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Wirtschaftswachstum: Wirtschaftswachstum ist die Zunahme der Produktion von Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Es wird in der Regel als prozentuale Veränderung des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemessen, d. h. des Gesamtwerts aller in einem Land in einem bestimmten Jahr produzierten Waren und Dienstleistungen, bereinigt um die Inflation. Siehe auch Wirtschaft, Wirtschaftliche Entwicklung.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Gustav Cassel über Wirtschaftswachstum – Lexikon der Argumente

Kurz I 258
Wachstum/exogenes Wachstum/Cassel/Kurz: Das von Cassel entworfene Modell des exogenen Wachstums kann als der unmittelbare Ausgangspunkt der Entwicklung der neoklassischen Wachstumstheorie angesehen werden.
>Wachstum/Neoklassiker
, >Exogenes Wachstum/Neoklassiker, >Maginalismus.
In Kapitel IV von Buch I der Abhandlung (Cassel [1981] 1932)(1) stellte Cassel zwei Modelle vor, eines für eine stationäre Wirtschaft, das andere für eine Wirtschaft, die auf einem stationären Pfad wächst. In seinem ersten Modell nahm Cassel an, dass es z (primäre) Produktionsfaktoren gibt. Die Mengen dieser Ressourcen und damit die Mengen der Dienstleistungen
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die von ihnen erbracht werden, werden als gegeben angenommen. Die in der Volkswirtschaft produzierten Güter sind reine Konsumgüter, d.h. es sind keine produzierten Produktionsmittel oder Investitionsgüter im Modell berücksichtigt. Die Güter werden ausschließlich durch die Kombination von Primärfaktorleistungen zu festen technischen Produktionskoeffizienten hergestellt. Es gibt so viele Ein-Produkt-Produktionsprozesse, wie es zu produzierende Güter gibt; daher gibt es keine Wahl der Technik. Das allgemeine Gleichgewicht ist durch die folgenden Gleichungen gekennzeichnet:
(1) Gleichheit von Angebot und Nachfrage für jede Faktorleistung;
(2) Gleichheit des Preises eines Gutes und seiner Produktionskosten, d. h. der Summe der Zahlungen für die Faktorleistungen, die bei seiner Produktion anfallen, und damit das Fehlen dessen, was in der Literatur als Gewinn bezeichnet wird;
(3) Gleichheit von Angebot und Nachfrage für jedes produzierte Gut, wobei die Nachfrage nach jedem Gut als eine Funktion der Preise aller Güter verstanden wird.
Kurz: Die sich daraus ergebenden Gleichungssätze bilden das so genannte „Walras-Cassel-Modell“ (Dorfman et al. 1958: 346)(2). Es erfüllte das damalige Kriterium der Vollständigkeit: Es gibt so viele Gleichungen, wie es Unbekannte gibt, die ermittelt werden müssen.
Cassel: Cassel wendet sich dann dem Modell einer gleichmäßig fortschreitenden Wirtschaft zu (das er nur verbal beschreibt). Er führte es wie folgt ein: „Wir müssen nun die Gesellschaft betrachten, die mit gleichmäßiger Geschwindigkeit fortschreitet. In ihr unterliegen die Mengen der Produktionsfaktoren, die in jeder Periode zur Verfügung stehen, einem einheitlichen Anstieg. Wir werden durch [g] die feste Rate dieser Zunahme und des gleichmäßigen Fortschritts der Gesellschaft im allgemeinen darstellen.“ (Cassel [1918] 1932: 152)(1)
>Wachstum/Neoklassiker, >Exogenes Wachstum/Neoklassiker, >Grenznutzenschule,
>Nachfrage/Neoklassiker, >Angebot/Neoklassiker.

1. Cassel, G. (1932) The Theory of Social Economy, revised English translation of the 5th German edition of Cassel (1918), Theoretische Sozialökonomie, by L. Barron, New York: Harcourt Brace.
2. Dorfman, R., Samuelson, P. A. and Solow, R. M. (1958) Linear Programming and Economic Analysis, New York, Toronto and London: McGraw-Hill.


Kurz, Heinz D. and Salvadori, Neri. „Endogenous growth in a stylised 'classical' model“.In: Kurz, Heinz; Salvadori, Neri 2015. Revisiting Classical Economics: Studies in Long-Period Analysis (Routledge Studies in the History of Economics). London, UK: Routledge.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Cassel I
Gustav Cassel
Cassel, G. (1932) The Theory of Social Economy, revised English translation of the 5th German edition of Cassel (1918), Theoretische Sozialökonomie, by L. Barron New York 1932

Kurz I
Heinz D. Kurz
Neri Salvadori
Revisiting Classical Economics: Studies in Long-Period Analysis (Routledge Studies in the History of Economics). Routledge. London 2015

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