. (2007). A proposal for a U.S. carbon tax swap (The Hamilton Project Discussion Paper 2007-12). Washington, DC: Brookings Institution.


Robert N. Stavins & Joseph E. Aldy, 2012: “The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and
Experience”. In: Journal of Environment & Development, Vol. 21/2, pp. 152–180.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente

Stavins I
Robert N. Stavins
Joseph E. Aldy
The Promise and Problems of Pricing Carbon: Theory and Experience 2012

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