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Islam über Politik - Lexikon der Argumente

Höffe I 121
Politik/Islam/Höffe: Im politischen Denken wird der Islam von zwei unterschiedlichen Traditionssträngen geprägt, von einer sakralen Rechtswissenschaft, der Fiqh, die auf den religiösen Dogmen basiert, und der von den Griechen geprägten Philosophie, der Falsafa. Beide halten das heilige Buch, den Koran (arab. Lesung), für weit mehr als eine bloß religiöse Schrift.
Koran: Da der Koran die im Neuen Testament angedeutete Trennung einer staatlichen, weithin säkularen von einer göttlichen, religiösen Sphäre («Gebt dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist»(1) nicht kennt, besteht der Islam in einer radikalen, bis zu den Wurzeln reichenden theozentrischen Kultur: Zum religiösen Denken gehört hier das Politische untrennbar hinzu, das politische Denken wiederum ist mit dem religiösen so eng verknüpft, dass ein selbständiges, nur politisches Denken dem Islam, wie zumindest bei Augustinus auch dem Christentum, weithin fremd ist.
Al-Farabi: Selbst bei dem wohl bedeutendsten politischen Philosophen des klassischen Islam, al-Fārābī, liegt das politische Ideal in einer Herrschaftsform, die im Westen «Caesaropapismus» heißt, nämlich in einer Einheit von weltlicher und religiöser Autorität. >al-Farabi/Höffe.


1. Matthäus 22,21


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Islam

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016

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