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Sozialwahltheorie über Chaostheorem - Lexikon der Argumente

Gaus I 243
Chaos-Theorem/Sozialwahltheorie/D'Agostino: ((s) Dies ist ein Spezialfall von Problemen, die sich aus der im >Arrow-Theorem beschriebenen Situation ergeben:)
Arrow-Theorem/Beispiel: z.B,
Drei Individuen (A, B, C)
Gaus I 243
und drei mögliche soziale Arrangements (S1 , S2, S3),
und (...) die Bewertungen dieser Vereinbarungen durch Einzelpersonen. Angesichts [eines spezifischen problematischen] "Profils" von Präferenzen (oder deliberativen Urteilen) [die um des Arguments willen ausgewählt wurden], wird kein bloßes "mechanisches" Kombinationsverfahren eine nicht-arbiträre (und damit legitimerweise kollektiv verbindliche) Rangfolge der alternativen sozialen Arrangements produzieren:

Tabelle I der Präferenzen
S1: A 1. - B 3. - C 2.
S2: A 2. - B 1. - C 3.
S 3: A 3. - B 2. - C 1.

Verfahren:
S1/S2 dann S3: Sieger: S3
S1/S3 dann S2: Sieger: S2
S2/S3 dann S 1: Sieger S 1

Problem/D'Agostino: (...) Es ist klar, daß bei diesem Präferenzprofil eine kollektiv verbindliche Wahl nur auf einer ethisch-politisch willkürlichen Basis mechanisch bestimmt werden kann - z.B. durch die Festlegung der Reihenfolge, in der Alternativen verglichen werden.
Chaos-Theorem: (...) wenn es keine starken Einschränkungen bei den 'Profilen' gibt, ist es möglich, ein sehr allgemeines Ergebnis aufzustellen, das in der Literatur der sozialen Wahl als das Chaos-Theorem bekannt ist, demzufolge es, wie Melvin Hinich und Michael Munger es ausdrückten, 'möglich ist, eine Agenda oder eine Folge von Vergleichen von Paaren von Alternativen zu konstruieren, die zu jeder Alternative führt ... Die Wahl einer Agenda impliziert die Wahl eines Ergebnisses' (1997(1): 160-1). Die Situation ist vor allem deshalb "chaotisch", weil das Verfahren keine legitime Grundlage für die Unterscheidung der Alternativen bietet, unter denen sich der Einzelne als wählend vorstellt.
Dynamischer Zyklus: Diese Situation ist natürlich auch dynamisch chaotisch, in dem Sinne, dass jede Koalition zur Festlegung eines bestimmten Verfahrens und damit eines bestimmten Ergebnisses destabilisiert werden kann. (Dies wird in der Sozialwahl-Literatur als "Zyklus" bezeichnet).
Beispiel: Betrachten Sie Tabelle I der Präferenzen. Sowohl B als auch C bevorzugen S3 gegenüber Sl , und könnten daher eine Koalition gegen A bilden, um die Tagesordnung festzulegen (Sl/S2 dann S3), die S3 als Gesamtergebnis liefern wird. Aber sowohl A als auch B ziehen S2 S3 vor, und da B S2 an die erste Stelle setzt, könnte A plausibel an B appellieren, ihre Koalition mit C aufzugeben und mit ihm eine Koalition gegen C einzugehen; und so weiter bis zum Überdruss. (siehe Müller, 1989(2): Kap. 11.5). >Arrow Theorem/D'Agostino.


1. Hinich, Melvin and Michael Munger (1997) Analytical Politics. Cambridge: Cambridge University Press.
2. Mueller, Dennis (1989) Public Choice 11. Cambridge: Cambridge University Press.

D’Agostino, Fred 2004. „Pluralism and Liberalism“. In: Gaus, Gerald F. & Kukathas, Chandran 2004. Handbook of Political Theory. SAGE Publications


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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Sozialwahltheorie

Gaus I
Gerald F. Gaus
Chandran Kukathas
Handbook of Political Theory London 2004

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