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Robert Young über Autonomie – Lexikon der Argumente

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Autonomie/Young, Robert/Gaus: Der Gedanke eines kohärenten Lebensplans war zentral für die Selbstverwirklichungstheorie des 19. Jahrhunderts (Gaus, 1983a(1): 34-44); die Idee eines Projekts oder eines Plans weist auf eine kohärente und integrierte Gesamtheit von Zielen hin. In dem Maße, in dem eine Konzeption der persönlichen Autonomie eine bestimmte rationale Struktur von Zielen voraussetzt, oder
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einen rational konstruierten Plan, lädt er die elitären und paternalistischen Einwände ein, die gegen den liberalen Perfektionismus des 19. Jahrhunderts erhoben wurden.
VsDworkin, Gerald: Diese Probleme werden durch Autonomiekonzepte gemildert, nach denen "die Grundidee der Autonomie darin besteht, die eigene Welt zu gestalten, ohne dem Willen anderer unterworfen zu sein" (Young, 1986(2): 19).
Young: Eine autonome Person setzt ihre kritischen Fähigkeiten ein, um ihre Ziele und Projekte so zu bewerten und auszuwählen, dass sie wirklich ihre eigenen sind und nicht einfach von anderen aufgezwungen oder unreflektiert von ihnen übernommen werden. Autonomie wird so verstanden als "ein Ideal der Selbstschöpfung ... Autonomie steht im Gegensatz zu einem Leben erzwungener Entscheidungen. Sie steht im Gegensatz zu einem Leben ohne Wahlmöglichkeiten oder zu einem Leben, in dem man durchs Leben driftet, ohne jemals die Fähigkeit zur Wahl auszuüben" (Raz, 1986(3): 370, 371). Diese Vorstellung von Autonomie ist also ein viel offeneres und daher weniger umstrittenes Ideal als die Ideale der Selbstverwirklichung oder der Projektverfolgung. >Autonomie/Gaus.


1. Gaus, Gerald F. (1983a) The Modern Liberal Theory of Man. New York: St Martin’s.
2. Young, Robert (1986) Personal Autonomy: Beyond Negative and Positive Freedom. London: Croom-Helm.
3. Raz, Joseph (1986) The Morality of Freedom. Oxford: Clarendon.

Gaus, Gerald F. 2004. „The Diversity of Comprehensive Liberalisms.“ In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications.


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Young, Robert

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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