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Frequenzzuteilung: Die Zuweisung von Frequenzen in der Wirtschaft bezieht sich auf die Zuweisung von Funkfrequenzbändern an verschiedene Nutzer wie Rundfunkanstalten, Mobilfunknetze oder Regierungsbehörden. Eine effiziente Zuteilung maximiert den sozialen und wirtschaftlichen Wert, oft durch Auktionen oder Lizenzvergabe, um Interferenzen zu vermeiden und eine optimale Nutzung dieser begrenzten Ressource zu gewährleisten. Siehe auch Gemeingut, Öffentliches Gut, Auktionen.

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Anmerkung: Die obigen Begriffscharakterisierungen verstehen sich weder als Definitionen noch als erschöpfende Problemdarstellungen. Sie sollen lediglich den Zugang zu den unten angefügten Quellen erleichtern. - Lexikon der Argumente.

 
Autor Begriff Zusammenfassung/Zitate Quellen

Ronald Coase über Frequenzzuteilung – Lexikon der Argumente

Kiesling I 27
Frequenzzuteilung/Coase/Kiesling: „Sicherlich ist nicht klar, warum wir uns auf die Federal Communications Commission und nicht auf den gewöhnlichen Preisbildungsmechanismus verlassen sollten, um zu entscheiden, ob eine bestimmte Frequenz von der Polizei oder für ein Funktelefon oder für einen Taxidienst oder für eine Ölgesellschaft zur geophysikalischen Erkundung oder von einer Filmgesellschaft, um mit ihren Filmstars in Kontakt zu bleiben, oder für einen Rundfunksender verwendet werden sollte. Die Vielzahl dieser unterschiedlichen Verwendungszwecke lässt vermuten, dass die Vorteile, die sich aus der Anwendung des Preismechanismus ergeben, in diesem Fall besonders groß sind“. Coase (1959)(1), S. 16
Kiesling: Eine wichtige politische Anwendung von Coases Ideen zu Institutionen, Eigentumsrechten und Transaktionskosten ist die Zuteilung von Funkfrequenzen mit Hilfe von Auktionen für Frequenzlizenzen. Genauer gesagt hat die Arbeit von Coase zu einer marktbasierten Zuteilung von Funkfrequenzen anstelle einer administrativen Zuteilung und zur Liberalisierung der Eigentumsrechte geführt, die mit diesen Lizenzen übertragen werden. Diese Liberalisierung hat eine umfassende Innovation und Marktkomplexität ermöglicht.
>Eigentumsrechte/Coase
, >Transaktionskosten/Coase, >Recht/Coase.
Kiesling I 29
(...) Coase(1) stellte die Frage, ob es einen gangbaren Weg gibt, die Nutzung des Frequenzspektrums so zuzuweisen, dass der größtmögliche Nutzen daraus gezogen wird, was mit der damals üblichen Methode der Anhörung im öffentlichen Interesse nicht möglich war. Das politische Ziel sollte nicht darin bestehen, die Interferenzen im Frequenzspektrum zu minimieren, sondern die Leistung des Spektrums zu maximieren, wobei Interferenzen als eine zu bewältigende Einschränkung zu betrachten sind (oder als etwas, das durch Innovation verringert werden kann).
Eigentumsrecht: Warum nicht für jeden Nutzer ein Eigentumsrecht an einem bestimmten Teil des Spektrums festlegen und diese Rechte handelbar machen? Coase folgte hier dem Vorschlag von Leo Herzel (1951)(2), der vorschlug, Eigentumsrechte an Frequenzen zu definieren und sie durch Auktionen zu vergeben. Coase behauptete, dass trotz gegenteiliger Argumente die Knappheit des Spektrums keine administrative Zuteilung, ständige Regulierung oder staatliches Eigentum erforderlich macht.
>Eigentumsrechte/Coase.
Kiesling I 30
Coase identifizierte den Kern des Problems der Frequenzzuweisung als unzureichend definierte Eigentumsrechte und zog Analogien zwischen Frequenzen und Land: „Wir wissen aus unserer alltäglichen Erfahrung, dass Land den Landnutzern zugewiesen werden kann, ohne dass eine staatliche Regulierung notwendig ist, indem man den Preismechanismus anwendet.... Wenn eine Person ein Stück Land für den Anbau einer Kulturpflanze nutzen könnte und dann eine andere Person daherkommt und ein Haus auf dem für die Kulturpflanze genutzten Land baut, und dann eine andere Person daherkommt, das Haus abreißt und die Fläche als Parkplatz nutzt, wäre es zweifellos richtig, die daraus resultierende Situation als Chaos zu bezeichnen. Aber es wäre falsch, dies der Privatwirtschaft und dem Wettbewerbssystem anzulasten. Ein privatwirtschaftliches System kann nur dann richtig funktionieren, wenn Eigentumsrechte an Ressourcen geschaffen werden, und wenn dies der Fall ist, muss jemand, der eine Ressource nutzen möchte, den Eigentümer dafür bezahlen, um sie zu erhalten. Das Chaos verschwindet, und damit auch der Staat, abgesehen davon, dass ein Rechtssystem zur Definition von Eigentumsrechten und zur Schlichtung von Streitigkeiten natürlich notwendig ist.“ (1959(1): 14)
Märkte/Coase: Warum Märkte nutzen? Märkte zeigen die Opportunitätskosten der Lizenz auf und berücksichtigen diese Opportunitätskosten bei der Entscheidungsfindung von etablierten und neuen Lizenzinhabern. Ein Recht auf die Nutzung einer Frequenz müsste genau definiert werden, um gehandelt werden zu können (Coase, 1959(1): 25).
>Auktionen/Coase.

1. Coase, Ronald H. (1959). The Federal Communications Commission. Journal of Law and Economics 2: 1-40.
2. Herzel, Leo (1951). “Public Interest” and the Market in Color Television Regulation. University of Chicago Law Review 18, 4: 802-816.

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Zeichenerklärung: Römische Ziffern geben die Quelle an, arabische Ziffern die Seitenzahl. Die entsprechenden Titel sind rechts unter Metadaten angegeben. ((s)…): Kommentar des Einsenders. Übersetzungen: Lexikon der Argumente
Der Hinweis [Begriff/Autor], [Autor1]Vs[Autor2] bzw. [Autor]Vs[Begriff] bzw. "Problem:"/"Lösung", "alt:"/"neu:" und "These:" ist eine Hinzufügung des Lexikons der Argumente.
Coase, Ronald

Kiesling I
L. Lynne Kiesling
The Essential Ronald Coase Vancouver: Fraser Institute. 2021

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