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Marsilius von Padua über Demokratie - Lexikon der Argumente

Höffe I 180
Demokratie/Marsilius/Höffe: Für das politische Denken des Mittelalters erstaunlich, für einen Theoretiker von Volkssouveränität und Republikanismus aber zu erwarten, räumt Marsilius
dem Volk die Befugnis ein, eine Regierung, wo erforderlich, zu maßregeln, gegebenenfalls sogar, wenn das Gesetz verletzt wird,
Höffe I 181
abzusetzen. Wie eine Absetzung erfolgen soll, bleibt jedoch offen(1). Bei der Argumentation zugunsten des Volkes ist Marsilius, wie an entsprechender Stelle sein philosophisches Vorbild, Aristoteles, auch so optimistisch zu glauben, das Volk bzw. seine Mehrheit werde nur Gesetze zum gemeinsamen Nutzen erlassen, denn niemand schade wissentlich sich selbst. >Staat/Marsilius, >Herrschaft/Marsilius, >Gesetzgebung/Marsilius.
Marsilius' Denken ist (...) zukunftsweisend, weil es sogar die Kirche den Gedanken der Volkssouveränität und des Republikanismus unterwirft. Analog zur politischen Gemeinschaft, der Gesamtheit aller Bürger (universitas civium), sei die Kirche als Gesamtheit der Gläubigen (universitas fidelium), zu verstehen, die an den Namen Christi glauben und ihn anrufen. Aus diesem Grund erhalte die Geistlichkeit ihre Legitimation aus der Gesamtheit von Gläubigen. >Kirche/Marsilius.


1. Marsilius, Defensor pacis, I, 18


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Marsilius von Padua

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016

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> Gegenargumente zu Demokratie

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