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Marsilius von Padua über Papsttum - Lexikon der Argumente

Höffe I 179
Papsttum/Marsilius/Höffe: MarsiliusVsPapsttum: Laut Marsilius ist der Statthalter Gottes auf Erden, der römische Bischof, kein Friedensfürst, sondern die Hauptursache für Unfrieden.
Herrschaftsanspruch: Marsilius' Papstkritik setzt sich in der Kritik am Primatanspruch der Päpste
fort. Recht verstanden, seien die römischen Bischöfe nicht mehr als lediglich ein Repräsentant der christlichen Einheit. Der Vorrang vor den anderen Bischöfen habe keine biblische Autorität, er sei lediglich einer historischen Gewohnheit, freiwilliger Zustimmung und pragmatischen Überlegungen geschuldet.
Konzilien: Folgerichtig erklärt Marsilius, selbst im theologischen Bereich, bei allen Fragen der
christlichen Lehre, sei der Bischof von Rom einer höheren Autorität unterworfen und nur sie, ein allgemeines Konzil, sei unfehlbar. Alle weltlichen Machtansprüche des Papstes, ebenso - ist zu ergänzen - die eines Konzils, werden rundum abgelehnt.
Weltliche Gewalt: Der von Seiten der Geistlichkeit erhobene Anspruch auf weltliche Gewalt ist in keiner Hinsicht zu rechtfertigen: «Wenn eine Mehrzahl von Regierungen (Höffe: also die Dualität staatliche und kirchliche Gewalt) gesetzt ist, so wird kein Reich und keine Stadt eine Einheit
sein».(1)


1. Marsilius, Defensor pacis, I, 17, §7


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Marsilius von Padua

Höffe I
Otfried Höffe
Geschichte des politischen Denkens München 2016

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