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Verlustaversion: Verlustaversion ist ein psychologischer Begriff, der die Tendenz von Menschen beschreibt, den Schmerz eines Verlustes intensiver zu empfinden als die Freude über einen entsprechenden Gewinn. Die Verlustaversion kann unsere Entscheidungsfindung bei finanziellen Fragen beeinflussen. Siehe auch Entscheidungen, Entscheidungstheorie, Entscheidungssprozesse.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Stephanos Bibas über Verlustaversion – Lexikon der Argumente

Parisi I 63
Verlustaversion/Bibas/Jolls: "Verlustaversion" bezeichnet die Tendenz von Menschen, "negativen" Ereignissen eine asymmetrisch große Bedeutung beizumessen - das Phänomen "Ich hasse es, zu verlieren, mehr als ich es mag zu gewinnen" (Bibas, 2004(1), S. 2508). Ein solcher Ansatz stellt eine Form der doppelten Abkehr von der Erwartungsnutzentheorie dar, bei der die Beziehung zwischen einem bestimmten Zustand (A) und einem alternativen Zustand (B) durch die Beziehung zwischen dem Nutzen des Individuums im Zustand A und dem Nutzen des Individuums im Zustand B dargestellt wird, oder, wie Kahneman und Tversky (1979(2), S. 264) es ausdrücken, "die Domäne der Nutzenfunktion sind Endzustände ... und nicht Gewinne oder Verluste." Bei Verlustaversion werden, anders als bei der Erwartungsnutzentheorie, nicht nur "die Träger des Wertes ... verändert" (Kahneman und Tversky, 1979(2), S. 277), sondern eine Veränderung zum Schlechteren wird einen übergroßen Einfluss ausüben - eine Form von nicht-optimierendem Verhalten (...)
>Begrenzte Rationalität/Jolls
, >Optimismus/Bibas, >Verständigung im Strafverfahren/Bibas.

1. Bibas, Stephanos (2004). “Plea Bargaining Outside the Shadow of Trial.” Harvard Law Review 117: 2463–2547.
2. Kahneman, Daniel and Amos Tversky (1979). “Prospect Theory: An Analysis of Decision Under Risk.” Econometrica 47: 263–291.

Jolls, Christine, „Bounded Rationality, Behavioral Economics, and the Law“. In: Parisi, Francesco (Hrsg.) (2017). The Oxford Handbook of Law and Economics. Bd. 1: Methodology and Concepts. NY: Oxford University Press.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Bibas, Stephanos

Parisi I
Francesco Parisi (Ed)
The Oxford Handbook of Law and Economics: Volume 1: Methodology and Concepts New York 2017

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