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Deflation: Unter Deflation versteht man in der Wirtschaft einen Rückgang des allgemeinen Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen. Dies kann zu einem Rückgang der Verbraucherausgaben, einer höheren Schuldenlast und einer wirtschaftlichen Stagnation führen. Deflation wird häufig mit wirtschaftlichen Rezessionen in Verbindung gebracht und ist für Zentralbanken, die Preisstabilität gewährleisten wollen, ein Problem.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Edward Copleston über Deflation – Lexikon der Argumente

Rothbard II 209
Deflation/Goldstandard/Copleston/CopelstonVsRicardo/Rothbard: In seiner Herausforderung an Ricardo [belebt Copleston] (...), vielleicht unwissentlich, die 'vollständig bullionistische' oder 'vor-österreichische' monetäre Tradition von Cantillon und Lord King wieder.
>Bullionismus
, >Österreichische Schule.
Rothbard: Copleston griff in erster Linie Ricardos mechanistische Behauptung an, dass die Wechselkurse den Grad der Abwertung messen, wobei diese Doktrin auf der ebenso mechanistischen Ansicht beruht, dass „eine durch einen veränderten Geldwert verursachte Preisveränderung sofort für alle Waren gleich ist“. Copleston entgegnete, dass der Inflationsprozess gerade deshalb so schmerzhaft und zerstörerisch ist, weil sich die Preise nicht reibungslos, sofort und gleichmäßig an die Inflation anpassen:
Rothbard II 210
Copleston: Die Tatsache ist zweifellos, dass der veränderte Wert des Geldes nicht auf alle Preise gleichzeitig einwirkt: sondern dass weite Intervalle auftreten, während derer eine Klasse gezwungen ist, teuer zu kaufen, während sie billig verkauft, und andere keine Aussicht auf Entschädigung oder auf Wiedererlangung der relativen Position haben, die sie einst innehatten.
Rothbard: Kurz gesagt, Copleston wies auf die tiefe Wahrheit hin, dass es in einer Übergangsperiode zu einem neuen monetären Gleichgewicht immer Gewinne für diejenigen gibt, deren Verkaufspreise schneller steigen als ihre Einkaufspreise, und Verluste für diejenigen, deren Kosten schneller steigen als die Verkaufspreise, und die das neue Geld erst spät erhalten. Copleston weist aber auch darauf hin, dass einige dieser Veränderungen der relativen Einkommen und Vermögen dauerhaft sein werden. Kurz gesagt, Veränderungen in der Geldmenge sind nie neutral für die Wirtschaft, und ihre Auswirkungen sind nie auf das „Niveau“ der Preise beschränkt.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.

Copleston I
Edward Copleston
State of the Currency", 1822, 1822

Rothbard II
Murray N. Rothbard
Classical Economics. An Austrian Perspective on the History of Economic Thought. Cheltenham, UK: Edward Elgar Publishing. Cheltenham 1995

Rothbard III
Murray N. Rothbard
Man, Economy and State with Power and Market. Study Edition Auburn, Alabama 1962, 1970, 2009

Rothbard IV
Murray N. Rothbard
The Essential von Mises Auburn, Alabama 1988

Rothbard V
Murray N. Rothbard
Power and Market: Government and the Economy Kansas City 1977

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> Gegenargumente gegen Copleston
> Gegenargumente zu Deflation

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